Schockstarre (6) Ende

Auf dem Rückweg traf es mich wieder. Ich war gerade auf die Straße zu meiner Wohnung eingebogen und erkannte zwei Gestalten an jener Stelle, wo erst letzte Nacht die zwei Unbekannten gestanden hatten. Es erschien mir nicht unwahrscheinlich, dass sie es waren, denn sie rührten sich nicht. Ich blieb stehen und überlegte, wie ich vorgehen sollte. Ob ich ihnen nun entgegentreten sollte oder mich irgendwo verstecken könnte. Meine Überlegungen wurden mit einmal unerheblich, denn die Zwei schienen auch mich bemerkt zu haben und kamen auf mich zu. Angst überkam mich und ich lief die Straße entlang zurück, die ich gekommen war. Bog in die nächste Straße ein und dann wieder in die nächste, bis ich kurz innehielt und in die Nacht lauschte. Keine Schritte waren zu hören, ich hatte meine Verfolger abgeschüttelt. Der Straße folgend, nahm ich einen anderen Weg nach Hause, griff schon frühzeitig den Schlüssel in meiner Hosentasche, denn es gab genügend dunkle Ecken neben der Treppe zur Haustür. Bevor ich die erste Stufe nahm, hörte ich ein Geräusch etwas entfernt hinter mir, drehte mich um, konnte aber nichts erkennen. Ich war beruhigt, wendete mich wieder in Richtung der Treppe, erkannte dabei einen großen Schatten, der auf mich zukam und spürte noch einen heftigen Schmerz im Gesicht, bevor ich das Bewusstsein verlor.

Als ich erwachte, kam mir alles merkwürdig unecht vor. Ich hörte Karls Stimme, der mir erklärte, dass ich im Krankenhaus läge, es mir aber recht gut gehe. Man hätte mich im Gesicht erwischt, aber das würde man mir eh nicht ansehen, scherzte er. Das Grinsen schmerzte leicht. Er hatte mich gefunden, nachdem er mich nicht erreichen konnte und deswegen zur mir gefahren war. Lydia hatte ihn spät abends noch erreicht und erzählt, dass ihr Exfreund vollkommen durchgedreht sei. Er gab mir die Schuld an der Trennung und hatte wohl über meine Arbeit meine Adresse herausgefunden. Die Fußspuren hatte er mit Farbe gemacht, Lydia hatte sich gewundert, dass ein kleiner Farb-Eimer fehlte, aber als Karl ihr die Geschichte am Telefon erzählt hatte, war ihr klar, wer ihn genommen hatte. Karl entschuldigte sich bei mir, dass er nicht gleich zu mir gekommen sei, denn er hätte verhindern können, dass man mir auflauerte. Er hatte sich gedacht, dass er mich auch erst am nächsten Tag informieren könnte. Erst als er im Bett lag und nicht einschlafen konnte, versuchte er noch einmal, mich zu erreichen und machte sich dann auf den Weg zu mir, wo er mich auf dem Boden liegend fand.

Beruhigt nickte ich Karl zu, um ihm zu zeigen, dass ich froh über seine Rettung war. Ich schickte ihn nach Hause und stellte klar, dass er nichts falsch gemacht hatte und sich keine Vorwürfe machen sollte. Der Albtraum war nun endlich vorbei und ich schloss meine Augen, um in einen sanften Schlaf zu gleiten.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

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