California Dreamin

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Die Sonne hat sich bereits dazu entschlossen, unter zu gehen, als ich an diesem Sonntagabend durch die Stadt unterwegs war. Beim Überqueren des Flusses fällt mein Blick auf die nächste Brücke und ich stelle fest, dass sie anders wirkt, geradezu märchenhaft, doch ich weiß nicht, warum es mir so scheint. Ich bleibe stehen und suche sie ab, bis mir bewusst wird, dass ihre Beine nicht im Wasser versinken, sondern sich in einer dichten Nebelwolke verstecken. Einen Moment halte ich inne und fühle die angenehme Wärme des Herbstabends. Meine Gedanken wandern einige tausend Kilometer über die Erde und vergleichen die Schönheit dieses Anblicks mit dem der Golden Gate Bridge, die im weißen Nebel versinkt. Aber natürlich kann die Schönheit dieses Flussufers ebenso wenig mit der der San Francisco Bay verglichen werden, wie es diese alte Steinbrücke mit der rostig-roten in Kalifornien werden kann. Hier wirkt alles eher wie in einem Schwarz-Weiß-Film; ein wenig unecht, aber durchaus romantisch. Es verwundert mich nicht, dass ich in meinem inneren Ohr die Melodie von „California Dreamin‘“ vernehme, während ich in weitere Träume versunken, durch die Stadt wandere.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

14 Kommentare zu „California Dreamin“

    1. Wir hatten die Version der Mamas and Papas in der siebten oder achten Klasse mal mit unserem Tutor einstudiert, bis die zimtzickige Musiklehrerin sich beschwert hat und wir daraufhin jenes Lied nicht mehr weiter im Unterricht singen durften. Ich weiß bis heute nicht, was ihr Problem war und es ist mir auch egal, denn was diese Frau damals zerstörte, war das schöne Gefühl von Gänsehaut, wenn die Klasse am frühen Morgen jene Song zum Besten gab.

      1. Vielleicht hat sie mit diesem Song schlechte Erfahrungen verknüpft und es nicht ertragen, wenn sie ihn jeden Morgen vorgetragen bekommen musste. oder sie wollte ein bisschen Macht ausüben… Auf jeden Fall schade, dass sie das Gefühl zerstört hat. Aber du scheinst ihn ja dennoch noch zu mögen 🙂

      2. Ich vermute eher, dass sie nicht damit klar kam, dass wir bei ihren Liedern niemals so viel Gefühl erzeugt haben und hören musste sie es ja nicht, da wir es ja bei einem anderen Lehrer gesungen haben. Sie hat es dann wohl irgendwann mal mitbekommen, als wir es drau0en auf dem Pausenhof sangen. Und nö, mir konnte sie es nicht kaputt machen.

      3. Das erscheint mir durchaus sinnvoll. Zumindest wenn es um das eigene Wohl und Interesse geht, denn hier wurde definitiv Schaden angerichtet und es wäre schön gewesen, wenn wir uns damals dagegen aufgelehnt hätten und der alten Schreckschraube mal gezeigt hätten, dass wir auch Rechte haben.

      4. Das erinnert mich jetzt an den Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“… ich weiß nicht mehr, ob sie am Ende aus Rebellion gesungen haben, aber eine singende Schulklasse, die ein Lied aus Leidenschaft singt war es auf jeden Fall 🙂

      5. Oh, mal ein Film, den ich noch nicht gesehen habe, aber das klingt doch nach einem schönen Ende. Und kommen mir die Zeilen
        „We don’t need no education
        We don’t need no thought control
        No dark sarcasm in the classroom
        Teacher leave them kids alone
        Hey! Teacher! Leave them kids alone!“
        in den Kopf…hach und so wandere ich von Song zu Song 😀

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