Wahltag

Heute ist Wahltag, so wie eigentlich jeden Tag. Jeden Tag wähle ich mir die Leute aus, mit denen ich meine Zeit teile und mit denen ich zusammen etwas unternehme und sogar verändere. Schon merkwürdig, dass bei der heutigen Wahl nur ich mir  meinen Partner für die nächsten vier Jahre aussuche, denn er sucht mich nicht aus. Eine Freundschaft oder gar eine Liebe kann nur dann funktionieren, wenn beide Seiten sich füreinander entscheiden, da kann die Politik noch was von lernen. Ich weiß, wem ich meine Stimme leihen werde, möchte hier aber weder Werbung für jene Partei machen, noch dafür, zur Wahl zu gehen, wenngleich so ein schöner Spaziergang am sonnigen Sonntag nicht verkehrt klingt.

Es gibt noch eine andere Sache, die vollkommen anders läuft. Während man bei der politischen Wahl genau danach schaut, dass man eine Partei findet, die genau den eigenen Wünschen und Vorstellungen entspricht, sollte man bei der Partnerwahl gar nicht erst einen Fragenkatalog aufstellen. Den perfekten Partner gibt es nicht und wenn doch, dann langweilt er uns wohl schon nach dem ersten Date. Wie oft ertappte ich mich schon dabei, die Zukünftige aus einem Idealbild von ehemaligen Freundinnen zu spinnen und dabei die Frau zu übersehen oder wegzustoßen, die bereits neben mir saß. Zum Trübsalblasen bleibt mir noch genügend Zeit und so werde ich jetzt mal zur Wahl aufbrechen, diese oder jene, wer weiß das schon.

😉

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

8 Kommentare zu „Wahltag“

  1. Ich muss sagen, dass mir von ganzem Herzen egal ist, wer und welche Partei gewählt wird. Letztendlich wird es keine Revolutionen geben und selbst wenn doch – Man muss sich als Individuum in einer Gesellschaft immer anpassen, sonst kann man nur schwer glücklich werden. Für Menschen jedoch, die sich vor Gesetzen und dem Verlust ihres Eigentums fürchten, ist der Wahlgang etwas gutes.

    1. Hallo Jonas,
      du merkst aber schon, dass es weniger um die Wahl einer Partei, als um die Wahl einer besonderen Person geht, es hängt sich nur am heutigen „Ereignis“ auf. 😉 Aber lass mich die Frage stellen, was du genau aussagen willst mit deinem Kommentar: Ist es ein Appell, nicht wählen zu gehen, weil es eh nichts bringt oder die Resignation, etwas verändern zu können oder das Unbehagen, sich als Individuum der Gesellschaft unterwerfen zu müssen oder ob jeder Wähler nur ein dummes Lamm ist, was sich mit seiner Wahl seine inneren Streicheleinheiten aufs eigene Ego holt? Ich formuliere extra etwas schärfer, nicht um dich anzugreifen, sondern um tatsächlich zu erfahren, worauf du hinaus willst.

      1. Selbstverständlich habe ich das gemerkt und wie Sie schon selbst feststellten, gibt es einige Unterschiede zwischen Partner- und Partei-Wahl.
        Ich muss Ihnen leider sagen, dass mein Kommentar weder ein Appell noch eine Beschwerde sein soll. Er soll meine Haltung gegenüber Politik zeigen: Ein bedachter „Egalismus“, falls es sowas gibt. – Ich sage nicht einfach „Pff, scheiß drauf!“, sondern horche in mich hinein „Ist mir das wirklich wichtig?“.
        Aber wenn Sie meine Meinung in Zukunft nicht mehr hören möchten, sagen Sie einfach Bescheid.

      2. Hallo Jonas,
        ich bleibe mal beim Du und möchte es dir auch anbieten für zukünftige Kommentare, die ich sehr gern hören möchte. Dieser Blog ist eigentlich eher unpolitisch, für solche Geschichten führe ich noch einen anderen, denn dieser hier soll eher für meine „literarischen Ergüsse“ herhalten. Ich akzeptiere und respektiere hier jede Meinung, allerdings mit einer Einschränkung, nämlich einen Ist-mir-doch-egal- oder einen hab-keinen-Bock- oder finde-ich-blöd-Kommentar. Ich freue mich über jede Kritik und jeden neuen Gedankenanstoß, doch dafür muss ich einen Kommentar verstehen und einordnen können. Bei deinem Kommentar hatte ich eben das Gefühl. als wolltest du einen ist-mir-doch-egal-aber-ich-muss-trotzdem-meinen-senf-abgeben-Kommentar hinterlassen. Deswegen habe ich meine durchaus scharfe Antwort so geschrieben, denn ich wollte wissen, was dahintersteckt.
        Also bitte fühle dich nicht angegriffen oder abgeschreckt, hier weiterhin Kommentare zu hinterlassen und vergib mir meine manchmal sicherlich beißende Art, die gehört zu mir und um ganz ehrlich zu sein, ist das ein Wesenszug, den ich sehr an mir schätze, weil ich es früher niemals getan hätte und es meistens einfach ehrlicher ist, als sich hinter tausend andeutenden Sätzen zu verstecken, wie ich es früher getan hätte.
        Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und wenn du auf ein „Sie“ bestehst, dann schreib es einfach, das ist natürlich auch okay.

      3. Keine Bange, ich fühle mich nicht angegriffen.
        Und wenn dir das angenehmer ist, kann ich dich duzen, mir persönlich ist auch das egal. ; )
        – Und diese Sichtweise, die ich vertrete ist durchaus nicht nur politisch, sondern erstreckt sich auch auf weitere Lebensbereiche (- nicht auf alle, aber auf einige!).

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