Demokratie ist…

Demokratie ist Sisyphusarbeit. Kaum scheint man es geschafft zu haben, dass alle am politischen Geschehen teilhaben, da rollt die Kugel die Stimm- und Rechtlosigkeit wieder den Berg hinab. Aber wir müssen sie in Bewegung halten, damit die, die nach uns kommen, noch wissen, dass es jene Kugel überhaupt gibt.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

54 Kommentare zu „Demokratie ist…“

  1. Demokratie ist auch nicht das Allheilmittel.
    In seinem Ursprünglichen Sinn definiert man Demokratie als Volksherrschaft.
    Es kann aber nicht jeder herrschen, das wäre Anarchie.
    Darum muss noch ein weiteres Kriterium hinzukommen, nämlich Mehrheitsentscheidung. Demokratie ist also immer auch Mehrheitsentscheidung. Und damit ist Demokratie zwangsläufig auch immer Unterdrückung von Minderheiten. Das wird nur nie dazu gesagt, ist aber verdammt wichtig. Denn wir erleben es weltweit, Tag für Tag, dass Minderheiten, auch oppositionelle Kräfte genannt, sich Mehrheitsbeschlüssen nicht unterordnen wollen. Was im Extremfall zum Bürgerkrieg führen kann. Aber euch das Potential von Terrorismus beinhaltet.

    Demokratie ist längst nicht so unproblematisch wie man uns glauben machen will.
    Je größer der Personenkreis für eine Entscheidungsfindung ist, um so unregierbarer wird das Land, da man sich nur immer auf den kleinsten gemeinsamen Nenner wird einigen können.
    Und andererseits, je größer so ein Gebilde ist (z.B. EU) um so geringer sind die Mitgestaltungsmöglichkeiten jedes einzelnen Individuums.

    Fakt ist auch, in allen Ländern denen die westliche Wertegemeinschaft Demokratie übergeholfen hat, (Irak, Afghanistan, Libyen, dem arabisch- afrikanischen Frühling und orangen Revolutionen) geht es den Menschen jetzt um ein Vielfaches schlechter als unter den vermeintlichen Despoten.

    Zum Schluss noch ein Zitat:
    Demokratie ist nichts anderes, als das Niederknüppeln des Volkes durch das Volk für das Volk.
    [Oscar Wilde – irischer Schriftsteller (1854 – 1900)]

    1. Demokratie muss erkämpft werden und das immer wieder. Man kann es keinem Land überstülpen. Es wäre unabhängig davon mal eine Frage wert, ob es diesen Ländern schlecht geht, weil man sie als demokratisch bezeichnet (denn nur weil man wählen kann, besteht noch längst keine Demokratie) oder ob die Einbindung in das westliche Kapitalismussystem nicht viel eher der Fehler ist, denn jenes kann nur von weniger stark industrialisierten Ländern profitieren.

      Ich halte die Demokratie für die beste aller Staatsformen. Die Probleme die du ansprichst, sind nicht verkehrt, aber sie eigentlich zeugen sie auch von einem gewissen Unverständnis über die sinnvolle Teilhabe. Eine Demokratie funktioniert in einem föderalen System unheimlich gut, also wenn jede Region für sich selbst zuständig ist, gleichzeitig aber in ein sozial-ausgleichendes Gesamtgebilde eingebunden ist. Wir haben so etwas in Deutschland, allerdings schafft sich der Föderalismus hier immer mehr ab und das sehe ich als den größten Feind der Demokratie, denn dadurch entsteht das Problem, dass es um eine Konsensfindung einer großen Masse geht, nur kann die große Masse nicht darüber abstimmen, was hier bei mir im Ort notwendig ist.
      Es muss gar nicht jeder herrschen, das wäre ja auch keine Demokratie, da stimmen wir überein, aber wir alle sind Teil einer demokratischen Gesellschaft und die beginnt und endet eben nicht in der Wahlkabine, so wie es viele Menschen glauben.

      1. Ich stelle Demokratie nicht in Frage, wollte nur deutlich machen, dass sie ebenfalls problembehaftet ist. Alleine freie- und geheime Wahlen sind noch keine Demokratie.

        Ich lasse die Einleitung jetzt mal weg:

        Wenn aber der Kandidat, nachdem er gewählt ist, als Abgeordneter / Volksvertreter nicht an seine Aussagen gebunden ist was er vor den Wahlen seinen Wählern versprochen hat – ja sogar das Gegenteil davon machen kann und macht, hat das nichts mehr mit Demokratie zu tun. Moralisch gesehen noch schlimmer als eine Diktatur, da das Volk hier vorsätzlich betrogen wird.

        Ähnliches findet im Rahmen von Koalitionen statt. Ein Bürger wählt eine Partei weil sie bestimmte Aussagen getroffen hat. (So sollte es jedenfalls sein) Geht diese Partei aber eine Koalition ein kann es sein, dass sie von bestimmten Zielen abstand nehmen muss. Der Wähler wird also betrogen, dann hätte er ggf. gleich eine andere Partei wählen können. Auch das hat dann nichts mehr mit Demokratie zu tun. Es ist Kasperletheater.

        Und noch ein Aspekt kommt in unserer pseudo-Demokratie hinzu.
        Wenn die Abgeordneten / Volksvertreter zugleich in den Aufsichtsräten und Vorständen von Konzernen sitzen und dafür noch Bezüge erhalten, wogegen ihre schon hohen Abgeordnetendiäten Peanuts sind, sind diese korrumpiert. Auch wenn das legal geschieht bleibt es Korruption. Sie werden sich mit Händen und Füßen sträuben Beschlüsse mit zu tragen die zum Nachteil des Unternehmens sind von denen sie korrumpiert sind. Das ist Fakt. Wir erleben das täglich im Bundestag.
        Das betrifft Nebeneinkünfte von Abgeordneten generell. Warum machen sie das dann nicht ehrenamtlich?

        Auch Fraktionszwang ist undemokratisch, da es hierbei zu Diskrepanzen mit dem Mandat des Abgeordneten kommen kann.

        Von der Theorier her gibt es keine Alternative zur Demokratie.
        Doch das was wir z. Zt. haben und Demokratie nennen ist sehr Fehlerbehaftet.
        Da wäre mir jede andere Staatsform, egal ob Monarchie oder Diktatur faßt lieber, wenn diese zum Wohle der Menhrheit des Volkes regiert.

      2. Bei vielen Punkten stimme ich dir vollkommen zu. Deswegen entstand ja dieser Eintrag erst. Wir müssen langsam anfangen, den Stein wieder weiter nach oben zu schieben. Vielleicht muss er auch noch tiefer hinabkullern, da bin ich mir nicht sicher, aber hier liegt viel Arbeit vor uns Menschen.

        Lass uns mal an einem anderen Punkt ansetzen, als beim Bundestag und bei der Wahl von Parteien. Warum werden nur Parteien gewählt und warum sind gerade die Kommunalwahlen so irrelevant beim Wähler (gemessen an der Beteiligung). Viele Bürger sehen ihre demokratische Pflicht allein in der Stimmabgabe und im Aufregen nachdem sie morgendlich in der Bild blättern. Aber warum nimmt man die Möglichkeiten des Kontakts mit den örtlichen Politikern nicht wahr, warum wählt man auch hier immer nur die etablierten Parteien und kaum mal einen parteilosen Kandidaten? Der Fraktionszwang ist in der Tat einer der größten Fehler unseres politischen Modells und gleichzeitig nötig, um die Mehrheit zu halten, die man zum regieren braucht. Ich wäre aber auch für die Abschaffung des Zwangs und setze auf die Vernunft des Menschen, davor muss man keine Angst haben.

        Das Problem der Beeinflussung durch Lobbyismus halte ich übrigens für weitaus schlimmer, als die Nebeneinkünfte. Nach meinem Erachten ist ein Berufspolitiker allein für sein Mandat da und darf seinen Job danach gern wieder aufnehmen. Wer dadurch berufliche Konsequenzen befürchtet, der soll sich nicht zur Wahl stellen, so einfach ist das.

        Um damit zu deinem Fazit zu kommen: Unsere Demokratie ist fehlerbehaftet. Absolut. Oder wie ich es gern ausdrücke, sie ist überarbeitungsfällig. Dass es auch andere sinnvolle Staatsformen gibt, werde ich niemals anzweifeln oder bestreiten, das hängt aber auch sehr stark davon ab, was ich als Mensch eigentlich für Ansprüche an mein Leben habe. Und wie die führende Klasse (ich nenne es mal so) mit dem Volk umgeht.

    2. Aua! Einspruch! Demokratie ist NICHT die Unterdrückung der unterlegenen Minderheit. Demokratie ist der Umgang mit jenen, die momentan in der Minderheit sind, aber schon bei nächster Gelegenheit zur Mehrheit gehören können. Demokratie meint, dass man immer die Meinung aller im Auge hat. Und Demokratie bedeutet vor allem nicht das Recht zum Wählen allein, sondern den Einbezug in Sachabstimmungen. Und die sollten dann so föderalistisch gehandhabt werden, wie es Ben weiter unten in einer Antwort ausführt.

      1. Leider schrieb lostsoul nur jenen kurzen Satz, ganz ohne Erklärung. Man kann durchaus zustimmen oder auch widersprechen, weil nicht klar ist, worin die Illusion eigentlich liegt.
        Erdbeeren lösen eine Geschmacksexplosion aus.

  2. Demokratie war schon mal wahr und sollte es wieder werden wenn du es als kugel beschreibst seh ich viele darin sitzen die weit entfernt von der wirklcihen Gesellschaft darin ihren spaß haben und nicht mehr ausser die kugel blicken

    1. In Deutschland würde ich mich als Wähler fragen, was ich denn alle vier Jahre mit meiner Stimme auslöse? Wie viele Prozent der Wählenden gehören zu den Siegern und sehen ihre Partei danach in einer Koalition, die sie als Wähler bestimmt nicht gewollt hätten? Wahlen sind viel weniger wichtig als Konvergenz mit dem Volkswillen bei Sachentscheiden – also braucht es mehr direkte Demokratie bei Sachentscheiden. Stück für Stück

      1. grundsätzlich egal ob in Deutschland Österreich oder sonst einem domekratie land, überall herrscht das gleiche Problem, das Volk bestimmt nur scheinheilig und ist damit zur zeit noch recht zufrieden

      2. Ich finde es gut, dass du hier weitere, wichtige Bestandteile einer Bürgerbeteiligung ansprichst. Demokratie ist und kann so viel mehr sein, als eben nur eine Stimmabgabe und die Schaffung einer koalierenden Regierung.

    2. Ja, ich meinte eher einen Stein, als eine Kugel, aber das Bild, dass darin Menschen sitzen, die sich mitschleppen lassen, ohne zu wissen, was es für Anstrengungen braucht, gefällt mir. Eine sehr sinnvolle Ergänzung.

  3. Ich habe den ganzen Verlauf nicht gelesen – teilweise überflogen – aber so richtig demokratisch geht es bei uns auch nicht zu… Schwieriges Thema… Vertreten unsere Politiker wirklich unsere Interessen? Kommt wirklich alle Macht vom Volke? Oder spielt da die Wirtschaft nicht eine zu große Rolle?…

    1. Ja, genau diese und weitere Fragen müssen dauerhaft gestellt. Eine Demokratie wird niemals perfekt funktionieren, doch es liegt an uns, dass sie nach unseren Vorstellungen verläuft.

      1. Mach mal dem Volk bewusst, dass wir in einer Ökonokratie leben… Wir schlafen doch alle… Den meisten „passt es“ so wie es ist.

      2. Da magst du nicht ganz unrecht haben, aber ich sehe auch in meinem Freundeskreis sowohl die Bereitschaft, als auch die Tätigkeit etwas zu verändern. Demokratie kann meiner Meinung nach nur in einem gewissen, kleinen Raum stattfinden und genau da muss man ansetzen. Ganz Deutschland kann nicht dadurch verändert werden, dass eine Person gegen die Richtung schwimmt, aber wenn an vielen Stellen kleine „Oasen“ entstehen und funktionieren, dann gibt es die Möglichkeit, dass sich das verbreitet. Aber das braucht Zeit und den Mut, diesen Weg zu gehen.

      3. Hört sich nach Entstehung einer neuen politischen Partei an… Oder entstehen diese Oasen abseits der Politik? Du kannst natürlich dir ein Umfeld wünschen und daran arbeiten ihn zu erschaffen, aber ob das so greift… Im großen Stil… Da bin ich a bissi skeptisch.

      4. Nein, eine neue Partei wird da nicht geschaffen. Aber lass mich da ein Beispiel geben:
        Schau mal auf das Containern, da gibt es in Deutschland und in Österreich gerade Prozesse, die das legalisieren wollen. Die Konsequenz davon könnte durchaus etwas an der Wegwerfmentalität der Läden ändern und gleichzeitig damit auch an der Überproduktion. Natürlich kann es auch ganz andere Züge annehmen, nämlich, dass man den Überschuss mit einem eigenen Abholdienst wieder quer durchs Land schickt, man wird sehen. Aber hier gab es keine politische Bewegung, sondern einfach den Wunsch, dass Essen nicht weggeworfen wird und man selbst auch Geld sparen will. Man sollte zwar die Effekte nicht überschätzen, aber man darf sie auch nicht unterschätzen. Es gibt mittlerweile einige Transition Towns, die unabhängig funktionieren wollen. Also der eigene Garten versorgt die eigene Gemeinschaft. Das sind jetzt eher unpolitische Geschichten gewesen, aber welche, die sich vom aktuellen Wirtschaftssystem abkapseln wollen und da bin ich sofort dabei, denn meine Kritik ist ja nicht am System der Demokratie, sondern am, wie du es schon geschrieben hast, Einfluss der Wirtschaft/Ökonomie. Deine Skepsis ist also vollkommen angebracht, aber lassen wir uns durch unsere Skepsis nicht von vornherein bremsen. 🙂

      5. Ich finde es großartig, wenn das heimliche Container Diving zur legalen Lebensmittelausgabe mutieren würde. Stell dir doch vor, der Lebensmittelhandel würde in eine Ecke die zu unrecht „zum Tode verurteilten“ Lebensmittel zur Verfügung stellen… Das könnte allerdings Kosten generieren und da hört die Barmherzigkeit auf… Kompliziert… Das verdammte Geld!… Ich finde es eh schon großartig, das manche Läden wie Lidl oder Kaufland Ware kurz vom Ablauf um 30, bzw. 25% reduzieren. Ich bin der Erste, der es nimmt und wenn ich nicht sofort Verwendung habe, wird das Zeug eingefroren.
        Meinst du mit Transition Towns sowas wie Andernach – die essbare Stadt? Finde ich toll! Die kleinen Obst- und Gemüsehändler tun mir da aber schon leid…
        Leider bestimmen aber Lebensmittel alleine nicht den Alltag. Mich stört massiv, dass ständig über Bildung für Jugendlichen gesprochen wird, aber wo bleiben die Älteren? Ist die 40+-Generation nicht wert, weitergebildet oder upgedated zu werden? Oder warum werden Teilzeitstellen so wenig gefördert? Ich sehe keinen Sinn darin, mich von der Arbeit versklaven zu lassen und ich bin der Geldungeilste, den es gibt. Da ich nicht das Bedürfnis habe, Vermögen zu bilden, würde es mir reichen, 20 bis 25 Stunden in der Woche arbeiten zu gehen. Gäbe es mehr von meiner Sorte, könnten wir doch Vollzeitstellen teilen… Aber nein, in unseren Breitengraden gilt was ich habe und nicht was ich bin… Also muss ich haben um zu gelten… Da muss schon eine Frau Nahles dran… Aber die wird sich nicht mit der Wirtschaft anlegen. 😦

        Dabei hört es nicht auf, aber ich höre hier auf… Du bist doch kein Kummerkasten 😉

      6. Oh, da gibt es so viele Punkte, dass wir da wohl niemals aufhören würden. Gerade was ältere Mitglieder unserer Gesellschaft angeht (ebenso wie die jüngsten), so herrscht da die Praxis des Weg- oder Abschiebens. Das Kind wird nicht von den Eltern erzogen, denn die sollen ja den ganzen Tag lang Geld generieren, damit sie es in die Bildung des Kindes und in die Verpflegung der Alten investieren können/dürfen/müssen.
        Meine Cousine verbrachte die meiste Zeit als Kind bei meinen Großeltern. Das hielt die Großeltern auf Trab (und im Geist fit) und die kleine hatte viele Interessen und konnte früh lesen. Wie oft könnten Schüler Nachhilfe bei älteren Menschen nehmen oder man könnte gemeinsam so sinnvolle Dinge tun, wie eben einen Garten zu pflegen usw. aber hier sind eben auch wieder wir selbst gefragt, die es einfach umsetzen wollen. Es gibt auch bei diesen Punkten viele Aber, die ich jetzt nicht erwähnt habe, von denen es aber durchaus gewichtige gibt. ABER es gibt sie immer, die negativen Seiten.

        Andernach ist übrigens kein Beispiel für die Transition Town. Denn in jenen Städten hat schon noch jeder sein Eigentum und Obst wird beim Händler vor Ort verkauft. Es geht um die Loslösung von einem globalen Wirtschaftssystem, welches eine Krise erleiden kann (ganz egal ob Wirtschaftskrise, Umweltkatastrophe oder Ölknappheit) und dabei jedes Glied mitreißt. Die Transition Town wollen unnötigen Ölverbrauch beenden, indem die Gemeinschaft füreinander sorgt (man eben die Kartoffeln vom Bauern nebenan kauft und nicht die aus Ägypten, weil die ja so wunderbar „bio“ sind). Es gibt keinen Monopolisten, weil jeder einen Teil beisteuert und alle auf jeden angewiesen sind. Geld aus Tauschmittel bleibt bestehen, wobei da natürlich die Frage bleibt, ob es dann nicht wieder Menschen geben wird, die es raffen wollen. Aber deswegen muss die Idee nicht komplett falsch sein, sondern nur weiter überdacht und nachgebessert werden.

        Oh und zu deinem Drang des lebenlangen Lernens (ich mache es jetzt mal so simpel, weil es für mich in deinen Worten steckt): da bin ich absolut dafür, aber es braucht dafür eben genau die Teilzeitarbeit oder gar die Einführung einer 30-Stunden-Woche, was möglich ist, aber in einem Wettkampfsystem, wie dem unsrigen, nicht funktionieren würde, denn da muss man ja irgendwie viele Stunden bei möglichst geringem Lohn arbeiten, damit eine Firma einer anderen überlegen ist.

        So, ein Kummerkasten bin ich in der Tat nicht, aber der Eintrag sollte ja auch auf Resonanz stoßen und so bin ich gar nicht unglücklich. Es bräuchte nur eine ganz andere Form, um all die Gedanken zu sortieren und bereitzustellen, so dass jeder mit Kritik helfen kann und sich selbst die ein oder andere Idee abschauen kann. Man kann und darf nicht von heute auf morgen alles verändern wollen, aber man muss die Leute mit guten Ideen anstecken. Da kommt mir gerade der Gedanke an eine Facebook-Seite von einem Paar, die sich komplett selbst versorgten und davon berichteten. Anfangs war ich so begeistert, aber immer mehr merkte ich, dass sie extreme Ideen vertraten und alle Menschen verurteilten, die nicht die gleiche Radikalität an den Tag legten. So möchte ich nicht sein. Ich möchte niemanden zwingen oder verachten, sondern mit den Menschen, die es auch wollen, etwas bewegen. Das klingt natürlich nach einem Träumer, aber das bin ich eben und ich glaube, dass das nicht meine schlechteste Eigenschaft ist 😀

      7. Ganz schön smart, dieser Ben… Ich bin ja 40+ und war bei weitem nicht so klug in deinem Alter. Kompliment!

        Bei dem Gehaltsverfall von heute, bezweifle ich, dass Omas und Opas Zeit für Enkel haben werden, wie es der Fall bei deiner Cousine war. Sie werden in 30 Jahren durch Mini-Jobs ihr Lebensunterhalt sichern müssen…

        Transition Towns: in der Theorie hört sich das gut an, aber… ich bin z.B. von Medikamenten abhängig. Wenn ich mich nur innerhalb dieser Gesellschaft bewegen möchte, wie komme ich an die lebensnotwendigen Mittelchen? Oder fällt jemandem ein Zahn: muss er mit der Lücke leben? Da muss doch alles, oder fast alles, im Kleinformat vorhanden sein oder wir lernen zu verzichten… Aber wäre das nicht ein Rückschritt? Hängt allerdings von der Definition von Rückschritt ab.
        Der Gier des Einzelnen kann schnell ein Ende gesetzt werden, wenn in einer kleineren Gesellschaft die Nachfrage abgedreht werden kann. Keine Ahnung… Es ist komplex und ich habe mich bislang noch nicht mit so einer Gesellschaftsform auseinandergesetzt.

        Du hast verstanden, was ich mit einer kürzeren Arbeitszeit gemeint habe. Sehr gut! 🙂

        Ich glaube, ich weiß von welchem Paar du redest. Sie leben in Berlin – denke ich – und haben ein Kind, wofür sie Kindergeld beziehen – das einzige Geld, was sie beziehen. Davon wird die Krankenversicherung des Kindes bezahlt, wenn ich mich nicht irre. Chapeau, funktioniert nur bei gesunden Menschen. Oder ich bin total falsch gewickelt und bringe einiges durcheinander, weil m.E. dieses Paar niemandem etwas aufzwingen möchte. So kenne ich sie aus den Dokumentationen in der Glotze.

        Das Problem bei dieser Gesellschaftsreform, oder eines der Probleme, ist, dass du in „weiß-nicht-wo“ deine Vorstellungen hast und ich alleine in Nürnberg sitze. Von meiner Warte aus, ist so keine Veränderung praktikabel. Es bleibt in der Theorie… Und das wird bei vielen anderen auch so sein…

        Witzig, dass du den Träumer erwähnst, weil ich heute Nachmittag an anderer Stelle auch meinte: „Ich bin und bleibe ein Träumer“. Es braucht auch nur mindestens zwei Träumer um aus Träumen Realität zu machen…

      8. Vielen Dank für das Kompliment, aber ich habe ja auch so einige Leute, die mir von diesen Dingen berichteten, all die Ideen sind ja nicht auf meinem Mist gewachsen. Aber natürlich höre ich gern, klug zu sein 😀 wer nicht?

        Der Einwand mit dem Gehaltsverfall ist korrekt und ebenso kommt hinzu, dass das schon aus räumlicher Perspektive oftmals unmöglich ist. Ich sage gar nicht, dass das die Lösung ist, ich wollte nur darauf hinweisen, dass es in dem Fall eine gute Lösung eines aktuellen Problems gibt, wenngleich die ehrlichere Lösung wäre, dass das Denken in Alterskategorien schon recht falsch ist. Also dieses von 25-65 ist der Mensch wertvoll, weil er da arbeitet, aber ansonsten kostet er nur Geld und muss betreut werden. Da findet eine Ausgrenzung statt, die absolut willkürlich und abnormal ist. Wir genießen den „Luxus“ allein zu leben und vergessen dabei, dass das vollkommen fern von dem ist, wie wir Menschen ticken, wir Gesellschaftswesen.

        Auch das Problem der günstigen Massenherstellung spezieller Produkte ist mir bereits aufgefallen bei jenen Transition Towns und ebenso die Gefahr, dass es Forschung absolut eingrenzt, wenn man so lebt, weil ein Austausch sehr erschwert wird. Es gibt viele Punkte, die dabei noch offen sind und geklärt werden müssen und ich muss gestehen, dass ich das Konzept noch nicht ganz verstanden habe und in allen Details kenne, aber den Ansatz mag ich dennoch, weil ich die Stärkung des Gemeinschaftswesens befürworte. Ich verstehe den Nachbarn nicht, der außer „Tag“ nichts weiter mit einer einzigen Person in diesem Haus redet. Wen will er um Hilfe bitten, wenn er sie mal braucht?

        Ich weiß nicht mehr, wo jenes Paar lebte, aber ich glaube, sie hatten sogar zwei Kinder. Es waren vermutlich schon andere Familien und im Endeffekt gehört da ein ganz großer Wille des Ausblendens der Realität dazu. Nicht nur Krankheit, sondern auch die Lebensrealität der Kinder muss hinterfragt werden. Natürlich ist es schön, wenn man seine Kinder so behütet aufzieht, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem sie in die Schule müssen (Schulpflicht besteht nun einmal) und dann lass sie mal ankommen mit den Klamotten, Broten usw. Wie sollen die Kinder diese Zeit glücklich bestehen? Da muss man sehr viel Glück mit der richtigen Schule haben.

        So weit sitzen wir gar nicht voneinander entfernt, zumindest brauche ich mit der Bahn keine Stunde und trinke ebenfalls fränkischen Wein 😉 (den Ort nenne ich aus Prinzip nicht, aber wenn du durch meine Einträge blätterst, findest du Bilder, die es dir verraten, wenn du schon einmal hier warst. Da bin ich ein wenig paranoid, aber mein richtiger Name oder konkrete Angaben zu meinem Leben möchte ich hier nicht veröffentlichen, das erspart mir Gedanken darüber, was ich schreiben kann und was nicht).

        So sind wir doch zwei Träumer, die nicht direkt, aber doch im Gedanken zusammen arbeiten können. Allein die Kritik an meinen Ideen ist wichtig, um darüber nachzudenken, wie man es anders machen kann und wie es wohl funktionieren könnte. Ich möchte auf den Lebensstandard übrigens nicht verzichten, den ich habe und ich halte auch nicht alles für falsch, was heutzutage so passiert und gemacht wird, so sind wir technisch mittlerweile soweit, dass man ein zertrümmertes Gesicht wieder rekonstruieren kann, man Knorpel wieder aufbauen kann und viele Verschleißelemente des Körpers ohne schwierige Eingriffe wiederherstellen kann (auch wenn es in der Praxis aus Kostengründen noch nicht gemacht wird). Wir haben konstanten Strom und ein Netzwerk, dass uns verbindet und uns Dinge ermöglicht, die zuvor nicht vorstellbar waren. Wir müssen nur aufpassen, dass wir dabei nicht unser Menschsein vergessen und unseren Kindern eine Welt übergeben, die es wert ist, darin zu leben und zu lieben.

      9. Danke für die ausführliche Antwort, aber meine Zurechnungsfähigkeit lässt schon zu wünschen… Morgen kann ich wieder!
        Good bye for tonight! 🙂

      10. Zum Bilder gucken hat es noch gereicht, allerdings keine gefunden – bis auf eins in Kroatien, wo ich 2006 oder 2007 auch war und die Innenbilder… Aber ein Text, den ich am Nachmittag gelesen habe, hat dich mit Hilfe von Google verraten. 😉

      11. Ja, man kann das schon herausfinden, aber es soll eben nicht direkt über eine Suche nach dem Ort oder den Namen gefunden werden 😉

      12. Mir ist es eigentlich egal, wo die Blogger leben. Wichtig sind mir eher die Inhalte! 🙂

      13. Ich habe das Zitat noch schnell gesucht: „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn Menschen gemeinsam träumen, ist es der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“ Dom Hélder Câmara

      14. (Die Antwort zu deinem „Romänchen“ von gestern Abend)
        Wirkt Lob von einem Fremden so wie von einem Bekannten oder Freund? Egal! Wenn ich etwas gut finde, habe ich kein Problem damit, es zu bekunden…

        Das Denken in Alterskategorien ist selbstverständlich Schwachsinn: wir sind doch keine Einheitserzeugnisse!
        Wem bin ich wertvoll wenn ich arbeite? Bin ich deswegen MIR wertvoll? Partner? Partnerin? Kindern? Nachbarn? Oder bin ich der Gesellschaft wertvoll, weil ich produziere – in welcher Richtung auch immer? Weil ich das tue, was von mir in meinem Alter erwartet wird?

        Ist es wirklich ein Luxus, alleine zu leben oder ist es eher eine Notlösung? Was bleibt mir schon übrig, wenn ich mir kein Gegenstück herbei zaubern kann? Ich stell mir auch lebhaft vor, dass ich nicht der Einzige bin, der unfreiwillig alleine lebt. Gut, du meinst evtl., dass wir es uns noch finanziell leisten können, alleine wohnen (oder leben?) zu können. Ich möchte mir auch nicht vorstellen müssen, wie es wäre, wenn ich mit Leuten leben müsste, die mir fremd sind oder die ich nicht mag…

        Ich habe vorhin noch einen Beitrag über Halligen gesehen und musste an dich denken… Eine Festland-Hallig als Transition Town? (Nein, ich bin nicht besoffen und habe auch sonst keine „Stoffe“ missbraucht!) Kann es sein, dass in Transition Towns sich eher das Privatleben abspielt und dass man dann doch in der Regel noch auswärts die Brötchen verdient oder auf manche Leistungen und Dienste zugreift? Auch wenn das Bestreben vorhanden ist, sich innerhalb der Community zu versorgen?

        Ähmm… Das geldlose Ehepaar mit Kindern: die Schulpflicht kann in Ausnahmefällen umgangen werden, aber die Kinder wachsen ja als totale Außenseiter auf. Ist deren Realität auch die einzig lebenswürdige Realität? Nur weil ich etwas nicht befürworte oder sogar ablehne, heißt es nicht, dass es nicht vorhanden ist. Sollten die Kinder nicht evtl. eher auf einen gesunden und vorurteilslosen Verstand erzogen werden?

        Witzig, als ich manche deiner Texte gelesen habe, war ich der Meinung, du wärst in Norddeutschland angesiedelt, aber der „Onkel“ hat auch nicht alles gelesen… 😉
        Und die Audios lassen auch nicht auf Bayern schließen. (Oder habe ich etwas überhört?) So kann man Leute täuschen! 😉
        … und so hat jeder seine Paranoia: ich würde niemals Facepics von mir hier veröffentlichen. Adresse ebenso. Auch wenn ich zu dem stehe, was ich denke und schreibe, habe ich Gründe dafür, mich nicht zu identifizieren.

        Du, Kritik liegt mir fern. Ich denke einfach nur mit und stelle Fragen…
        Ja, der Lebensstandard ist so eine Sache… Da denke ich auch sofort an den Smartphone, auf den ich verzichte. Ich verzichte grundsätzlich auf mobile Telefonie, aber das bin ich und ich erwarte nicht, dass deswegen andere darauf verzichten. Ich kann mir gut vorstellen, dass Bedürfnisse sich innerhalb deines Projektes verändern. Es wird nicht bei dem bleiben, was heute ist. So ein Vorhaben soll auch nicht notgedrungen einen Rückschritt bedeuten oder mit sich ziehen, aber Werte könnten sich verschieben.

        Ich befürchte, dass unsere Generation eher ein trojanisches Pferd den heutigen Kindern hinterlassen wird. Die Einsicht lässt auf sich warten…

      15. Lob wirkt immer, aber ich kann damit nicht so gut umgehen, das war schon immer so eine Macke von mir. Eigentlich freue ich mich darüber, aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, darauf etwas sagen zu müssen, das mir nicht einfällt. Schwer zu erklären…belassen wir es einfach dabei 🙂

        Den Luxus des Alleinlebens setzte ich in Anführungszeichen, weil ich es nicht als solchen ansehe. Wenn ich mal eben überlege, wer in meinem Haus nicht allein wohnt, dann fällt mir nur das eine ältere Ehepaar ein und das bei 11 Parteien. Aber gleichzeitig ist zwischen den meisten von uns eine kleine Familie entstanden (naja, das geht zu weit). Wir kümmern uns umeinander und sitzen auch hin und wieder abends bei einem Glas Wein zusammen. So ist es tatsächlich ein sehr schönes Gefühl, aber eigentlich leben die meisten ja tatsächlich eher allein und nur für sich. Das ist auf der einen Seite ein Luxus, weil wir so viel Platz für uns selbst haben, aber auf der anderen Seite vollkommen falsch, weil der Mensch an sich eigentlich gar nicht allein sein will. Auf deine Situation habe ich es nicht bezogen und es sollte auch nicht höhnisch klingen. Als einen Grund für die Vereinsamung vieler Menschen sehe ich aber eben auch das fehlen einer Kommune an (ich nenne die Lebensform einer Transition Town jetzt mal so). Heutzutage flirtet man lieber über Facebook als direkt, weil es ja einfacher ist. Aber zusammen kommt man nicht, weil die Person eine andere ist. Und auch solche Flirtplattformen sind nach meinen Erfahrungen reiner Mist. Aber das führt nun zu weit, ich mag das Modell der Transition Town einfach, weil es zu einem stärkeren Miteinander führt.

        Also man ist sich auch bei den Transition Towns im Klaren, dass man nicht vollkommen autark leben kann, so braucht man Metallwerkzeuge, die nicht immer aus der eigenen Region zu beziehen sind. Man braucht auch weiterhin Öl, welches man nicht allein vom Harz der Bäume oder von Raps erzeugen kann. Nur die Verschwendung von Öl, weil man Äpfel in Spanien im Sommer anbaut, sie einfriert, damit man sie im heimischen Markt zu Weihnachten auf dem Tisch hat, das wird als falsch angesehen. Ebenso die sinnvolle Nutzung: In einem Film darüber erklärte mal ein Kerl, dass er seine Äpfel zu Saft presse. Später zu Cider, dann wieder später zu Essig und wenn dann immer noch was da ist, das sich weiter verändert, dann hat er Reinigungsmittel. Das klappt auch nicht bei jedem Produkt, aber das simple Wegschmeißen, das widerstrebt der Idee und das scheint mir nicht verkehrt. Außerhalb arbeiten ist auch gewollt, aber nur verbunden durch einen Ausbau von Personennah- und -fernverkehr. Deswegen wäre eine Hallig eher unpraktisch.

        Also bei der Schulpflicht bin ich mir nicht sicher, gerade neulich erst gab es den Fall, dass man einem Paar die Kinder wegnahm, weil diese nicht zu Schule gingen. Aber ich kenne mich da zu wenig aus und das kann auch von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt werden. Und ich hätte nichts gegen eine gute Erziehung, aber man kann und darf das Kind auch nicht isolieren, so wird es für sich niemals die Möglichkeit haben, sich frei zu entscheiden, welchen Weg es gehen möchte.

        Also ich stamme ja nicht aus dem Süden, deswegen hört man es mir nicht an. In der Tat fragen mich die Leute immer, weil ich akzentfrei spreche. Ich komme aber gebürtig eher aus Mitteldeutschland, aber aus der oberen Hälfte 😀

        Kritik muss nicht immer negativ gemeint sein und so fasse ich sie bei dir auch nicht auf, dennoch nenne ich es so, wenn jemand mir einen Denkfehler aufzeigt oder mir einen bisher unbedachten oder blinden Punkt aufzeigt. Das finde ich sogar ausgesprochen positiv. Ich konnotiere das Wort Kritik nicht negativ 🙂

        Und zum Lebensstandard meinte ich, dass ich nicht Geld zusammenkratzen muss und eine stundenlange Reise antreten will, wenn ich mal krank werde. Oder im Winter keine Heizung mehr habe bzw. eine, die ständig ausfällt. Wir leben sehr gut und ich möchte das auch weiterhin so haben, ansonsten hat ein Gesellschaftsmodell keine Chance. In manchen Bereichen kann ich durchaus Abstriche machen und ein Smartphone wird gar nicht so besonders sein, wenn man wieder mehr mit seinen Mitmenschen lebt. Frag mal, wie selten ich mein Handy zücke, wenn ich einen normalen Tag auf Arbeit und mit Freunden verbringe…

        Und was steckt in jenem trojanischen Pferd? Sorry, nun ist die Antwort wieder so ein Roman…vielleicht sollten wir manche Punkte langsam aus der Diskussion streichen, sonst sitzen wir demnächst den ganzen Tag zur Beantwortung 😀

      16. Hi, ich versuche mal sehr reduziert zu antworten:
        – Umgang mit Lob: anerzogene Bescheidenheit?
        – Hausgemeinschaft: ich hasse meine Nachbarin von oben drüber!
        – Meine Situation: die kanntest du bislang gar nicht, also kann ich dir auch nichts übel nehmen.
        – Facebook: habe ich als persönlichen Protest ein Tag vor Börsengang gelöscht.
        – Flirtplattformen: schlechte Erfahrungen, will ich nicht mehr. (Stimmt gar nicht! Ich habe mich ja bei den nuernbergerSingles angemeldet. Ist aber der gleiche Reinfall!)
        – Kommune: so langsam komme ich dahinter! 🙂
        – Arbeit: ich bin nicht arbeitsscheu, sollte der Eindruck entstanden sein, aber ich zweifle die 40-Stunden-Woche mit den unzähligen Überstunden an. Das ist für mich kein Leben: da bin ich ein System-Sklave!
        – Geldloses Ehepaar: no comment!
        – Konnotation von Kritik: ich hätte eher dennotiert, aber das Wort muss im Deutschen leider noch erfunden werden 😉
        – Lebensstandard: ich weiß wovon du redest, aber sind wir uns wirklich dessen bewusst? Nein, wir sind es gewohnt. Ich selber komme aus einem Schwellenland, wo es in der Regel ganz anders aussieht als hier.
        – Trojanisches Pferd? Die Frage ist doch nur rhetorisch, oder?
        – Roman? Ich habe meinen Beitrag zur Kürzung des Inhaltes geleistet! 😉

      17. Auf so kurze Antworten kann man ja gar nicht mehr antworten 😉

        Aber ganz wichtig: Ich hätte dir niemals Arbeitsscheu unterstellt, ganz sicher nicht, woher denn? Dazu kenne ich dich und deine Lebenssituation ja gar nicht.

        Da ich selbst nicht in der BRD geboren bin, bin ich mir unseres Lebensstandards hier durchaus bewusst. Gleichzeitig ist das auch der Grund für meinen Optimismus. Ich selbst habe Glück überhaupt am Leben zu sein und laut Aussage der Ärzte wär auch mit mir nie was anzufangen gewesen, aber da lagen sie falsch. Man kann sich aus einem System befreien, das haben mir meine Eltern bewiesen und daran glaube ich.

        Oh und meinen Nachbarn von über mir kann ich auch nicht leiden, ebenso den darüber, aber alle anderen sind mir unheimlich ans Herz gewachsen.

        So, ich glaube, nun haben wir es geschafft, wieder eine Kürze zu finden 🙂

      18. *LOL*

        Du, ich bezweifle, dass deine Follower sich wirklich dafür interessieren, was wir hier anrichten! 😉
        (Und je nachdem, was sie angekreuzt haben, werden sie ständig über unseren Zeilenaustausch informiert)

        Ähmm… Wie können Ärzte meinen, dass aus dem Jungen nichts wird und „nur“ 30 Jahre später macht er auf den Leser einen völlig normalen, lebensbejahenden und gesunden Eindruck?

        Befreiung vom System? Wie geht denn das? Und vor allem: auf dem Arbeitsmarkt!

        Also Hausgemeinschaft doch wie eine Familie: da gibt es immer welche, die man nicht mag…

      19. Hm…keine Ahnung, bei meiner Geburt ist so einiges schief gelaufen. Einen Monat zu früh und das im bittersten Winter. Die Heizung im Krankenhaus war aus und man entschied dann, dass man mich früh nach Hause schickt, wo ich nichts aß und wohl nicht viel fehlte, bis es vorbei gewesen wäre. Meine Mutter hat nicht ewig gewartet, aber so kleine Würmer sind eben doch sehr empfindlich. Man steckte mich dann für einige Zeit in einen Brutkasten und angeblich waren das wohl sehr schlechte Voraussetzungen, aber nunja, man sieht ja, dass man darauf nichts geben kann. Das Leben findet schon seinen Weg.

        Befreiung vom System in dem Sinne, dass es keine DDR mehr gibt 😉 damals ging es allein darum, dass man endlich in Freiheit leben konnte und auch mit einem höheren Lebensstandard und dafür haben sie demonstriert, dafür haben sie gekämpft. Trotz junger Familie und trotz der daraus resultierenden Angreifbarkeit.

        Ja, in der Tat wie eine Familie ^^

      20. Du hast deinen Weg gefunden…
        (Aber schlimm unter welchen Umständen vor noch nicht so langer Zeit geboren wurde… Vorbei!)

        Das Drama mit der DDR habe ich erst im Nachhinein verstanden. Im Deutsch-Unterricht in der Heimat war es kein Thema und hier war ich Ende der 80er erst angekommen und mit der Ausbildung beschäftigt…
        Du warst aber zur Wende ein ganz kleiner Junge: hast du die Veränderung wirklich objektiv gefühlt?

      21. Objektiv etwas fühlen…das halte ich für unmöglich 😉 aber doch, es gibt viele Erinnerungen, die ich nicht vergesse. Versteh mich nicht falsch, ich kann nicht sagen, dass ich mich daran erinnere, dass es mir schlecht ging, aber dürfte ich wählen, ob ich in der DDR von damals leben wollte oder so wie jetzt, dann würde ich mich sofort für das jetzige Leben entscheiden. In der DDR wär ich vermutlich zum Spitzel geworden, viel zu leicht lasse ich mich einschüchtern, als dass ich mich dagegen hätte zur Wehr gesetzt.

      22. Das mit dem Spitzel kann ich mir gut vorstellen: da reicht ein ansprechender Blog und schon öffnen sich die Opfer! 😉

        Ich kann mir das ganze DDR-System in Verbindung mit meinen Werten nicht vorstellen… Geht gar nicht!

      23. Hach, wenn es nur Menschen wären, die meinen Blog besuchen, aber es wären ja gute Freunde oder die Familie, die ich verraten müsste…so perfide war es damals. Aber gut, wie ich schrieb, dies ist meine Vergangenheit und aus ihr ziehe ich die Kraft, dass eine Veränderung möglich ist.

      24. Veränderung ist durchaus möglich, ja, aber unser Völkchen ist noch zu zufrieden… Es müssen ein paar Super-Reiche noch reicher werden und die Anzahl der ALG-II-Bezieher noch weiter wachsen bis ein paar „Außenseiter“ zu demonstrieren beginnen…

      25. Es muss gar nicht jenen Weg der Demonstration gehen. Eine Veränderung muss nicht immer in solch einem Extremakt stattfinden, wie sie es damals in der DDR oder auch aktuell in vielen Ländern passiert. Die Transition Towns zum Beispiel gibt es schon in größerer Zahl in Großbritannien. Ich halte unsere Gesellschaft durchaus Fähig, sich zu verändern, aber man muss sie locken. Das ist die schwierige Aufgabe.

      26. Du, so lang es unserer GEsellschaft gut geht, wird sie ein Teufel tun, sich zu verändern – warum denn auch? Irgendwann reicht die friedvolle und isolierte Veränderung nicht mehr aus…

      27. Ich schau gerade Sandmännchen auf RBB. Daran wirst du eine Erinnerung haben! 🙂

      28. Nicht nur daran 😉 ich geh jetzt mal einkaufen. Wenn du mal bei REAL einkaufst, dann nimm mal bei den Süßigkeiten ne Tüte Knusperflocken mit, an die erinnere ich mich viel lieber 😀

      29. Solltest du mal nach Nbg kommen, dann besorge ich dir die Knusperflocken. (Ich habe keine Ahnung was das ist! Hört sich nach Corn Flakes an)

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