Leuchtturm

Ein kurzes Aufblitzen und dann wurde es wieder düster. Die Hitze des Tages war abgeklungen und der sanfte Wind der Nacht trug das Rauschen des Meeres an die Küste. Wenn der Lichtstrahl wieder aufs Land traf, sah man steinige Hänge und einen dünnen Streifen Sandstrand, auf dem sich ein Pärchen liebte. Ihre Haare waren noch feucht vom Schwimmen und Spielen im Meer. Sie schwitzten nach dem Abstieg vom Hang und hatten in kürzester Zeit ihre Sachen ausgezogen. Beide gingen in respektvollem Abstand zueinander ins Meer, wobei sie sich immer wieder ansahen. Das Mondlicht ließ nur die Umrisse des Anderen erkennen, doch das helle Licht des Leuchtturms ließ einen kurzen Blick auf die nackten Körper zu. Bei jedem Schritt ins tiefere Wasser kamen sie sich auch ein wenig näher und als sie endlich bis zum Kopf im Wasser waren und schwimmen konnten, berührten sich ihre Hände. Er ergriff die ihrige und zog sie zu sich heran. Sie wärmten sich und genossen die Spannung, die sich aufgebaut hatte. Näherte er sich mit seinem Kopf dem ihrigen, so warf sie ihren Kopf zurück und stieß ihn ein wenig weg. Blieb er dann auf Entfernung, kam sie ihm näher und er spielte ihr Spiel. Es wurde ihnen kalt und so verließen sie das Wasser. In die Handtücher eingewickelt, standen sie aneinander, sie blickte zu ihm herauf und ließ den Kuss zu. Ihre Handtücher glitten zu Boden, der Kuss wurde inniger und schließlich gaben sie sich einander hin. Das Licht des Leuchtturms malte ein Daumenkino dieser Vereinigung.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

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