Mr. Green

Mr. Green

Es ist doch recht kühl und da genieße ich es, mich auch mal zurückzuziehen, ein paar Kerzen anzünden, ein Buch lesen und eine Tasse warmen Tee zu trinken…da fühle ich mich grün. 😀 Tja und dann ist das hier auch gleichzeitig ein Gruß an Mrs. Green, die sich ja zumindest in der nächsten Zeit hier nicht mehr blicken lassen möchte. Ich bedauere das sehr und färbe mich daher grün ein, vielleicht sieht sie es ja und muss darüber schmunzeln.

Ein Moment am See

Und wieder zerstachst du eine Seifenblase mit dem rechten Zeigefinger. Das war dir ein ebenso großer Spaß, wie es mir war, sie in die Luft zu pusten. Im Schneidersitz saß ich dir gegenüber und blickte in deine strahlend blauen Augen, die freudig glänzten. Nur einen Moment später lagen wir nebeneinander. Jeder auf dem eigenen Badetuch und einige Grashalme versuchten mir den Blick zu verstellen, doch sie verschwammen, weil der Fokus so klar auf diesem Gemälde lag, das dein Gesicht war. Unsere Freunde jagten sich nur weniger Meter entfernt im Wasser, aber die waren ebenso unkenntlich verschwommen, wie die grünen Halme. Nur dich sah ich, deine gelockten Haare, deine geschwungenen Lippen, die leicht geöffnet waren. Nur zu gern hätte ich dich berührt, doch es wäre zu viel gewesen. Das war die stillschweigende Vereinbarung, die ich für den Moment des Glücks eingehen musste. Lieben durfte ich dich nicht, es war wohl besser so, denn lieben konntest du mich nicht, dafür war dein Leben zu sehr durcheinander gewirbelt worden. Was du brauchtest, das war der Halt einer guten Freundschaft und nicht das unbändige Verlangen der Frühlingsgefühle. Und so war ich dir ein Freund. Womöglich auch ein Lügner, weil ich so gern mehr gewesen wäre, aber belog ich doch nur mich, denn niemals verlangte ich mehr von dir, als Freundschaft und niemals gab ich dir mehr als Freundschaft. Du brauchtest diese Hilfe für eine Weile und es war gut, dass du wieder in dein Leben fandst und deinen Weg gingst, damit ich auch meinen wieder aufnehmen konnte. Barfuß durch frisches Gras an einem See. Meine Freunde schwimmen im Wasser, während ich für einen Moment inne halte und aufnehme, was aufzunehmen ist. Die Wärme der Sonne auf meiner Haut, die Weichheit des Bodens und das kitzlige Kribbeln an den Füßen. Das Zirpen der liebeshungrigen Insekten und ein strahlend blauer Himmel. Ein kaltnasser Ball knallt mir gegen den Rücken. Das ist mein Zeichen, zu meinen Freunden zu stoßen.

Herrengedeck

Die wunderbaren Ladies des Herrengedeck haben mich beschenkt, da ich im Adventskalender ihren Eintrag korrekt nach Autorin zuordnen konnte. Da sitze ich also am Sonntagabend Zuhause und kämpfe mit den Nachwirkungen der letzten Nacht… ich bin ein wenig überrascht, denn der Abend wurde durch ein leckeres Ramen eingeleitet… zurück zu dem, was ich schreiben wollte: Also da sitze ich am Sonntagabend Zuhause, gehe mal eben zu meiner großartigen Nachbarin und lasse mir ein riesiges Paket geben. Beim Transport durchs Treppenhaus höre ich schon ein Gluckern…aha, also mit Herrengedeck…zurück in den eigenen vier Wänden blieb das Paket nicht lange verschlossen und das ist der Inhalt:

Herrengedeck 1

Drei Ladies und drei Küsse…mehr kann man sich nicht wünschen…

Herrengedeck 2

Herrengedeck 3

Das sind wirklich schöne Leckereien. Natürlich ein Herrengedeck, wie ich es noch aus meiner Heimat kenne. Dann leckere Schoki, Bonbons. Eine Glückskerze und Gummis, vermutlich zum Kauen…aber wie ihr seht, überlege ich noch…

Herrengedeck 5

Liebsten Dank an Anaïs, Bella und Candy, ich freue mich wirklich so sehr darüber und natürlich möchte ich mich sofort für die Knutscher revanchieren:

:-* :-* :-*

 

deep down

Diese Kälte am Morgen, sie behagt mir nicht, aber im Gegensatz zu all den anderen Leuten werde ich gleich ins Warme aufbrechen. Es ist nur ein kurzer Zwischenstopp nötig, um aus den sauberen Klamotten in den schon etwas versteiften und salzigen Blaumann zu wechseln. Danach geht es ab in den Fahrstuhl und hinab in dunkle Gewölbe. Aber das stimmt gar nicht, Gewölbe, das klingt so klein und eng und dabei sind die Decke und Wände hier viel höher und weiter, als jeder Raum, den ich zuvor sah, na vielleicht kommt die alte Schulsporthalle an diese Maße ran, aber da war es nur eine Halle und kein kilometerlanges Konstrukt. Was mich zudem an die Turnhalle erinnert, ist die Wärme hier unten. Sie ist aber anders, viel trockener, was sie so angenehm macht. Tja und düster…nun, düster ist es hier nur in den unausgeleuchteten Gängen, aber eigentlich strahlen die weißen Wände jedes kleine bisschen Licht ab, so dass aus der tiefsten Nacht der hellste Tag wird. Ein guter Freund bedauerte mich einmal für diese Arbeit, weil sie so anstrengend sei und man so dreckig dabei wird. Das stimmt, sie ist anstrengend und man sehnt sich bei der Auffahrt schon auf die nassen Strahlen, um das staubige Salz aus den Haaren und von der Haut zu waschen, aber dafür weiß ich nach einem Tag harter Arbeit, was ich geschafft habe. Ich falle am Abend zufrieden und müde ins Bett, das kenne ich auch anders. Mir gefällt es hier unten, die Wärme, die Stille und meine Kumpel, die mir die langen Fahrten in den Gängen durch ein Gespräch verkürzen und die mich hier rausholen würden, wenn mir etwas zustößt. Das ist für uns selbstverständlich. Vielleicht ist das hier kein Traumberuf und manch einer würde lieber zehn Kilometer in der Luft fliegen, als einen Kilometer unter der Erde zu arbeiten, aber vermutlich bewegt es einen Pilot nicht so sehr wie mich, wenn ich am Nachmittag mit dem Aufzug nach oben fahre und mich dann auf einmal die Sonne begrüßt.

Für Ina und Abayomi

Als ich dich kennenlernte, war ich ein verängstigter Junge und gerade vor Deinesgleichen lief nicht selten davon oder überquerte frühzeitig die Straße, wenn ich euch in der Ferne sah. Aber dann kamst du, Javor, und standest friedlich da. Womöglich spürtest du meine Angst, aber die daraus resultierende Ablehnung interessierte dich nicht. Nur zu gern belltest du uns des Nachts aus dem Bett und gabst erst wieder Ruhe, wenn wir nach dir riefen, ja wir hatten schon unseren Spaß miteinander. Angeknurrt hast du mich auch einmal. Ich gab dir mein Mittagsbrot und machte den Fehler, noch einmal auf dich zuzugehen, aber da kanntest du keinen Spaß, das war nun dein Essen und darum würdest du kämpfen. Ich erinnere mich, wie du mir mit deinem Kopf in die Seite stießt, damit ich dich kraule und dann denke ich zurück, wie ich dich heimlich beobachtete, wenn du draußen auf der Wiese saßt und in den roten Abendhimmel geschaut hast, der so wunderbar zu dem weißen Kalkberg im Gegensatz stand, hach, du alter Romantiker. Du hast es immer gut mit mir gemeint, das vergesse ich nie.

Ein Hund kann wirklich der beste Freund eines Menschen sein und das Schicksal von Ina und Abayomi habe ich in den letzten Wochen mitverfolgt. Ina ist Autistin und man verschrieb ihr verschiedenste Medikamente, die ihr nicht halfen, sondern sie nur noch schwächten. Dann bekam sie Abayomi. Er begleitet sie seit einigen Jahren und mit ihm fällt ihr das Leben leichter. Nun wird er nicht mehr lange leben und Ina hoffte darauf, dass ihre Krankenkasse ihr einen neuen Therapiehund zur Seite stellt. Das geschah leider nicht. Zugegeben, 3000 Euro sind nicht wenig Geld, aber wie viel Geld kostet wohl ihre Behandlung mit Therapeuten und Medikamenten über die Jahre? Die Natur stellt uns den besten Medizinschrank zur Seite, also sollten wir ihn auch nutzen. Ina bekommt nun von einem Verein Beschützerinstinkte e.V. einen Therapiehund bezahlt, aber sie wird weiterhin dafür kämpfen, dass Krankenkassen die Kosten für solch einen Therapiehund übernehmen. Dafür wünsche ich ihr alle Kraft und hoffe sehr, dass man zukünftig eine Chance auf einen solchen Helfer bekommt. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr ein treuer Begleiter einem im alltäglichen Leben eine Stütze sein kann. Nie muss man sich erklären, sondern meist merkte mir Javor schon an, wenn es mir nicht gut ging und kuschelte sich dann an mich. Das war mehr, als ich jemals von ihm erwartet habe. Wo auch immer du sein magst, lieber Javor, ich hoffe, du tollst nun schmerzfrei umher und bekommst endlos viele getrocknete Schweinsohren, die dir so gut schmeckten und die du immer so gern geknuspert hast.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet…

Der Satz gefällt mir ehrlich gesagt, weil er ein Beispiel dafür ist, wie falsch er gern ausgelegt wird. Wer soll hier eigentlich prüfen und wen? Das ist die Frage, die man sich selbst stellen sollte und die Antwort sollte einer reflektierten Person nicht schwer fallen. Es ist schon erstaunlich, dass unser Leben so sehr von dem Wunsch eines Lebenspartners bestimmt wird. Das fängt schon früh an, wenn man die Filme sieht, die einem zeigen, dass man lange Schlachten schlagen muss, um am Ende in den Armen des Partners zu liegen. Die Geschichten erzählen dann natürlich nicht weiter, denn da sind ja alle glücklich und zufrieden, daran besteht kein Zweifel, haben sich die zwei Menschen doch nun zusammen gefunden.

Erst neulich zeigte mir ein Freund einen Animationsfilm, in dem ein unscheinbarer Kerl zum Superhelden mutiert. Von Beginn an, geht es ihm dabei aber viel mehr um die Erlangung jener Frau, als darum, Gutes zu tun. Die Liebe als Motor unserer Taten…na das ist schon was dran…traurig eigentlich. Der Film endet dann damit, dass unser Superheld seine Kräfte ablegt und sein Leben riskiert, um ein kleines Mädchen zu retten, seine Hoffnung hatte er bereits aufgegeben und findet sich, dank dieser Tat nun doch in ihren Armen wieder. Ja, das wäre das typische Ende, aber dieser Kurzfilm will uns eine letzte Szene nicht vorenthalten und erst diese Szene macht den Film interessant. Sie kommt geschafft heim oder putzt, während er gemütlich im Sessel sitzt und ein Buch liest. Nun regt sie sich auf und alles weitere ist eigentlich egal. So lange hielt also der Wunsch an, für sie besonders sein zu wollen und etwas zu tun. Es ist nun ein anderes Kapitel, dass es einfach logisch ist, sich die Arbeit zu teilen, denn Lust auf Abwasch usw. hat kein Mensch, da brauchen wir nicht zu diskutieren. Worum es mir geht, ist doch die Frage, weshalb unser Held eigentlich jene Frau an seiner Seite haben wollte. War es ihr üppiges Dekolleté, welches per Nahaufnahme jedem Zuschauer vor Augen geführt wurde oder war es einfach nur der Wunsch, nicht mehr allein zu sein?

Und nun prüfe man einfach mal, warum man gerade nach einer Beziehung sucht? Ist es wirklich diese eine interessante Frau und warum muss schon vorher klar sein, wohin es gehen soll? Warum werden Gedanken gesponnen und Überlegungen angestellt, wie es wohl aussehen könnte in der Zukunft und wie perfekt alles wäre? Es erscheint dann plötzlich ganz wichtig, sofort diese Beziehung zu haben, wie ein Spielzeug, das man immer wieder mit großen Augen angeschaut hat. Die andere Person ist dabei gar nicht so relevant, sonst würde sie nicht so überhöht dargestellt. Fehler und Macken werden übergangen. Es geht weniger darum, einen Menschen zu erleben und ihm begegnen zu dürfen. Ich erwische mich selbst bei solchen Gedanken, erschrecke mich dabei und prüfe mich dann wieder…nicht die andere Person, denn die wird schon passen, wenn sie sich ebenso prüft oder es bereits weiß. Will ich eine Beziehung und warum will ich sie? Wird mein Glück davon abhängen, eine Beziehung zu führen? Dann werde ich auf ewig ein unglücklicher Mensch sein, denn mein Glück wird niemals wirklich das Meinige sein.

Ich liebe es, mit einer Frau im Bett zu liegen, ihr über die Haut zu fahren, ihren Duft einzuatmen, sie einfach bei mir zu spüren. Das geht nicht mit jeder Frau und deswegen kommen wohl auch mir manchmal jene Gedanken, wenn ich dann eben doch einer besonderen Frau begegnet bin, bei der ich mich einfach wohl fühle und die mich zum Lachen bringt. Aber muss dann zwangsläufig eine Beziehung daraus werden? Und noch viel wichtiger: Muss man deswegen darüber nachdenken? Immer wenn ich mich dabei ertappe, wie mir solche Gedanken kommen, prüfe ich mich. Ich nehme mir eine Auszeit und denke nach. Ja und am Ende weiß ich dann, dass es nur die blöde Romantik war, die man mir als Kind in den Kopf setzte. Und dann kommt mir ein ganz anderer Gedanke, nämlich der, dass ich diese andere Person vollkommen frei kennenlernen möchte. Ich möchte mich selbst nicht gefangen nehmen lassen von dem Wunsch, mit ihr zusammen zu sein. Gegen die Anziehung kann man nur schlecht ankämpfen, sie steht einer vollkommen freundschaftlichen Annäherung womöglich im Wege, aber sie ist auch ehrlich und muss deswegen auch nicht verleugnet werden. Anziehend darf man sich finden, aber den Film mit der Fahrt in den Sonnenuntergang…ja, den sollte man ganz schnell wieder ausblenden.

Das ist jetzt ein großes Gedankenchaos, was ihr da gerade lesen durftet, aber es sind Gedanken, die durch die letzten Blogeinträge von Freunden, durch jenen Film und natürlich auch und im Besonderen durch mein eigenes Leben inspiriert sind. Sie sind ungefiltert, aber ehrlich…

Die Lichter der Stadt

Während man so durch die frühe Dunkelheit in diesen Wintertagen in der Stadt zieht, hat er es schwer. Voll aufgebläht ist er und strahlend gelb, aber er steht einfach zu tief, um wahrgenommen zu werden, denn die Lichter der Stadt überstrahlen ihn. Ihr warmes Gelb ist überall und so wird er sich noch gedulden müssen, bis er ein wenig höher gewandert ist und einige der gelben Lichter erloschen sind. Man sieht später die kleinen, glühend roten Augen der Stadt. Über ihnen schwebt der Mond dann und schaut uns dabei zu, wie wir Ameisen durch die Stadt wandern. Er erleuchtet unseren Weg, bis wir in einem Haus verschwinden und uns erst Stunden später wieder blicken lassen. amüsiert und womöglich durchgeschwitzt. Unsere Augen werden kleiner sein und schon ein gemütliches Bett herbeiwünschen. Und selbst dann wirst du da oben noch in voller Größe strahlen und hoffen, dass du noch einen Blick des hellblauen Himmels erhaschen darfst oder wenigstens die Vögel singen hören wirst.