Luftikuss

Du bist mir gar nicht so unähnlich in deiner Art. So unstetig und doch so verlässlich. Mal wütest du, da will sich niemand in deiner Nähe befinden und mal bist du ruhig wie die tiefste Nacht. Du liebst das Meer ebenso wie ich, bist wohl auch dort geboren und gebärst dort neues Leben in den heftigsten Stürmen und im kurzen Schaum auf den Wellen. Magst du das Salz auf deiner Haut so wie ich? Seinen Geruch? Seinen Geschmack? Fehlt es dir nicht ebenso sehr wie mir, wenn wir übers Land ziehen oder verweilen? Es wird Zeit für uns, zu neuen Ufern aufzubrechen: Einmal über den Ozean ohne Rückreise, bitte! Du könntest mich mitnehmen und mir Geschichten ins Ohr säuseln. Geschichten von fernen Ländern, von Freud und Leid. Geschichten, die du selbst schriebst mit deiner lebenslustigen Miene. Ob du Anderen wie mir begegnet bist, die dich verfluchten, wenn du ihnen Sand ins Gesicht bliest und dich liebten, wenn du eine dünne Zypresse auf einem kargen Felsen hin- und herschaukeltest und ihnen der Geschmack des Meeres in die Nase stieg? Oh du liebste Naturgewalt, wir bemerken dich halt oft erst, wenn du mächtig über uns kommst. Nicht Gottes Zorn bist du, sondern einfach nur du selbst in deiner unverbesserlichen Art, ganz ähnlich wie ich.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

7 Kommentare zu „Luftikuss“

  1. Ach ich liebe es deine Texte zu lesen,… Es ist als würde man für eine kurze Zeit abtauchen in eine kleine Oase in der schöne Worte wie wunderschöne Schmetterlinge um dich flattern 🙂

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