Über das Erinnern

Wenn ich mich oder Freunde frage, welche Zeit die glückliche und unbeschwerte war, dann ist es die Kindheit. Aber ist sie es nicht nur, weil wir uns damals nicht mir romantisch verklärtem Blick erinnerten? Ich blickte damals nicht zurück an die schönen oder an die schmerzlichen Momente. Also sollte ich zurück zu diesem Zustand, des Augenblickgenießens. Zurück zur animalischen Seite meiner selbst. Nur wozu habe ich dann jenes Geschenk erhalten, warum darf ich mich zurückerinnern? Wie vermessen wäre es, jene Gabe zurückzuweisen in der Hoffnung, einem Kinde gleich den Tag zu vergeuden? Jeden Tag die gleichen Fehler zu machen und sich dem lebenslangen Lernen zu verschließen, da wär schon ein einziger Tag, den meine Mutter mit mir schwanger war, zu viel gewesen.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

29 Kommentare zu „Über das Erinnern“

      1. Ja, ist die Frage, ob sich dieses gemeinsame Erinnern auch wandelt. Ebenso interessant ist es, inwiefern es Menschen ausgrenzt, die ganz andere Erinnerungen haben. Ein wirklich interessantes Thema.

      2. Man braucht ja nur mal umgezogen sein. Irgendwohin wo es Traditionen gibt, die man selber nicht kennt. Schon nicht einfach da dann Zugang zu finden…

    1. Ich finde das kollektive Gedächtnis sehr gefährlich. Zum Beispiel bist du dann schnell in der Situation, dass du einem Menschen, den du nie zuvor getroffen hast, aufgrund seiner Nationalität beurteilst. Weil in der Vergangenheit vielleicht sein Großvater gegen dein Großvater in den Krieg gezogen ist.

      Sorry, Ben, ist off-topic 😉 Toller Eintrag!

      1. Na dann lass mich eben in der Schublade streichel-zart stecken. Vielleicht kann ich mich ja bemühen, meine stachelige Seite zu verstecken, damit du nicht so viel Stress mit den Akten hast 😛

    1. Balance…die sollte man eh immer wieder erlangen. In der Gegenwart zu leben und dabei die Vergangenheit nicht aus den Augen zu verlieren, das bedeutet eben auch, dass man immer wach sein muss, sich immer wieder ermahnen muss, aber ja, diese Kombination ist die Kunst dabei. 🙂

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