deep down

Diese Kälte am Morgen, sie behagt mir nicht, aber im Gegensatz zu all den anderen Leuten werde ich gleich ins Warme aufbrechen. Es ist nur ein kurzer Zwischenstopp nötig, um aus den sauberen Klamotten in den schon etwas versteiften und salzigen Blaumann zu wechseln. Danach geht es ab in den Fahrstuhl und hinab in dunkle Gewölbe. Aber das stimmt gar nicht, Gewölbe, das klingt so klein und eng und dabei sind die Decke und Wände hier viel höher und weiter, als jeder Raum, den ich zuvor sah, na vielleicht kommt die alte Schulsporthalle an diese Maße ran, aber da war es nur eine Halle und kein kilometerlanges Konstrukt. Was mich zudem an die Turnhalle erinnert, ist die Wärme hier unten. Sie ist aber anders, viel trockener, was sie so angenehm macht. Tja und düster…nun, düster ist es hier nur in den unausgeleuchteten Gängen, aber eigentlich strahlen die weißen Wände jedes kleine bisschen Licht ab, so dass aus der tiefsten Nacht der hellste Tag wird. Ein guter Freund bedauerte mich einmal für diese Arbeit, weil sie so anstrengend sei und man so dreckig dabei wird. Das stimmt, sie ist anstrengend und man sehnt sich bei der Auffahrt schon auf die nassen Strahlen, um das staubige Salz aus den Haaren und von der Haut zu waschen, aber dafür weiß ich nach einem Tag harter Arbeit, was ich geschafft habe. Ich falle am Abend zufrieden und müde ins Bett, das kenne ich auch anders. Mir gefällt es hier unten, die Wärme, die Stille und meine Kumpel, die mir die langen Fahrten in den Gängen durch ein Gespräch verkürzen und die mich hier rausholen würden, wenn mir etwas zustößt. Das ist für uns selbstverständlich. Vielleicht ist das hier kein Traumberuf und manch einer würde lieber zehn Kilometer in der Luft fliegen, als einen Kilometer unter der Erde zu arbeiten, aber vermutlich bewegt es einen Pilot nicht so sehr wie mich, wenn ich am Nachmittag mit dem Aufzug nach oben fahre und mich dann auf einmal die Sonne begrüßt.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

14 Kommentare zu „deep down“

  1. Ach Ben, wie immer nimmst du mich mit. Diesmal also unter Tage. Irgendwie hat der Salzblaumannben in meinem Kopf einen Famosvollbart, der, wenn er an’s Tageslicht kommt, salzweißkrustig kratzt. Hui.

      1. Momentan ist es nur ein stoppeliger Dreitagebart, der sich jetzt mal in die kalte Luft begibt 😀 und ich überlege noch, was ein Vergnüglichbeenebaumelgör ist… 😉

      2. Ditte is das Gör‘ was immer Unfug treibt und rumschabernackt. Schmeißt sich auch gerne unverhofft fetzigen Männern an den Hals. Herr Guinness kann ein Lied davon singen. Und Dreitagebart fehlt natürlich in meiner Famosbartaufzählung.

      3. Aha, na da ich ein großer Fan davon bin, wenn mir ein Gör um den Hals fällt, bist du herzlich eingeladen, es weiterhin zu tun. Der Dreitagebart ist eben die einfachste Art einen Bart zu tragen, weil er keine Pflege benötigt und man ihn sich fast komplett seiner selbst überlassen kann, zumindest für einige Tage 😉

      4. Wuhuuusch. Zack, hastes am Hals, mein Lieber. Ich muß allerdings anmerken, daß das Vergnüglichbeenebaumelgör‘ kein besonders verläßliches Ding ist. Außerdem war es in letzter Zeit ein wenig auf Herrn Guinness fixiert. Ich kann also für nix garantieren.

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