Die Macht der Musik

Gibt es eine Sprache, die jeder Mensch versteht? Angeblich gab es sie bereits. Doch nachdem man einen überhöhten Turm baute und somit wohl keine Grenze, egal ob moralisch oder technisch, dem Menschen Einhalt gebieten könnte, zerstreute Gott die Menschen und verwirrte ihre Sprache. Den Turm zu Babel zerstörte er dabei natürlich auch. Warum er dann jetzt nichts tut, während wir wieder Gott spielen, ist mir zwar noch nicht so ganz klar, aber immerhin verstehe ich meistens die Sprache der Wissenschaftler nicht. Nun aber genug mit der Blasphemie und wieder zurück zum eigentlich Thema, der Musik.

Überlegt mal, ob euch eine Sache einfällt, die jeder Mensch mag, ohne sie tun zu müssen. Mir fällt da nur die Musik ein und sie könnte als universale Sprache dienen, denn sie kann die Emotionen der Menschen besser ausdrücken, als es die bloßen Worte jemals schaffen werden. Nun mag man einwenden, dass es mittlerweile so viel Musikstilrichtungen wie Sprachen gibt und man nicht an jeder Form von Musik Gefallen findet. Dem stimme ich zu und frage mich, ob es handgemachte Musik sein muss, die die Emotionen weckt und erklärt. Man muss zumindest die Musik nicht lieben, deren Emotionen man versteht. So war es ja auch mit dem Gejaule, dass ich neulich im Supermarkt ertragen musste. Ich verstand weder den Text, noch gefiel mir die Musik, aber ich bin mir sicher, dass die Sängerin eine zerstörte Liebe beklagte.

Und so stellt sich mir die Frage, ob die höchste aller Künste (da zitiere ich mal Pythagoras etwas freier) neben ihrer Eigenschaft der Unterhaltung, nicht viel häufiger ausgeübt werden sollte. Ich für meinen Fall hab außer im Auto schon Jahre nicht mehr gesungen und da ich kein Auto mehr fahre, fällt also auch jener Gesang flach. Ich habe früher sehr gern gesungen und frage mich deswegen, warum unsere Gesellschaft so sehr die Musik kauft und verkauft, sie aber nicht viel häufiger selbst macht?

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

25 Kommentare zu „Die Macht der Musik“

    1. Da singe ich ja dann allein, aber mir ging es doch eher um das Musikerleben in der Masse 😉 das letzte Mal hab ich 2007 auf der Bühne gesungen und da meinte der begleitende Gitarrist, dass ich den Song lediglich eine Terz zu hoch oder zu tief angesetzt hätte, aber da konnte er umgreifen 😀
      Und meine Dusche ist viel zu nahe am Treppenhaus und unsere Wände viel zu dünn, als dass ich sowas machen würde 😉

      1. Dann suche dir einen Chor!
        Ich habe früher auch gerne im Chor gesungen, das macht Spaß.

        Dünne Wände – Ausreden!
        Es reicht doch, wenn du piano singst.

        Ich singe daheim häufig im Duett mit dem Radio, bleibe dabei bei Zimmerlautstärke.
        Das hat bisher noch niemanden gestört.

      2. Nö, mach ich nicht. Das Theater und das Schreiben braucht schon einiges an Zeit, zudem noch sportliche Betätigungen…da brauche ich eigentlich keinen weiteren Termin in der Woche um lateinische Lieder zu trällern (ich muss auch sagen, dass die Chöre hier eher abschrecken, was die Musiker betrifft).

  1. Ich schätze Musik zu sehr, als daß ich sie mit meiner Unfähigkeit beleidigen würde. Sammeln, bewahren und weiterverbreiten, das ja. Aber nicht durch eigene Schieftöne entwerten. Das Verstehen der transportierten Emotionen, das kann ich dir gut nachvollziehen. Derzeit höre ich beinahe täglich portugiesische Musik und und erfasse oftmals den Kontext, noch bevor mein Hirn den Text tatsächlich übersetzt. So wie bei deinem Supermarktgejaule…

  2. Vor allem möchte ich anderen nicht durch meine Unfähigkeit den Spaß an der Musik verleiden 😉 Da überlasse ich lieber Könnern oder talentierteren Menschen aks mir die Ausübung und genieße einfach nur das Zuhören…

      1. Das kann natürlich sein, obwohl es definitiv Menschen gibt, denen ich da jegliche Begabung abspreche (mich zähle ich dazu) und dann ists besser andere nicht zu quälen… obwohl das nicht heißt, das ichs nicht immer wieder versuche: ich hab zum Beispiel mal bei einer Art Chor mitgemacht, aber die haben mich immer alle sehr böse angeguckt 😉

  3. Obwohl ich als junges Mädchen mal im Chor gesungen habe, wäre ich sehr, sehr schnell allein, wenn ich heute anfangen würde zu singen. Manchmal fällt man allerdings nicht auf. Wenn ich unterwegs bin und irgendwo laute Musik gespielt wird, die alle kennen, dann scheut sich keiner zu singen. In diesen Momenten hat jeder Spaß, vergisst Raum und Zeit und ist einfach nur glücklich für, über und in diesem Moment. Die Musik ist zwar nicht unbedingt jedermanns Geschmack, aber sie verbindet in diesem Moment.

    1. Also die Antworten von euch und auch von mir zeigen mir sehr deutlich, dass es eigentlich daran mangelt, dauerhaft zu singen. Man sollte beim Kinde anfangen und nie damit aufhören, sonst hat man nur Angst vor der eigenen Stimme.

  4. Ich liebe Musik! Die richtige Musik berührt meine Seele und entführt mich in (kreative) Welten.Selbst singen? Nein. In der Schule habe ich nur mitgesungen.

    Ich habe keine Angst vor meiner Stimme. Aber die erhebe ich nur mit Worten. Auch wenn ich Aya Ueto ähnlich sehe, ihrem Gesang folge ich nur andächtig lauschend. 😉 Auch wenn ich (auf dem Papier) Buddhistin bin, war ich schon oft in Kirchen. Ich mag gern Gospelgesänge hören, oder einfach den Kirchenchor. Die Akustik in Kirchen ist einzigartig!

    Meine Kunst ist anders. Aber wer weiß wo ich heute stünde, wäre mein Vater ein Sänger! *holt tief Luft und beginnt zu singen* Hey … wieso rennt ihr denn alle weg? *lacht*

    1. Auch das ist die Macht der Musik: Man kann damit Leute verjagen 😀 und auch mir kommt so eine angenehme Gänsehaut, wenn ich in einer Kirche einem Chor lausche. Ich traue mich mittlerweile auch kaum mehr zu singen, was eigentlich schade ist, aber solange ich noch andere Künste beibehalte, ist das schon noch okay so, finde ich.

  5. Sofern man Musik nicht selber machen kann (oder denkt, das man das nicht kann), kann man sie sich dennoch zueigen machen, finde ich. Natürlich, indem man sie teilt, aber auch, indem man sie (er-)lebt, sozusagen. Vielleicht machen deshalb nicht mehr Menschen selbst Musik, weil es ihnen ausreicht, in den Liedern von anderen „aufzugehen“.

  6. …hmm, ich seh ds ganze auch noch ls eine art therapie, nicht nur für die lunge und das zwerchfell, sondern auch für loslassen von zu viel angestauter energie. ich singe überall, manchmal zum leid der anderen, wenn sie dann meinen blöden ohrwurm auch haben hahah 😉

    1. Blöde Ohrwürmer verpassen wir uns ganz gern mal auf Arbeit 😉 und ja, es ist durchaus eine Therapie. Ebenso hilfreich kann es manchmal auch sein, einfach zu schreien, das setzt Endorphine frei 😀 die Leute schauen dann nur so komisch.

  7. Dieser Artikel beglitt mich auf meiner kurzen schweren Reise und ich hab‘ doch tatsächlich mal wieder laut gesungen. Tat unheimlich gut. Verblüffend gut. Ich sang sogar eine Hymne auf mich…

    1. Oh, das freut mich, dass dir mein Text ein Wegbegleiter sein konnte und dich hat laut singen lassen. Da fühle ich mich, als würde ich meine Leser zu dem ein oder anderen Ding anregen können mit meinen Texten…aber darf ich dann noch trübsinnige Zeilen schreiben?

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