Erbaut

Hier begann es also. Nicht mehr als eine Furt  war der Grund. Hier wurde der reißende Fluss überquert, vermutlich ein breiter, freigetretener Pfad inmitten einer moosig-grünen Wiese, nah dem Wald. Hier also lagerten Wanderer, die eine Holzhütte bauten und spätere noch eine. Aus Holz und Matsch wurde Stein, aus grau-braunen Leinen wurden farbenfrohe Stoffe. Die Gebäude wurden reich geschmückt, damit jeder Besucher mit offenem Munde und voller Ehrfurcht durch die Straßen wandle. Große Feste feierte man mit großen Feuern, gespeist von gesammeltem Gehölz und später gar mit Büchern, bis man schließlich dich verbrannte und auszulöschen versuchte. Die Schönheit und Leichtigkeit war gewichen, die Menschen gingen gebeugt und beschämt durch eine Ruinenwelt. Doch dein gepeinigtes Herz schlug noch. Unregelmäßig und schwach, aber jeden Tag etwas mutiger. Und schau dich jetzt an, wie du mit jedem Puls die Menschen einsaugst und wieder hinaus pumpst. Die prachtvollen Bauten wurden von riesigen Glaswänden ersetzt, von denen aus man all das Treiben betrachten kann. Aus der Furt ist ein breiter und tiefer Fluss geworden, der immer wieder versucht, sich sein Land zurück zu erobern und du holst dir dabei jedes Mal nasse Füße. Hier begann es also.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

4 Kommentare zu „Erbaut“

      1. Ja, solltest du, es gibt kaum was Entspannenderes. Man ist eben abgeschlossen von der Welt und kann gar nicht anders, als Träume zu verfolgen. 😀

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