Eine Welle von Gefühlen

Habe ich eigentlich mal meine Liebe zum Meer erklärt? Ich glaube nicht und mir ist gerade danach, dies zu tun, vermutlich weil hier den ganzen Tag landunter war. Ich mag es sogar an solch kühlen Tagen, das gute Meer. Einst war es mein Lebensretter, wenngleich ich heute weiß, dass die Krankheit, die ich damals hatte, mich kaum umgebracht hätte, aber wenn man keine Luft mehr bekommt und zudem noch ein Kind ist, dann sieht die Realität anders aus. Das gute Meer, es ist mir bis heute ein guter Freund geblieben, den ich viel zu selten besuche und der mich zum Glück nicht besucht. Ich liebe es gerade an einem kühleren Tag auf dem Sand zu sitzen, in die Wellen zu schauen und die salzige Luft einzuatmen. Ich habe das gute Meer auch einmal trinken wollen und spürte die Auswirkungen davon noch Tage später, mittlerweile genieße ich es einfach, mich von den Wellen hin und her schaukeln zu lassen. Vor einem Jahr war ich mit einem sehr guten Freund in Kroatien und wir fuhren an der Küste entlang. Immer wieder wechselte der Blick vorn aus dem Auto zwischen Felswand und Meer und mir ging es dabei wie einem kleinen Kind, welches sich wundert, wenn die Person gegenüber verschwindet, weil sie sich die Augen zuhält, um dann sofort darauf wieder loszulachen, wenn die Augen wieder auftauchen. Es gibt für mich kaum etwas schöneres, als die Sonne, die über dem Wasser weilt.

Ich weiß noch nicht, was ich zu Weihnachten machen werde, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann würde ich am liebsten ans Meer fahren. Irgendwo in einer kleinen Hütte sitz ich dann eingewickelt in endlose Schichten von Kleidung, damit ich beim ersten Lichtstrahl aufstehe, um das Erlebnis nicht zu verpassen und mir am ersten Weihnachtsfeiertag irgendwo frischen Fisch zu besorgen. Mir ist schon klar, dass sich Viele auf die Familie zu Weihnachten freuen und dagegen möchte ich auch gar nicht sprechen, aber wenn ich meine Zeit so plane, dann ist das der einzige Zeitpunkt, in der ich noch einmal reise in diesem Jahr und dann würde ich gern ans Meer reisen…vielleicht sollte ich das für das kommende Jahr mal anregen, denn zu Hause brauchen wir nicht zu feiern, solch einen Ort gibt es eh bei meiner Familie nicht. Für mich ist das Meer meine Heimat und auch wenn ich nach meinem Tod nichts mehr mit meiner sterblichen Hülle zu tun haben werde, so hoffe ich doch, dass man mir meinen letzten Willen erfüllen wird und meine Asche über dem Meer verstreut, denn das ist mein Zuhause.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

6 Kommentare zu „Eine Welle von Gefühlen“

    1. Und dabei hast du so ein schönes Meerbild zur Erinnerung…wobei ich selbst auch eines habe, was ich ja mal nutzen könnte, auch so schön schattig 😀

      Hach, ich glaube, ich nehme mir nachher einfach mein Rad und strample mich bis zum nächsten Meer durch 😀

  1. da sind wir ähnlich gestrickt, ich liebe das Meer, ich liebe es am Strand entlang zu laufen, egal bei welchem Wetter, ob schön oder windig, und ich hoffe meine Kinder erfüllen auch mir den letzten Willen, am liebsten wäre mir Australien, aber auf jeden Fall soll meine Asche auch ins Meer verstreut werden…und Weihnachten, naja meine Familie besteht aus meinen 3 Kindern, der Sohnemann wohnt in Trier, eine Tochter in Münster, und die Jüngste wohnt noch bei mir, daher Weihnachten im kleinen Kreis, und meine andere Verwandtschaft…wenig Kontakt, auch nicht wichtig

    wünsch dir einen schönen Abend und viel Kraft und Ausdauer bei deiner Fahrradtour „grins“

    Lydia

    1. Hallo Lydia,

      ich bin da beim Verstreuen der Asche pragmatischer und denke mir, dass meine Moleküle sich dann im Laufe der Zeit eh überall in den Meeren finden lassen 😉

      Was Weihnachten betrifft, so muss ich gestehen, dass ich das eher für mich allein plane. Eine Feier in Familie ist es eh nicht und ich fand es nicht schlimm, als ich mich letztes Jahr dafür entschied, allein zu bleiben. Dieses Jahr werde ich wohl zu meinem Vater fahren. Und deine Kinder kommen dann zu dir oder wie ist es dann, das kam jetzt nicht so ganz raus?

      Und ich freue mich jetzt schon auf meine neuen Waden nach der Tour 😀
      Ben

      1. Mein Sohn kommt aus Trier für ein paar Tage, meine andere Tochter hat nach einer Auseinandersetzung mit mir den Kontakt abgebrochen, leider, aber sie hat eine Entscheidung für ihr Leben getroffen, und das muss ich akzeptieren, auch wenn es mir als Mutter schon sehr weh tut,unabhängig von Weihnachten…ich war auch schon mal vor Jahren alleine, da waren die Kinder bei ihrem Vater, und auch das war okay für mich, hab es mir gemütlich gemacht, mit Christbaum, ohne geht gar nicht „grins“

        lg und einen schönen Tag

        Lydia

      2. Okay, das klingt sehr traurig mit deiner Tochter, wenngleich ich mir sicher bin, dass ihr auch wieder zueinander finden werdet…
        Ein Weihnachtsbaum…als ich letztes Jahr zu Hause blieb, ließ mir meine Mutter einen schicken, nur so knapp 70cm hoch, aber tatsächlich packte ich die Geschenke, die ebenfalls per Post kamen darunter, um sie dann irgendwann in der Nacht vom 24. zum 25. zu öffnen 😉

        Ich wünsche auch dir einen schönen Tag.
        Ben

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