Gefallener Gott

Mir jagt es einen kalten Schauer über den Rücken. Die Hitze der Wüste ist in diesem Gang nicht zu spüren und auch die gleißende Sonne lässt sich nur erahnen, denn ein dünner Lichtstrahl weißt mir meinen Weg, den ich erhaben abschreite. Neben meinen Schritten höre ich nur meine Diener, die sich im angemessenen Abstand zu mir bewegen, denn ich allein gestatte ihnen, mir zu folgen. Der Lichtstrahl wird intensiver und ich bereite mich innerlich darauf vor, der erdrückenden Helligkeit ausgesetzt zu sein. Ich darf nicht blinzeln, ein Pharao, nein, ein Gott wird nicht blinzeln. Dann ist es so weit und wie eine Flutwelle trifft mich der Sonnenstrahl. Ich kämpfe gegen das Zucken meiner Augenlider an und kann sie nicht offen halten…

…ich blicke in besorgte Gesichter, die sich über mich gebeugt haben. Ein dumpfer Schmerz in meinem Gesicht lässt mich erinnern, wie ich an der Theke stand und mit dem schönen Mädchen flirtete. Dann rempelte mich jemand von hinten an. Ich drehte mich grimmig guckend um und mir gegenüber stand ein ebenso aggressiv blickender Kerl. Ich fragte ihn, ob er Stress will und bekam die Antwort in Form seiner Faust zu spüren.

Als ich mich aufrichte, schießt mir ein Schwall Blut aus der Nase und verteilt sich auf meinem Hemd. Meine Blase hatte ich in meiner Auszeit auch nicht mehr unter Kontrolle, das schöne Mädchen schaut angeekelt weg. Hätte ich nur nicht geblinzelt, so wäre ich noch ein Gott und würde niemals so tief fallen.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

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