Glaubensbekenntnisse

Zu Weihnachten wird man ja doch ne Spur gläubiger: Man feiert die Geburt von Jesus, geht in die Kirche, dem Pfarrer zu lauschen und steckt einen Engel auf die Spitze des Weihnachtsbaums. Und auch mir dürfte man dies unterstellen, wenn man die ganzen Ohgotts hören würde, die mir ständig durch den Kopf schießen, wenn ich eine Woche vor Weihnachten zur Mittagszeit in einer überfüllten Innenstadt unterwegs bin. Vermutlich sind das alle drei Millionen Arbeitslosen, die wir in Deutschland laut Statistik haben plus verschleierten Erwerbslosen, über die das Amt für Arbeit nicht berichten darf. Jeder normale Mensch sollte doch zu dieser Zeit auf Arbeit sitzen.

Okay, natürlich sind auch Rentner unterwegs, was mich ein wenig überrascht, denn die nerven mich ja schon an Samstagen oder sind die etwa jeden Tag am Einkaufen und wenn das so ist, können die dann nicht was von ihrer Rente für die sogenannten Altersarmutler spenden und mir damit einen Tag gönnen, an dem ich mich nicht an ihnen vorbeiquetschen muss, weil sie ihren Einkaufswagen auf der einen Hälfte des Ganges platzieren und sich dann vorm Regal so tief vornüber beugen, dass allein die zehn Zentimeter zwischen ihrem Gesäß und dem EInkaufswagen bleiben, die man noch nutzen kann, um an ihnen vorbei zu kommen (Mein Gott, was für ein langer Satz und Gott verdammt, schon wieder ein Bekenntnis…aber dieser Satz hat einen eigenen Absatz verdient!)?

Nun denn, es ist fast alles besorgt, was ich brauche und die letzten Dinge sollte ich in einer etwas abgelegenen Drogerie bekommen, somit bin ich ganz zuversichtlich, dass mir weitere, nervige Innenstadtbesuche bis nach Weihnachten erspart bleiben, nur fängt ja dann die Umtauschzeit an. Die überteuerten Geschenke müssen ja wieder zurückgegeben werden, denn zwei Wochen sind schnell rum, wenn man schon ne Woche vor Weihnachten kauft und dann noch Feiertage den Einkaufsspaß verderben. Ich mache es dieses Jahr geschickt, denn ich verschenke nur Dinge, die sich schlecht umtauschen lassen. Ich hätte da ein schlechte Gewissen, das noch duftend warm ist. Ebenso eine frisch gestrickte Faulheit. Und eine gehörige Schippe Arroganz. Oh und ein Päckchen Egoismus hätte ich auch noch abzugeben…wobei…nö, den Egoismus bewahre ich mir und mit ihm auch die anderen tollen Geschenke. Dann gibts eben was schönes Gebasteltes und kleine Erinnerungen an vergangene Zeiten für die lieben Verwandten.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

16 Kommentare zu „Glaubensbekenntnisse“

  1. Du hast die Schüler und Studenten vergessen, lieber Ben. Auch die tummeln sich frohgemut an zimtduftigen Buden. Außerdem kann auch Mann den Einkauf um Weihnachten trainieren. Trainingsbeginn sollte der SSV sein, den es ja eigentlich nicht mehr gibt. Aber so gestählt überstehst du jedes Weihnachten! 😀

    Übrigens feiern (wir) Buddhisten nicht die Geburt von Jesus. Aber Weihnachten hat durchaus Tradition.

    1. Ich bin ja selbst konfessionslos und daher voller Konfussionen, fühle mich dem Buddhismus aber am nahestehensten. Doch jener Tradition kann ich mich auch nicht erwehren.

      Warum muss man den Wahnsinn denn trainieren? Kann nciht einfach jeder zu seiner Zeit Weihnachten feiern??? 😀

  2. „(Mein Gott, was für ein langer Satz und Gott verdammt, schon wieder ein Bekenntnis…aber dieser Satz hat einen eigenen Absatz verdient!)?“
    Das, mein lieber Ben, ist ein Absatz für die Ewigkeit. Und ewig gilt auch das verdammte Bekenntnis! Dafür sollst Du beglitzersternt werden. Und natürlich für den gesamten Text.

    1. Hallo und herzlichen Dank 🙂
      ach, Weihnachten geht es doch schon längst nicht mehr um Christus, also dürfen wir es gern als Fest der Liebe zelebrieren, zumindest mache ich das so, wo ich doch gar keiner Konfession angehöre.
      Ich hoffe daher, dass auch du darüber freust, wenn ich dir eben frohe Feiertage wünsche.

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