„Frauen waren s…

„Frauen waren seit undenklichen Zeiten ohnmächtig geworden, nicht immer ohne Vorbedacht, und Männer hatten unveränderlich in der gewünschten Art und Weise darauf reagiert.“

Aus: Arthur C. Clarke – Die letzte Generation (1953)

Wenn ich mich zurückerinnere, so kann ich mich nicht daran erinnern, dass jemals eine Frau in meiner Gegenwart ohnmächtig geworden wäre, wohingegen ich bereits einmal umgeklappt bin, allerdings war keine Frau zugegen. Ich wüsste auch nicht, was die darauf gewünschte Art und Weise einer Frau hätte sein sollen, außer sich zu sorgen, ob alles okay ist. Diese Waffe der Frau, wenn sie denn wirklich so zielgerichtet eingesetzt worden ist, wie es Clarke seine Leser glauben lassen möchte, ist mit dem Bild der starken Frau von heute nicht mehr zu vereinen. Wozu sollte mich solch ein Schwächeanfall anregen, außer mich um die Frau zu kümmern, was ich aber auch bei jedem Mann machen würde, der in meinem Beisein ohnmächtig wird. Ich musste vorhin schmunzeln, als ich jene zitierte Stelle im Buch las, denn es zeigt einfach, dass es zu einer anderen Zeit geschrieben wurde. Die Geschichte selbst spielt in der Zukunft und viele Sachen kann man sich nur zu gut vorstellen. Doch an solchen Stellen spürt man eben doch, dass man als Autor eines visionären Romans nicht aus seiner Zeit heraus kommt. Vor mir liegt noch ein Drittel vom Buch, aber ich kann es jetzt schon empfehlen, selbst Lesern, die sich nicht für Science Fiction begeistern können.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

8 Kommentare zu „„Frauen waren s…“

  1. Wieso unzeitgemäß? Ich werde regelmäßig beim ersten Date ohnmächtig. Aber nur wenn der Typ ganz schlimm ist, ich keinen „Notanruf“ mit meiner besten Freundin ausgemacht habe und ich die Hoffnung habe, dass der Notdienst gerufen wird und ich mit den süßen Rettungsjungs abhauen kann 😀

  2. Doch, ich stimme zu. Ohnmacht, Tränen als Waffe und Druckmittel halte ich tatsächlich für unzeitgemäß, oder besser: unpassend. Macht Frau sich und alles, was sie heutzutage darstellen möchte, nicht sonst lächerlich?

    1. Es ist meines Erachtens auch nicht in Ordnung, dadurch lächerlich zu wirken. Man sollte nicht bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbrechen oder umkippen, aber wenn man dann wahrhaftig mal in Ohnmacht fällt oder das Leben einen so hart f*ckt, dass einem die Tränen aus den Augen schießen, dann wünsche ich mir, dass das Gegenüber in dem Moment für einen da ist und einen auffängt, ganz unabhängig vom Geschlecht. Aber das ist auch nur ein Wunsch und ich bin eben auch nur ein Träumer… 🙂

  3. So meinte ich es auch nicht. Den gezielte Einsatz finde ich lächerlich. Alles andere ist nicht primär weiblich, sondern menschlich und verdient Trost und Beistand. Das wünsche ich mir auch. Trost – und keine verzweifelten Ratschläge und Belehrungen (was ich immer wieder beobachten durfte bisher. Anscheinend ist Trostspenden gar nicht so einfach und selbstverständlich. Aber das führt schon wieder zu weit).

    1. Hab ich auch nicht erlebt und dabei wurde mir sogar schon das Kompliment, dass ich umwerfend aussehen würde, aber das war wohl gelogen, denn es blieben bisher alle Menschen um mich herum stehen, wenn sie mich sahen.

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