Eine kurze Liebe

Vom Finden

Niemals hätte ich gedacht, dass du mich wahrnimmst. Die dunkle Tanzfläche gab mir nur Bruchteile von Sekunden, in denen die bunten Strahler dein Gesicht zeigten, bevor sie meines blendeten. Meine Freunde waren bereits gegangen und mir blieb nur eine harte Bank und ein schales Bier.

Warum hast du dich neben mich gesetzt? Warum drangst du ein in die Welt dieses einsamen Kerls? Ich wagte es nicht mehr, dich anzusehen und betrachtete stattdessen aus den Augenwinkeln, wie du aus einer Pappkarte ein Schiff basteltest. Es klappte nicht und kaum merklich zuckte ich verständnisvoll mit den Achseln. Du hieltst mir deine Flasche entgegen und ich stieß mit dir an. Viel sprachen wir nicht und lange sollten wir uns nicht wiedersehen. So tratst du in mein Leben.

Vom Werden

Nach so vielen Wochen dann doch plötzlich eine Nachricht von dir. Ich hatte meine Scheu schon wieder ganz vergessen, bis ich dich wieder traf. Du blicktest verlegen zu mir und ich ebenso zu dir. Wieder blitzte das Licht uns entgegen und wieder küssten wir uns nicht. Sind diese zwei Menschen nun Fremde, Freunde oder gar Verliebte?

Vom Bekommen

Am ganzen Körper zitterte ich, so aufgeregt war ich. Deine Haare lockten sich sanft in der kühlen Abendluft. Deine Augen trauten sich mittlerweile mit meinen Kontakt zu halten, jetzt jedoch nicht, sie sind wieder scheu wie ein Reh. Mein Herz ist wild, es pocht, es schreit und es schmerzt mir in der Brust, so heftig schlägt es. Deine Lippen und die Spitze deiner Zunge ist es, wonach es mich verzehrt. Wie kamst du nur so schnell in meine Welt? Woher kanntest du den Weg hinein, nachdem mir der Weg nach Draußen verschlossen blieb?

Vom Verlieren

Ich liebe deine Küsse. Jedes Mal, wenn wir uns sehen, freue ich mich darauf, doch dieser Kuss eben galt nicht mir. Du verabschiedetest dich nicht von mir. Wolltest nicht gehen, aber bleiben konntest du auch nicht, dafür forderte ich zu viel von dir, du freier Vogel. Du trautest dich nicht mehr zu mir, aus Angst, ich wäre wütend. Doch ich war nicht wütend, ich war verletzt.

Es war doch alles kaum mehr als ein paar Augenblicke. Zurück in meiner Welt bleibt der einsame Kerl, der wieder neben den flackernden Lichtern auf der Bank sitzt und ein schales Bier trinkt; dieses Mal unbemerkt.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

9 Kommentare zu „Eine kurze Liebe“

    1. Oh, keine Sorge, die wahre Begebenheit dazu ist schon zwei Jahre her und das war nur eine Erinnerung, die mich in einer schlaflosen Nacht überkam und ins Notizbuch gekritzelt wurde. Natürlich denke ich gern noch mal zurück an eine vergangene Liebe oder auch an die Erotik, aber mein herz wird deswegen nicht schwer werden.
      Ich möchte dir aber dennoch danken für deine Anteilnahme, das wären jetzt zumindest die Worte, die ich gern lesen würde 😉

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