Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht

Da stand ich nackt in der Dunkelheit und wusste nicht wohin. Immer wieder hatte ich mir all die Weisheiten eingebläut, die mir erklärten, wie ich als Mann zu sein hätte. Ich verstand, dass ich hart sein musste. Ich verstand, dass ich weich sein musste. Und doch blieb mir der Erfolg verwehrt. Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht.

Dann verstand ich den eigentlichen Fehler: Ich versuchte immer zu sein, wie ich sein könnte und nicht, wie ich war.

Und nun weiß ich nicht mehr, wer ich bin. Nun bleib mir nur mein eigenes Buch zu schreiben.

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Dies ist mein Beitrag zum 9+1-Schreibprojekt von Blaubeermuffins machen glücklich

Der aktuelle Satz lautet: Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht.

Nimm’s bitte nicht persönlich

„Dass du das für mich tun würdest, hätte ich nie gedacht. Ich war mir so sicher, dass du mich nicht leiden könntest und jetzt opferst du dich für mich? Wie kann ich das jemals wiedergutmachen?“

„Es gibt nichts, was du tun könntest. Und du hattest vollkommen recht, ich kann dich nicht leiden. Ich opfere mein Leben nicht für dich, sondern weil ich die Hoffnung aufgegeben habe. Diese Welt ist am Ende. Ich bin am Ende. Das hier ist der beste Abschied. Nimm’s bitte nicht persönlich.“

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Der aktuelle Satz lautet: Nimm’s bitte nicht persönlich.

Rezension – Lommbock

Warnung: Dieser Text kann Teile von Filmhandlung beinhalten

Ich muss gestehen, dass ich dem Film nicht objektiv gegenüberstehe, was daran liegt, dass ich den ersten Teil großartig finde, ich als Statist auf dem Set sein durfte und in der Stadt des Geschehens lebe.

Die Fortsetzung eines Kultfilms ist immer heikel und seien wir ganz ehrlich, sie ist unmöglich. Ich hatte dennoch meinen Spaß. Der Film wirkte auf mich ein wenig hölzerner als der erste Teil, manche Dialoge künstlicher, was ich verstehen kann, wenn man ständig auf das zurückgreift, was den ersten Film ausmachte. Dennoch war es unterhaltsam und mehr sehr vielen Sidekicks versehen, die man nur wahrnimmt, wenn der erste Teil noch präsent ist.

Noch immer geht es eher um das wohlige Gefühl, dass man als Zuschauer hat, wenn man die zwei Freunde auf der Leinwand sieht. Zwei Menschen, die so unterschiedlich und doch so gleich sind. Zwei Menschen, die einander brauchen. Es gibt ein Chaos oder eigentlich besteht der Film aus vielen chaotischen Momenten, hier sehe ich den Unterschied zum ersten Teil, bei dem es eigentlich nur das eine Problem der Plantage und der Pizzeria gab, die immer in Gefahr war aufzufliegen. Die Jungs sind 16 Jahre älter und somit sind die Probleme auch ganz andere. Sehr gelungen finde ich das Ende, welches (wer bis hierhin gelesen hat und den Film noch nicht gesehen hat, hat nun noch die Chance aufzuhören) Stefan (Lucas Gregorowicz) und Kai (Moritz Bleibtreu) wieder an den Beginn des ersten Films führt. Die Zwei Freunde, die wieder allein auf sich gestellt sind. Nur zu gern würde ich mich in einigen Jahren anschauen, wie die Beiden Lammbäck führen (denn nach italienisch und asiatisch könnte dann ja deutsche Backkunst gefragt sein). Meine Hoffnung dabei wäre ein Abschluss ohne die Bauchschmerzen, die mir die zwei Menschen gaben, die sich als Versager fühlten, sondern einfach ihr Ding machen (und wer weiß, vielleicht ist Gras bis dahin sogar legal…wobei, hier in Bayern…).

Der Film ist ein wenig flippiger als der erste Teil und die Lacher stellen sich schneller ein. Wer ein paar nette Aufnahmen einer fränkischen Stadt sehen möchte, der wird auch bedient, wenngleich die Schönheit wohl nicht eingefangen werden kann, die sollte man schon selbst in echt erleben. Dass beide Figuren sich wertlos fühlten, traf mich und ist schlussendlich der Grund, warum ich mir eine Fortsetzung wünschen würde mit zwei Freunden, die nicht nach Ruhm und Reichtum streben, sondern sich glücklich schätzen, einander zu haben und dabei das Leben genießen.

Ich kann den Film empfehlen, denn er ist kurzweilig und wer den ersten Teil nicht kennt, wird manche Lacher nicht verstehen, sich jedoch dennoch nie verloren fühlen.

P.S. sollte Christian Zübert über diesen Eintrag stolpern, dann erhebe ich keine Ansprüche auf den vorgeschlagenen Titel. Ich vermute, dass der Name eh schon in seinem Kopf rumschwirrt und ich würde mich freuen, wenn dieser Titel einen weiteren Teil schmücken würde. Oh und vielen Dank für die charmante Art am Set, daran werde ich immer wieder mit einem breiten Lächeln zurückdenken können.

Ein guter Song

Seit einer Woche höre ich immer wieder ein Album von einem Künstler, der mir bis vor kurzem vollkommen unbekannt war und ich frage mich, welche Schlagzeile es war, die mich auf ihn aufmerksam machte. Es war merkwürdig über einen halben Monat auf ein Album von einem Musiker zu warten, den ich vorher nie gehört habe.

Ich tauge nicht zum Musiker, da würde ich mich beim Singen nie wohl fühlen, von meiner Befähigung mal ganz abgesehen. Mir ist jedoch klar geworden, wie sehr ich gute Songs mag und warum ich mich mit so manch hochgelobter Literatur so schwer tue: Die Länge bzw. die Kürze eines Textes. Ein Musiker hat dreieinhalb Minuten Zeit, um uns eine Geschichte zu erzählen. Gut, er hat dank Melodie eine gute Hilfe, Emotionen zu wecken, aber dennoch muss in wenigen Zeilen gesagt bzw. gesungen werden, was wirklich wichtig ist. Ich verstehe schon, dass Fontane seine Fans hat, aber braucht es für den Leser eine so detaillierte Schilderung oder genügen nicht klare und ehrliche Worte, die nicht drumherum reden? Ist nicht eben genau dies die Kunst?

Vielleicht ist es auch nur meine Faulheit im Lesen und auch im Schreiben, dass will ich nicht in Abrede stellen. Ich liebe gute Geschichten, nur Novellen liegen mir einfach mehr als dicke Romane. Nun hat mir ein sehr guter Freund zu meinem letzten Geburtstag ein dickes Buch geschenkt und es liegt fast unberührt auf meinem Bücherregal, irgendwie schade, aber ich habe die Befürchtung, dass ich das Ding niemals lesen werde, so wie es mit „Krieg und Frieden“ auch war. Ich habe es versucht, aber was genau wollte mir das Buch sagen? Ich werde es womöglich nie erfahren.

Und da bin ich bei der Frage, die sich mir stellt: Tue ich mich schwer damit, in eine Sache tief einzutauchen und hart dafür zu arbeiten? Irgendwie habe ich das Gefühl, dass gerade dies der Knackpunkt in meinem Leben zu sein scheint: Mir immer wieder klar zu machen, dass es sich lohnt, wenn ich mich voll und ganz auf etwas konzentriere und daran arbeite. Dennoch bleibt meine Liebe für kurze und knackige Sätze. Sätze mit einer simplen Aussage, die gleichzeitig unheimlich tiefgründig sein kann, wie ein guter Song, der innerhalb von 210 Sekunden Tränen in die Augen treiben kann.

Entwurzelte Blumen

„Kommt mich doch mal besuchen“, sagte sie und ließ uns in der Küche zurück. Wie hätte ich dieser Einladung widerstehen können? Diese ersten warmen Tage im Jahr, sie sind so besonders, weil selbst nach einem langen Arbeitstag noch die Sonne scheint. Mit einem warmen Gefühl im Gesicht radelte ich den Berg zu jenem Haus hinauf, in dessen Garten sie wohl sein musste. Ob sie wirklich da war, konnte ich nur hoffen. Sie wohnte aber gar nicht mehr im Haus, sondern im Baum dahinter, in ihren eigenen vier Wänden, die von Freundes Händen gebaut wurden. Ich war schon länger kein Gast mehr in dem großen Haus gewesen und als ich ankam und nach hinten in den Garten wollte, begegnete ich einem unbekannten Gesicht. „Hallo, was machst du hier?“, fragte es. „Ich möchte Lívia in ihrem Baumhaus besuchen“, erwiderte ich. „Du meinst Janine“, meinte es. Ich nickte und widersprach doch stillschweigend, denn offensichtlich kannte das Gesicht ihren zweiten Namen nicht, wie so viele ihrer Freunde. Das Gesicht nickte mir zu und ich ging in den Garten zum Baumhaus.

Es war noch nicht ganz fertig, aber gerade dadurch konnte ich sie sofort darin liegen sehen. Ich erklomm die Treppe, die meisterlich hingesetzt wurde und musste mich ducken, um nicht an der Decke anzustoßen. Lívia sah mich verwundet an: „Hey, das ist ja ne Überraschung.“ „Ja, du hattest doch gestern eine Einladung ausgesprochen, wie hätte ich da Nein sagen können?“, meinte ich zu ihr. Sie umarmte mich und ließ sich danach wieder nieder. Ich kam auf ihre Ebene, denn so gebeugt war es anstrengend zu stehen. „Das ist es also“, entfuhr es mir und sie gab zur Bestätigung nur ein Mhm von sich und schloss die Augen. Ich bewunderte sie und ihr glückliches Gesicht, welches in orange-roten Sonnenstrahlen glänzte. Offensichtlich tat ich dies so lang, dass sie mich verwundert anschaute und fragte, warum ich sie so anschauen würde. „Du bist wunderschön in diesem Moment, als wärst du vollkommen eins mit dir selbst und der Welt“, gab ich zur Antwort. Sie grinste vor sich hin und hielt abrupt inne: „Du weißt, dass ich einen Freund habe.“ Ich nickte ihr zu und fragte: „Sagst du das gerade mir oder dir selbst?“ „Warum sollte ich es mir selbst sagen?“ „Weil man sich manchmal selbst ermahnen muss, keine Dummheit zu begehen“, erklärte ich und ergänzte einen Moment später: „Als ich vorhin auf mein Fahrrad stieg, sah ich auf dem Feld neben mir eine wunderschöne Blume. Ich hätte sie zu gern an mich genommen und für mich behalten. Aber so darf es nicht sein. Die schöne Blume wäre für meinen Egoismus gestorben und hätte ihre Schönheit verwirkt. Ich muss keine Blume mehr herausreißen, um ihre Schönheit zu bewundern.“ Ich schloss für einen Moment meine Augen und wurde mir bewusst, wie gefährlich der Moment war. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich die erregte Spannung in Lívias Körper, schüttelte für mich selbst meinen Kopf und verließ sie. Zu vielen Blumen hatte ich schon entwurzelt. Diese nicht.

Ich hasse laute Geräusche

Ich muss erstmal sortieren, was mich genau stört, denn es kann auch leises sein. Ich hasse das Geräusch des Hauses, wenn meine Mitbewohner die Wohnungstür zuschmeißen, es klingt dann immer so, als würde das bisschen Putz, das noch an der Wand hängt, direkt mit dem Zuknallen gen Boden segeln.

Ich hasse auch Disharmonien und stelle für mich fest, dass Kinder sogar angenehmer klingen können, als so manch Erwachsener, der mit ihnen singt. Nun will ich die Menschen nicht von dieser doch sehr schönen Kunst abbringen, denn es braucht Übung, und Kunstfertigkeit entwickelt sich über einen längeren Zeitraum. Aber wie schaffen Musiklehrer das nur jeden Tag? Ihre Ohren sind geschulter und empfindlicher als meine. Bin ich einfach nur zu sensibel?

Ich glaube, ich habe mit manchen Geräuschen in manchen Räumen – also auch Zeiträumen oder Situationen – Probleme. Ich liebe Motorengeräusche und würde dennoch den Proleten der Nacht mit einem Baseballschläger antworten, wenn sie an meinem Fenster vorbeifahren.

Ich mag laute Menschen nicht, vielleicht ist auch das der eigentliche Punkt. Ich verstehe das Schreien nicht, obgleich in normaler Lautstärke gesprochen werden könnte. Ist unsere Welt so laut geworden, dass jeder schreien muss?

Würfel

Ich mag Würfel, die fühlen sich gut an und sind in der Regel vollkommen unparteiisch. Irgendwie sind sie auch fair, wollte ich gerade schreiben, doch dann kam mir der Gedanke, dass das nicht stimmt. Ich habe vor meiner Geburt nämlich einige Sechser geworfen. Der erste legte Europa fest, der zweite die DDR – na gut, das war kein Sechser – aber den hatte ich dafür bei meinen Eltern und einer Gesellschaft, die den schlechten Wurf korrigierten.

So viel Wurfglück ist nicht selbstverständlich und fairer wäre es, wenn wir alle nur eine Drei würfeln könnten, denn eigentlich sollte niemand eine Eins würfeln müssen, aber so ist das. Die Sache ergibt nur Sinn, wenn die Eins vorhanden ist. Das Premiumwasser in der Plastikflasche gibt es nur, wenn andere im Müll verrecken und dreckige Brühe als Lebensgrundlage vorgesetzt bekommen. Sind diese Schicksalswürfel nicht erbärmlich gezinkt?