Aua…

Es gibt so Tage… Der heutige war so einer… Das Handy weckte mich, doch der Griff danach ging ins Leere, weil das Handy in der anderen Ecke des Raumes lag…sehr ungewohnt. Also aufgestanden, den Wecker deaktiviert und sich einfach wieder ins warme Bett geschmissen. Clever war das nicht, aber ich fühlte mich danach. Als ich dann endlich aufstand, blieben mir noch knapp 25 Minuten, um zur Arbeit zu kommen, aber ein Ben geht nicht ohne zu duschen aus dem Haus…so viel Zeit muss sein. Keine Ahnung, wo die Zeit dann einen Sprung gemacht hat, aber als ich aus dem Bad kam, waren die 25 Minuten verstrichen…ich vermute ja, dass ich einfach noch einmal eingeschlafen bin, als ich mir die Zähne putzte. Also fix angezogen und ab aufs Rad, um mit dem rotköpfigen Nachbarn zeitgleich loszufahren und auch anzukommen. Nein, ich würde ihn nicht fragen, ob er mich im Auto mitnimmt, weil er nicht so aussieht und weil ich ja auch wieder nach Hause radeln will.

Der Tag zog sich dann gummiartig in die Länge und mir raubte die Beantwortung der Mails und Telefonate den letzten Nerv. Okay, es war eher der Auszubildende und die alte Mitarbeiterin, deren Lieblingsbeschäftigung es ist, sich hinter dem Rücken Anderer über eben jene auszulassen oder uns mit ihren „spannenden“ Geschichten zu langweilen. Mich wundert immer, dass sie für 4 Stunden angestellt ist, denn der Job würde sich in einer Stunde erledigen und am Telefon ruft sie eh immer nach uns, damit wir das Gespräch übernehmen…amüsant, dass es mich heute so richtig nervte, während ich da sonst gelassen bleibe. Ich spürte nun mittlerweile die Kopfschmerzen, die ich bereits unter der Dusche vernahm und die ich in Verbindung mit den Nasenbluten am Morgen setzte…wirklich nicht mein Tag.

Zurück zum Büro, was ich dann irgendwann einfach verließ, als die Stimmen zu laut wurden und ich mich fragte, wie ich die Kunden am Telefon verstehen soll. Die Tür hinter mir geschlossen, atmete ich entnervt aus, was mein Chef sah und mich aufmunternd ansprach, obs heute so schlimm sei. Ich nickte und damit war dieser Akt abgehakt. Wenn jene alte Schnattertante dann endlich verschwunden ist, wird der Tag besser…zumindest sonst…heute blieb er zäh und wurde von meinem sonst so liebgewonnenen Arbeitskollegen noch zusätzlich sabotiert, als er die Annahme eines Telefonats verweigerte, welches ich damit annehmen „durfte“…der alte Mann am anderen Ende tanzte auf dem dünnen Ende meiner Nerven, aber ich blieb freundlich und bewahrte die Ruhe.

Endlich brachen die letzten Minuten meiner Schicht an und bis jetzt glaube ich, dass in dem Moment irgendwo in China ein Sack Reis umfiel, denn eine Wende trat ein. Nein, eigentlich war es eine Frau, die eintrat. Und was für eine. Ich blickte zu ihr und saß wie festgebunden auf meinem Stuhl, während mein Kollege ihr erklärte, wo die Geräteausgabe ist. Sie blickte dabei immer wieder zu mir rüber, aber womöglich verängstigt, wenn ich so überlege, wie ich sie ansah…eben wie ein sabbernder Teenager. Sie ging wieder und mein Arbeitskollege sah mich verwundert an. Okay, also wieder nur eine Schönheit in meinen Augen? Ist mir egal, es war eine Schönheit! Und was für eine! Ich weiß nicht, wie lang ich noch so dasaß und vor mir hinstarrte, bis mir klar wurde, dass ich ja wusste, wo ich sie finden würde. Sie war gerade fertig und am Gehen, aber fühlte sich am falschen Ausgang. Immerhin dabei durfte ich ihr noch dabei helfen, den richtigen Weg zur Bibliothek zu finden und musste feststellen, dass sie eine Ausstrahlung besaß, die mich einfach nur schwer beeindruckte. Zurück im Büro grinste ich zum ersten Mal an diesem Tag.

Die Schicht war zumindest vorüber und ich verabschiedete mich. Zum Einkaufen. Und da saß ein putziger Hund auf der Straße, der nicht angebunden war. Okay, putzig ist das falsche Wort, da denkt man an so ein kleines Hündchen, das war er nicht. Aber ein alter Hund, der brav auf sein Frauchen wartete und ich wartete mit ihm. Zuhause gabs ne Pizza…nicht lecker, aber wenigstens warm. Und dann kam eine Nachricht. Einer guten Freundin geht es mies…also schnell den Rucksack gepackt und losgeradelt. Sie wusste nicht, dass ich sie auf Arbeit überraschen würde, aber ich wollte es so. Eine Tüte Lachgummis, dann noch mehrere Beutel türkischen Apfeltee, eine Flasche des 2011er Bacchus, der für einen besonderen Moment aufbewahrt wurde und Dostojewskis  „Der Idiot“ ausgepackt und ein breites Grinsen damit ausgelöst. Nun sitze ich wieder Zuhause und habe einfach das Gefühl, dass der Tag doch gar nicht so schlecht gewesen ist, zumal der Abend noch aussteht…

Geduld…

Es ist schon eine komische Sache mit der ständigen Erreichbarkeit und in einem gewissen Punkt beneide ich da vergangene Generationen, denn die Medien, die sie zur Kommunikation nutzten, brauchten Geduld. Man schrieb einen Brief und der brauchte, bis er ankam. Dann musste eine Antwort verfasst werden und auf den Weg geschickt. So wartete man sicherlich locker mal ne Woche oder länger, bis man von seinem Gesprächspartner las.

Ich schreibe ja hin und wieder mal eine SMS und frage mich dann manchmal dabei, ob ich eigentlich Selbstgespräche führe, wenn die Antwort dann tagelang aus bleibt bzw. gar nicht erst kommt, zumal ich gar nicht davon ausgehe, dass auf eine gestern geschriebene SMS heute noch eine Antwort erfolgt. Man hat sich schon daran gewöhnt, dass eine Antwort sofort oder eben gar nicht kommt. Das soll übrigens keine Anklage sein, denn wenn ich den Speicher meines Handys durchsuche, werde auch ich über nicht beantwortete Nachrichten stolpern. Wie das wohl früher war? Natürlich schrieb man nicht für ein kurzes „Hallo“ mal einen Brief und man schrieb vermutlich auch höchstens mit einer Handvoll Leute, aber antwortete mal jedes Mal?

Entschleunigen können wir uns nicht, aber was man bei all den Erfindungen vergessen hat, ist eine Gedulds-App. Stattdessen wird der Gegenüber auch gern noch informiert, wenn man seine oder ihre Nachricht gelesen hat. Das soll einen wohl unter Druck setzen, schnellstmöglich zu antworten. Beim guten alten Brief konnte man ihn lesen und beantwortete ihn womöglich gleich oder man wartete eben einfach eine Zeit, bis man in angebrachter Form zurückschreiben konnte. Kein virtueller Fingerzeig, der bereits mit der Keule in der Hand hinter dir stand und dich grimmig ansah, nun endlich zu reagieren.

In welche Richtung soll dieser Eintrag nun eigentlich gehen? Rege ich mich auf, weil ich Selbstgesprächs-SMS schreibe oder weil ich nicht gezwungen werden will, zu antworten? Da sollte ich mich nun eigentlich entscheiden, denn beide Richtungen schließen einander aus…aber so bin ich eben, ein wenig ambivalent…nicht in psychischer Hinsicht, aber wenn es nun für beide Standpunkte gute Argumente gibt, dann wähle ich gern Beides oder den dritten Weg, der nach mehr Geduld verlangt 😉

Was und Wo?

Foto0623qIch gebe es zu, das ist nicht das beste Bild, aber ich dachte mir, dass man ja ein kleines Rätsel an diesem Montagabend starten könnte. Die Frage ist, was das für eine Plastik ist (das dürfte noch sehr einfach sein) und wo sie steht (das dürfte schon schwieriger werden, wenngleich es ja einen Hinweis in dem Bild gibt, der eine grobe Einordnung erleichtert).

p.s. ich bekomme gerade keinen ordentlichen Post mit dem Bild hin, ihr müsst also draufklicken, damit man da wirklich was erkennt. Achja und einen Gewinn denke ich mir noch aus… 😀 da nehme ich gern Vorschläge entgegen.

Parkplatzdiebin

Beim Blick aus der Küche bemerke ich, wie jemand sich auf meinen Parkplatz stellt. Nur einen Moment später eilt mein Nachbar aus der Tür. Es ist seine Besucherin. Sie hat meine Erlaubnis, dort zu parken, aber normalerweise bekomme ich nicht mit, wie sie ankommt, sondern werde ihr eher gewahr, weil sie kommt. Ich weiß nicht, was die Zwei für ein Verhältnis führen und es interessiert mich auch nicht wirklich, aber immerhin höre ich sie doch alle paar Wochenenden durch die Wände durch. Was wohl der Nachbar, der zwischen uns wohnt noch so alles mitbekommt? Na mich lässt es immer wieder schmunzeln, wenn sie ihre sekundenlangen, nein Moment, eher minutenlangen Orgasmen herausschreit. Ohhhh jaaaaaaaaaa, da muss ich bei schmunzeln. Vermutlich nervt es den Nachbarn zwischen uns, aber der soll sich mal nicht beschweren, denn seine dumpfsinnige Musik schallt auch viel zu oft und viel zu spät durch das Wohnhaus. Was wohl die anderen Nachbarn so mitbekommen? Das schreiende Baby habe ich noch nie gehört, wenngleich ich schätze, dass es von der Lautstärke her gut mit der Parkplatz besetzenden Bekanntschaft mithalten kann.

Das alte Ehepaar wird vermutlich keinen Laut von sich geben, wobei man ja nie wissen kann, denn am Ende haben sie in ihrem Schlafzimmer ein SM-Zimmer eingerichtet und deswegen hört man regelmäßig das hohe, klatschende Geräusch aus der Heizung, welches eben nicht Zeichen dafür ist, dass sie mal wieder entlüftet werden müsste. Die drei Singledamen aus dem Erdgeschoss sind allesamt ruhig, so viel ist sicher, wenngleich es mich wundert, dass sie mich noch nie fragten, ob ihr wochenendlicher Besuch nicht meinen Parkplatz benutzen dürfte. Warum hat mein männlicher Nachbar eine Beziehung und jene drei lebenslustigen Damen sind allein? Es wird mir ein Rätsel bleiben, welches auch gar nicht gelöst werden muss. Nicht um diese Uhrzeit, da schlürfe ich lieber noch meinen Tee und lese mich so durch die Nachrichten.

Guten Morgen 😀

Eine Welle von Gefühlen

Habe ich eigentlich mal meine Liebe zum Meer erklärt? Ich glaube nicht und mir ist gerade danach, dies zu tun, vermutlich weil hier den ganzen Tag landunter war. Ich mag es sogar an solch kühlen Tagen, das gute Meer. Einst war es mein Lebensretter, wenngleich ich heute weiß, dass die Krankheit, die ich damals hatte, mich kaum umgebracht hätte, aber wenn man keine Luft mehr bekommt und zudem noch ein Kind ist, dann sieht die Realität anders aus. Das gute Meer, es ist mir bis heute ein guter Freund geblieben, den ich viel zu selten besuche und der mich zum Glück nicht besucht. Ich liebe es gerade an einem kühleren Tag auf dem Sand zu sitzen, in die Wellen zu schauen und die salzige Luft einzuatmen. Ich habe das gute Meer auch einmal trinken wollen und spürte die Auswirkungen davon noch Tage später, mittlerweile genieße ich es einfach, mich von den Wellen hin und her schaukeln zu lassen. Vor einem Jahr war ich mit einem sehr guten Freund in Kroatien und wir fuhren an der Küste entlang. Immer wieder wechselte der Blick vorn aus dem Auto zwischen Felswand und Meer und mir ging es dabei wie einem kleinen Kind, welches sich wundert, wenn die Person gegenüber verschwindet, weil sie sich die Augen zuhält, um dann sofort darauf wieder loszulachen, wenn die Augen wieder auftauchen. Es gibt für mich kaum etwas schöneres, als die Sonne, die über dem Wasser weilt.

Ich weiß noch nicht, was ich zu Weihnachten machen werde, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann würde ich am liebsten ans Meer fahren. Irgendwo in einer kleinen Hütte sitz ich dann eingewickelt in endlose Schichten von Kleidung, damit ich beim ersten Lichtstrahl aufstehe, um das Erlebnis nicht zu verpassen und mir am ersten Weihnachtsfeiertag irgendwo frischen Fisch zu besorgen. Mir ist schon klar, dass sich Viele auf die Familie zu Weihnachten freuen und dagegen möchte ich auch gar nicht sprechen, aber wenn ich meine Zeit so plane, dann ist das der einzige Zeitpunkt, in der ich noch einmal reise in diesem Jahr und dann würde ich gern ans Meer reisen…vielleicht sollte ich das für das kommende Jahr mal anregen, denn zu Hause brauchen wir nicht zu feiern, solch einen Ort gibt es eh bei meiner Familie nicht. Für mich ist das Meer meine Heimat und auch wenn ich nach meinem Tod nichts mehr mit meiner sterblichen Hülle zu tun haben werde, so hoffe ich doch, dass man mir meinen letzten Willen erfüllen wird und meine Asche über dem Meer verstreut, denn das ist mein Zuhause.