Leni und Valentin

Das Wochenende klang mit einem kalten Sonntag langsam aus und die Sonne war bereits untergegangen, da kam Valentin die Lust auf einen Spaziergang. Leni, die er erst kurz kannte, wollte ihn begleiten und so zogen die beiden los. Valentin wusste nichts zu sagen, doch dafür war Leni nicht zu stoppen, sie war von einem kurzen Besuch bei ihrer Familie heim gekehrt und berichtete in ihrer naiv kindlichen Art, die Valentin so liebte, davon. Nachdem sie den Stadtpark hinter sich gelassen hatten und am Fluss angekommen waren, beschlossen sie, ihren Spaziergang noch weiter auszudehnen und die nächste Brücke zu überqueren. Sie erzählte währenddessen, dass sie neue Objektive für ihre Kamera erstanden hätte und berichtete aufgeregt von all den Möglichkeiten und Filtern, die sie nun beim Fotografieren anwenden könnte. Sie könnte nun kleinste Steinchen scharf ablichten, könnte Seen und Fenster entspiegeln und somit das sichtbar machen, was man selbst mit dem Auge nicht sehen konnte oder weit entfernte Vögel so nah heran holen, dass man ihre Federn detailliert erkennen könnte. Er ging derweil neben ihr, nickte hin und wieder und warf hier und da ein „Aha“ oder ein „Schön“ ein, wenn sie eine kleine Pause machte, um sich umzusehen oder sich einen Stein aus dem Schuh zu holen, welche sie immer wieder aufzusammeln schien. Als sie das Ufer auf jener Seite des Flusses abgelaufen und zur nächsten Brücke gelangt waren, machten sie sich langsam wieder auf den Rückweg. Dabei fielen ihnen immer wieder die Gesichter der wenigen Passanten auf, die sie freundlich ansahen, wie der Bahnfahrer, den Valentin freundlich und eindeutig grüßte und der ihn daraufhin zurück grüßte. Das gesamte Wochenende hatte Valentin sich einsam gefühlt und nun genoss er jeden Moment mit dieser kleinen Dame, die unaufhörlich zu reden schien und die er so lieb gewonnen hatte. Ihm war seine Schweigsamkeit sogar etwas unangenehm, denn er befürchtete, dass Leni es auf irgendeine Art interpretieren könnte, doch es störte sie nicht im geringsten. Hier gingen zwei Menschen, die ein schönes Paar abgaben. Ein Paar in tiefer Freundschaft.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

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