Erbaut

Hier begann es also. Nicht mehr als eine Furt  war der Grund. Hier wurde der reißende Fluss überquert, vermutlich ein breiter, freigetretener Pfad inmitten einer moosig-grünen Wiese, nah dem Wald. Hier also lagerten Wanderer, die eine Holzhütte bauten und spätere noch eine. Aus Holz und Matsch wurde Stein, aus grau-braunen Leinen wurden farbenfrohe Stoffe. Die Gebäude wurden reich geschmückt, damit jeder Besucher mit offenem Munde und voller Ehrfurcht durch die Straßen wandle. Große Feste feierte man mit großen Feuern, gespeist von gesammeltem Gehölz und später gar mit Büchern, bis man schließlich dich verbrannte und auszulöschen versuchte. Die Schönheit und Leichtigkeit war gewichen, die Menschen gingen gebeugt und beschämt durch eine Ruinenwelt. Doch dein gepeinigtes Herz schlug noch. Unregelmäßig und schwach, aber jeden Tag etwas mutiger. Und schau dich jetzt an, wie du mit jedem Puls die Menschen einsaugst und wieder hinaus pumpst. Die prachtvollen Bauten wurden von riesigen Glaswänden ersetzt, von denen aus man all das Treiben betrachten kann. Aus der Furt ist ein breiter und tiefer Fluss geworden, der immer wieder versucht, sich sein Land zurück zu erobern und du holst dir dabei jedes Mal nasse Füße. Hier begann es also.

Das böse Mädchen

Dazu muss man eigentlich nichts weiter sagen…außer womöglich, dass ich diese Wahrheit leider auch erkennen musste.

Viola Pustekuchen

Leises Tuscheln begleitete sein Ankommen, dass unangekündigter nicht hätte sein können und doch mit größtem Wohlwollen bedacht wurde. Er war ein gern gesehner Gast, hatte stets für jeden ein offenes Ohr und sorgsam bedachte Worte parat. Keiner konnte sich entsinnen ihn jemals im Zwist oder Streit gesehen zu haben. Wenn andere ihn beschrieben, sprachen sie stets von dem Netten, dem Gutmensch, der keiner Fliege etwas zu Leide tun konnte. Der Ein oder Andere konnte dies mit einer netten Anekdote bestätigen, wie er zum Beispiel einmal einer Freundin aus der Not geholfen habe, einmal einer alten Dame über die Straße oder im Allgemeinen jeden immer stets sehr freundlich grüße.

Er brauchte sich nicht auf Feiern anzukündigen, denn er wurde nie vermisst. Sie liebten ihn, wenn er da war, ergötzen sich an seiner Nettigkeit, holten sich Liebkosungen für die eigene Seele ab und merkten nicht einmal, wenn er fehlte. Es hatte lange…

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Bettgespräche

Es ist angenehm warm in meinem Bett und ich wäre schon längst in den tiefsten Schlaf versunken, würde mich nicht immer wieder eine Nachricht aus dem Übergang vom Wachen ins Träumen herausreißen. Und dann plötzlich bist du da. Hast dich durch die Kälte gekämpft und mit einer verschwommenen und drehenden Welt gekämpft. Dein Lächeln allein war meinen Kampf mit der Müdigkeit wert. Ich reiche dir T-Shirt und Boxershort, die du mit ins Bad nimmst, während ich mich wieder in die warme Decke einrolle. Vorsichtig öffnest und schließt du die Tür, kletterst zu mir ins Bett. Deine Beine sind eiskalt, ich umschlinge sie mit meinen. Sie werden lange gegen den Temperaturunterschied ankämpfen müssen, aber sie werden gewinnen. Schon komisch, dass du mich als Beschützer bezeichnest, denn mir scheint es so, als ob du meine Beschützerin in dieser dunklen, kalten Nacht bist. Wir reden über Menschen, über unsere Gedanken. Meinen Arm greifst du und legst ihn um dich, mit meinem Mund küsse ich dich zart auf den Hinterkopf und bilde deine zweite Haut. Ein Schutzschild, das von innen gewärmt wird. Eine schöne Einheit.