Regenfahrt

Immer neue Regentropfen rollten sein Gesicht herab, während er mit aller Kraft in die Pedale trat. Seine Kleidung klebte nasskalt an ihm und zerrte ihn zu Boden. Für einen kurzen Moment hielt er inne und ließ sich nur von der bereits aufgenommenen Geschwindigkeit führen. Es fühlte sich gut an und es schien, als würde ihm etwas wärmer werden. Das Rad verlangsamte und so trat er abermals in die Pedale und spürte die Kälte, die sich an Stellen haftete, die sich für einen kurzen Moment trocknen und wärmen konnte. Das Gefühl war so unangenehm und doch musste er es ertragen. Der Regen lief ihm so stark übers Gesicht, dass sich in seinem offenen Mund das Wasser sammelte – er nahm den Schluck. Sein Blick richtete sich wieder auf die Straße vor ihm, wenngleich er kaum die Augen offen halten konnte. Er holte tief Luft und ließ sich nicht mehr aufhalten. Er dachte an die warme Dusche, die auf ihn warten würde und die Tasse Tee, die er danach trinken würde, wenn er sich auf seiner Couch in eine Decke einwickeln würde. Diesen Gedanken verlor er nicht, bis er sein Fahrrad abschloss und die Treppe in seine Wohnung hinaufstürmte.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

2 Kommentare zu „Regenfahrt“

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