Auf der Suche nach Ms Right

oder wie ich meine rechte Hand entdeckte

Die Liebe fürs Leben finden, das ist doch das Ziel, das einem eingeimpft wird. Tja und da steh ich nun in den Klamotten, die meine Mutter mir kaufte. Mein Gesicht ist nicht schön, doch die grüne Hornbrille packt noch einen drauf. So werde ich niemals ein Herz erobern, aber dafür habe ich zumindest einen besten Freund. Der hat so gar kein Problem damit, eine Frau klar zu machen, ebenso wenig, wie mein Vater und mein Bruder. Und meine Mutter, die braucht auch nie nach Blicken der Männer zu suchen, so wie diese ihr zufliegen. Also liegt es an mir. Die Haare sind hinten zu lang und vorn zu kurz, aber das ist gerade im Trend, ebenso wie die Hornbrille. Lerne ich ein Mädchen kennen, dann pocht das Herz und in Gedanken sehe ich uns gemeinsam den Schulweg spazieren. Es bleibt bei den Gedanken. Was wohl mein bester Freund so denkt, wenn er ein Mädchen kennenlernt?

Die Fantasien nehmen andere Bilder an, als mir die Macht meiner Hand bewusst wird. Ein Orgasmus jagt den nächsten, doch zu gutem Sex gehören eben doch zwei Personen und nicht fünf Finger, aber was weiß ich schon, wo es nicht einmal zu einem Kuss kam. Die Hornbrille weicht einem dünnen Gestell und die Haare werden auf einige Millimeter abrasiert. Das mag maskuliner wirken, mich aber nicht mehr zum Mann machen, der ich doch so sehr sein will. Und doch, irgendwie klappt es dann doch. Es ist das süßeste Mädchen der Klasse und ein Kuss ist mir vergönnt, danach wieder Handbetrieb, aber es wäre auch zu krass gewesen, wenn ich all die Level hätte überspringen können. Nö, stattdessen geht es wieder zurück auf Start, bis dann endlich mal doch ein Mädchen ebenso schüchtern wie ich, den Blick hinter all das wirft und erkennt, was da noch so vorhanden ist. Ein Mensch, der so viele Gedanken an die Welt verliert und dabei selbst so verloren wirkt.

Der Sex…ist nicht gut. Die Beziehung…ist noch schlechter. Und so bin ausgerechnet ich es, der ein Herz bricht. Das erste. Die Welt verändert sich, aber ich mich nicht. Es kommen doch immer mal wieder Frauen, aber sie gehen auch wieder. Der Spruch, dass man einfach nur man selbst sein müsste, er klingelt immer wieder und er wird gehasst. Er steht auf einem Zettel im gleichen Glas, in dem man auch „andere Mütter haben auch schöne Töchter“ oder „das wird schon“ findet. Jenes Glas habe ich fest verschlossen und in die dunkelste Ecke gestellt, damit es nicht nervt mit seinen Aussagen. Und irgendwann sind sie egal. Die Frauen? Ja, irgendwie schon, aber eigentlich eher die falschen Wunschträume. Das Leben bietet so vieles an, aber ich konnte es nicht sehen, weil mein Blick nur nach dem einen lächelnden Gesicht suchte, da irgendwo in der Menge.

Mein Leben war plötzlich frei, es wollte sich nicht mehr eines Weges begnügen, den andere beschrieben hatten. Auf diesem Weg begegnen mir plötzlich so viele lächelnde Gesichter, doch wen interessiert es schon, denn andere Mütter haben auch schöne Töchter. Einem gebrochenen Herzen rufe ich hinterher, dass das schon werden wird, während ich gleichzeitig in die Sonne blicke. Aha, so ist das also. Und plötzlich steht da der kleine Junge mit Hornbrille vor mir, die sind schon wieder voll im Trend… „hör nicht auf DIE“, will ich ihm sagen, aber er würde es nicht verstehen. Er findet schon seinen Weg und ist dabei die Person, die er eben ist. Irgendwann. Wenn er bis dahin die Frisur von MacGyver tragen muss, dann ist das eben sein Leidensweg. Aber seine Gedanken, die werden immer die seinen sein.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

88 Kommentare zu „Auf der Suche nach Ms Right“

  1. Das ist einer der Gründe, aus denen ich NIE wieder jünger als 25 sein möchte.. ach, eigentlich nicht mehr jünger als jetzt grade.. Schön beschrieben!

    1. Danke sehr. Das Leben formt uns eben…und vielleicht liest diesen Text ja ein kleiner Kerl, der das Leben kennt, von dem ich da schrieb. Vielleicht hilft es ihm, wenn auch nur für einen Moment, sich besser zu fühlen und sich umzublicken. 🙂

      1. Ich glaube, ich verstehe es nicht. Vielleicht bin ich zu naiv, um es zu verstehen oder ich muss es noch ein paar mal lesen, um es zu verstehen.

        Ist das ein Spiel für dich? Sammelst du Verehrerinnen? Ist dir Herzensliebe denn so fremd?

        Vielleicht bist du zu naiv, um „Mr. Right“ zu finden. Ich bin durch Feuer gegangen, als ich in der Ferne einen Hoffnungsschimmer sah und es war nur ein Irrlicht, aber ich würde weiterlaufen, bis tief in den dunklen Abgrund. Ich habe nie einen Schritt bereut und es war nie etwas „nicht schön“. Es war oft enttäuschend und manchmal habe ich gehört, ich hätte eine „unangebrachte Erwartungshaltung“, aber ich werde nie aufhören vorwärts zu blicken, für DAS lächelnde Gesicht, das du aufgegeben hast.

        Ich mag in deinen Augen der Junge mit der Hornbrille sein, aber ich habe nie dergleichen getragen oder eine trendige Frisur. Ich war immer ich selbst und habe darauf gefickt, was die Leute sagen und das gilt auch dafür, was du sagst.

      2. Ich glaube, du verstehst den Text in der Tat falsch. Womöglich mag ich ihn auch falsch geschrieben haben, aber was du herausliest, war nicht die Aussage. Ich verliebe mich auch jetzt, aber es ist etwas anderes. Mein Leben dreht sich nicht darum, nach einem Lächeln zu suchen und eben deswegen finde ich eines. Ich suche nicht nach „der Frau“, aber ich finde einen Menschen. Dieser Text handelt von einem Jungen, der mit den falschen Vorstellungen ans Leben durch eben selbiges ging. Er suchte nicht nach sich und war auch nicht er selbst, weil er gefallen wollte und darum geht es eben. Es geht darum, seinen Weg zu gehen und dabei nicht darauf zu achten, was andere haben oder nicht haben.

      3. Tut mir Leid, dass ich so überreagiert habe. Hab das total in den falschen Hals bekommen. Im Grunde ist es eine schöne und lehrreiche Geschichte, aber ich glaube immer noch, dass du der Tochter des Kapitäns ein Vergnügen gewesen wärst. 😉

      4. Nun, bei jener tatsächlichen Reise traf ich auf zwei Österreicherinnen, die beide einige Jahre älter als ich waren. Mit denen hatte ich tatsächlich eine sehr schöne Zeit. Es war aber eben auch eine Hilfe, dass ich jene Mädels gar nicht erst als potenzielle Partnerinnen sah, genau das ist ja das Problem, auf das ich auch hinweisen möchte. Die Suche nach einem Partner ist nicht schlimm, aber wenn dann jede Frau oder jeder Mann plötzlich ein möglicher Partner ist, dann hat das nichts mit Liebe zu tun. Es war ein schöner Urlaub und ich erinnere mich zu gern daran, wie wir des Nachts vorn im Netz lagen und die Sterne bewunderten, während mir die Mädchen von einer Welt berichteten, die ich damals noch nicht kannte.

        Und keine Sorge, so ist das mit Texten und als Autor trage ich da eine gewisse Mitschuld. Texte sind nicht immer eindeutig und können anders interpretiert werden, als ich es gedacht habe. Das passiert und ist überhaupt nicht schlimm. Solange du deinen Unmut äußerst, habe ich die Chance, es zu korrigieren oder zu erklären und sei es nur für dich.

      5. Naja, du liest meinen Blog und das allein ist Grund genug, dass ich meine Texte schon richtig verstanden haben möchte. Oder welche Message meintest du?

      6. Ich habe bisher deine Texte immer gelesen ohne die 100 % ernst zu nehmen. Ich schreibe beim bloggen immer, ehrlich, was aus mir heraus kommt, aber nicht alles, was ich schreibe ist real. Bei diesem Text war es anders. Ich habe ihn zu ernst gelesen, weil es mich irgendwie getroffen hat. Ich denke, es ist einfach besser, nicht so viel nachzudenken. Schönes Wochenende! 🙂

      7. Hm…da muss ich widersprechen. Nachdenken ist nicht verkehrt und ich fand es auch wirklich nicht schlimm, dass du an dem Punkt nach Klärung verlangt hast.

        Hab auch du ein schönes Wochenende! 😀

      1. Ich sollte das jetzt nicht schreiben, weil es entmutigend sein kann, aber das ist auch zehn Jahre später durchaus noch so. Aber es gibt durchaus genügend Menschen, die wissen, welch ein Glück es ist, wenn man diesem einen, ganz besonderen Menschen begegnet. Also nicht den Kopf hängen lassen, das Leben genießen und wenn einen das Glück dann besucht, es wahrnehmen. 😀

      2. Ich finde es gar nicht mal so entmutigend, eigentlich hast Du gerade eher einen Liebeskummer betroffen Teenager getröstet. Wahrscheinlich muss man auch diese niederschlagende Erfahrungen machen.

      3. Muss man tatsächlich. Das gehört einfach dazu. Und auch wenn du es nicht hören willst (jetzt kommt wieder so ein Satz für das Glas): Geliebt zu werden macht uns stark, zu lieben macht uns mutig. Also niemals den Mut verlieren. Glaube mir, auch mein Herz lag vor gar nicht langer Zeit am Boden, das passiert leider. Sie war keine falsche Person und ich bin ihr auch nicht böse, aber es tat weh und es ist nun vorbei. Dennoch ist es für mich schön zu wissen, dass nach all den Malen, die ich verletzt wurde, ich immer noch fähig bin, mich zu verlieben. Mit all den Konsequenzen.

      4. Wirklich schön gesagt! Es ist ohne Zweifel mutig, zu lieben, es ist fast schon verrückt und ein wundervolles Wagnis, weil man in Kauf nimmt, schlimmer, als je zuvor verletzt zu werden, in der Hoffnung, glücklich zu werden.
        Bei mir war es ähnlich und ich hoffe sehr, dass ich mich eines Tages wieder verliebe. Aber mit besserem Ende.
        Übrigens wollte ich dir noch sagen, dass ich deinen Blog wirklich toll finde!

      5. Ich kann es dir sogar versprechen, dass du dich wieder verlieben wirst, aber ich weiß, dass das gerade noch recht illusorisch klingt. Ich bin sehr glücklich, dass gerade du diesen Eintrag gelesen hast, denn er ist ja für Menschen in deinem Alter gedacht. Einige Jugendliche fühlen sich so, wie ich mich damals fühlte und es ist wichtig zu wissen, dass man damit nicht allein ist und dass das Leben weitergeht, auch wenn das im Moment des Liebeskummers alles irgendwie nicht so erscheint.

        Vielen Dank für dein Lob, ich kam noch nicht dazu, in deinem zu stöbern (hab nur das about gelesen) und werde mir noch mehr zu Gemüte führen. 🙂

      6. Ich werde deinen Blog weiterverfolgen und mir auch deine anderen Beiträge ansehen, es ist schon witzig, wie einen ein Zufall zu solchen Einträgen führt.

        Bin gespannt, was du sagst:) Vlt hättest du ja Lust, an meinem neues Tag teilzunehmen, du findest ihn unter „Frisches & Neues“

      7. Vor 25 Jahren hätte ich dir ohne wenn und aber beigepflichtet. Heutzutage geht eine Beziehung schlecht, eine Kontaktbörse wird eingeschaltet, geflirtet, kennengelernt, „der Nächste, bitte“… Den Wert einer Beziehung kennt die Jugend möglicherweise nicht… Wir sind so leicht ersetzbar!… Leider…

      8. Jetzt hör mal, da hab ich dem jungen Mädel gerade schon ne ordentliche Portion Pessimismus mitgegeben und du nun auch noch…zügel dich mal 😉

      9. Im übrigen sind es nicht die Kontaktbörsen, sondern ganz allgemein das Wegwerfverhalten. Für die meisten Leute hat absolut nichts mehr einen Wert, außer vermutlich teure Autos und Villen…

      10. Meines Erachtens erleichtern die Kontaktbörsen dieses Wegwerfverhalten, aber ich halte jetzt die Klappe.

      11. Ja, das stimmt schon, dennoch ist es ein Generationsproblem, dass man diese Wegwerfmentalität überhaupt hat. Kontaktbörsen würden gar nicht so gut funktionieren, wenn jene Mentalität nicht da wäre, weil man sich glücklich mit dem schätzen würde, das man hat und nicht mit dem, was man womöglich als nächstes bekommen könnte (oder sollte ich sagen: wegwerfen könnte?). Und ich wollte dir nicht den Mund verbieten, ich wollte nur Vorsicht walten lassen. Mit sechszehn Jahren hatte ich es so gar nicht leicht, was die Liebe betrifft und da hätte mich solch ein Satz nicht gerade ermutigt. Aber man darf nicht aufgeben und man darf auch nicht ständig zurückschauen und sagen, wie schön und gut damals alles war. Es liegt an uns, die Gegenwart zu verändern.

      12. Danke für deine Antwort, aber ich möchte mich über das Thema nicht weiter austauschen. Ich hatte mehrere Nachrichten hintereinander gelesen und nicht bemerkt, dass deine Nachricht, auf die angesprungen bin, an die 16-jährige ging, wofür ich mich entschuldige. Ich bin der letzte, der Träume vernichten will.

      13. Also, Infragesteller: ich sehe komplett, was du meinst! Es gibt so viele, die sich ‚wegwerfen‘, denen es nur um Sex geht und nichts weiter, ich kenne solche Leute und ich möchte darüber nicht urteilen, aber ich glaube, dass es eine Sache der ganzen Gesellschaft ist, des Zeitgeistes. Solange man sich selbst nicht in diesem Krieslauf findet und sich wegwirft, sollte man ein bisschen mit der don’t give a shit Mentalität leben – es wird immer „scheiß“ Menschen geben.

      14. Liebe Maret, ich befürchte, dass gleich die Steinigungsbrigade auf mich los gelassen wird, aber ich schreibe dir trotzdem gerne.
        Es geht mir nicht nur um den Wegwerfern, sondern auch um die Weggeworfenen und wie sie fühlen… Über Wegwerfern urteilen? Ich sage dir, wie ich es empfinde: scheiße! und ich halte mich bewusst von solchen Leuten fern (sofern ich weiß, dass es sich um solche Leute handelt). Ich mag es nicht, wenn Leute mit einem Lächeln andere rumkriegen und sie später nicht mehr kennen…
        Zeitgeist hin und her: was bringt es, wenn wir beide uns diesbezüglich einig sind und der Rest der Welt (Übertreibung!) es anders handhabt?
        Ich wünsche mir mehr Beständigkeit, ich wünsche mir ehrliche Aussprachen, ich wünsche mir, dass gepflegt gestritten wird, ich wünsche mir Treue, ich wünsche mir einiges mehr, aber damit bin ich ziemlich alleine…

      15. Ich sollte wohl das beste Beispiel dafür sein, dass du nicht alleine bist! Neulich erst begegnete ich einem Typen, den man als Wegwerfer bezeichnen könnte und es ist mir zu wieder. Ich werde als spießig und altmodisch bezeichnet, nur weil ich auf Werte acht gebe? Weil ich mir Treue, Ehrlichkeit und Geborgenheit wünsche? Es ist traurig und ja, verdammt, es macht außerordentlich wütend und wahrscheinlich ist es ein Beweis, wie verkorkst unsere Gesellschaft geworden ist, die zwar über Wegwerfen nörgelt, aber selbst so handelt.
        Was ich aber sagen will ist: Wir, die letzten verblieben sollten doch zu unserern Werten stehen! Ich muss ein bisschen schmunzeln, während ich das hier schreibe, du solltest Ford Madox Fords „Parade’s End“ lesen.

      16. Jetzt schmunzle ich aber…
        Es ist schön von dir zu lesen, wie es um dich und deine Werte steht. Klingt banal, aber ich genieße es zu erfahren, dass es auch Jugendliche gibt (ich bin um einiges älter als du!), die so denken. Ich schmunzle auch, weil wir uns ziemlich ähnlich sind… Tja, manche Werte oder Vorstellungen sind wohl ewig gültig, unabhängig von unserem Alter.
        Eine Zeit lang habe ich versucht, mich der „promiskuösen“ Gesellschaft anzugleichen: ich wollte ein Teil dieser Gesellschaft und kein Außenseiter sein.Ich habe es nicht gepackt: seit September 2011 habe ich gar keinen körperlichen Kontakt mehr gehabt, weil ich das nicht will, weil es nicht meinem Wesen entspricht, weil ich so nicht bin und vor allem, weil ich LIEBEN will – kein sinnloses Rumgemache!
        Es ist dann so gekommen wie es ist: ich wollte nicht mehr und habe es gelassen… Und da ich auch kein Kneipengänger bin (zumindest nicht alleine) und Discos schon lange nicht mehr mein Ding sind, ich sonst keine „Orte der Begegnung“ aufsuche, warte ich geduldig auf den Menschen, der mein Weg kreuzt. Und dabei bleibe ich – auch wenn ich zwischendurch „unreine“ *grins* Gedanken habe.
        Ich schau mal nach einer Rezension zu Parade’s End. Danke für den Tipp.

      17. Das wichtigste ist, so glaube und hoffe ich zumindest, dass wir uns in dieser Hinsicht treu bleiben und uns nicht aufgeben und obwohl ich im Allgemeinen als Pessimist bekannt bin, irgendwie wird das schon mit der Liebe. Ich war vor einem Jahr mit einem Typen zusammen, der genauso dachte (mein erster und bisher einzige Freund), wie ich und glaubte mich als glücklich zu schätzen, bis er wie aus dem nichts und ohne wirklichen Grund schluss machte und obwohl es weh tat: das ist mir ein bisschen der Beweis dafür, dass es in meinem Alter ‚Gleichgesinnte‘ gibt.
        Ich mag Parade’s End sehr, weil es von diesem Werteverfall handelt – im Ersten Weltkrieg! Das ‚Problem‘ ist also nicht neu. Ich schreibe demnächst eine Rezi zu der Serie, kannst mal vorbeischauen.
        Ich zieh mir mal später in deinen Blog rein;)

      18. Sich selbst treu sein… hmmm…. Einerseits sage ich selbstverständlich, aber wenn ich von der Gesellschaft derart abweiche, frage ich mich schon, warum ich so bin. Moralische Werte heutzutage??? Wo jeder sich selbst der Nächste ist??? Egal, ich kann nicht anders… Bist du Jungfrau vom Sternzeichen her? Da ist schon wieder eine Übereinstimmung 😉
        Ich weiß nicht inwiefern dieses Problem mit den Werten, tatsächlich ein Problem ist, oder ob wir uns nur gültigen und geläufigen Werten unterwerfen. Gerade wegen des Stempels, welches wir bekommen könnten. Wenn alle es machen, dann muss doch was richtiges dabei sein, oder? Ich meine das jetzt ironisch… Sind wir alle nicht Trendfolger? Lassen wir uns viel zu oft nicht einfach beeinflussen? Besteht nicht eine Relation zwischen meinem Selbstbewusstsein und dem, was andere machen??? Schlimm… Ich und meine Fragen…

      19. Haha, Nein, ich bin Wassermann, am selben Tag geboren, wie einer meiner LieblingsAutoren, Charles Dickens.
        Ich zweifle daran, dass es richtig ist, wenn es alle machen, ich würde mal behaupten, man macht es, weil alle es machen, sozusagen Konformität. Du solltest definitiv auch Prechts „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ lesen, es hat mir bei der Beantwortung ähnlicher Fragen geholfen. Der Gesellschaft zu folgen, kann daa Leben leichter machen, aber die Qualität steigert es nicht und unbeeinflusst bleibt wohl keiner. Natürlich sollte man seibe Werte nicht übermäßig strapazieren, aber sie sind wichtig, weil sie de facto Richtlinien des Lebens sind. Es ist schwierig,richtig zu antworten. Verdammt schwierig.

      20. A-Ha sage ich: mein Aszendent ist Wassermann! 🙂

        Konformität an erster Stelle, Superlativ folgt, wenn mehr als Konformität gewünscht wird…

        Wenn es bei Precht so ist wie bei Kant, 30 Jahre Lesen und weitere 30, um ihn zu verstehen, dann fange ich lieber im nächsten Leben an 😉

        Ich gebe dir völlig recht, dass die Lebensqualität mit der Anpassung an gesellschaftlichen Werten, die uns nicht liegen, nicht steigt. Du bist aber möglicherweise zufriedener.

        Es kommt auf die Werte an, die wir nicht überstrapazieren sollen: meine Treue ist eine Eigenschaft, die keinem anderen „schadet“, also kann ich auch unbegrenzt treu sein. Auf Treue bestehen und sie zu erwarten… Da bin ich mir nicht sicher…

      21. Sagen wirs so, wenn ich Precht Kant vorziehe, weil ich etwas lesen möchte, was ich verstehe, und ihn beim erstlesen durchgängig verstehe, glaube ich nicht, dass er dir Schwierigkeiten berieten wird:D
        Ich glaube, wir überstrapazieren diesen Beitrag ein wenig. Nein, was ich meine ist, dass es bestimmte Werte gibt, wie z.B. Monogamie, die man überstrapazieren kann.
        Zufrieden… Unzufrieden, es ist eher das Hinnehmen und das Glück, mit ähnlichdenkenden Menschen befreundet zu sein.
        Ich kenne mich mit Astrologie nicht wirklich aus;)

      22. Monogamie soll ja veraltet sein… Weil wir zu lange leben, halten wir es mit einem Partner nicht aus… A bissi ausgeufert ist das dann wohl 😉
        Ich glaube schon an das Glück mit einem einzigen Partner, aber das ist so uncool heutzutage… Möglichkeiten sollen ja ergriffen werden… Yolo…bla-bla-bla…

        Ich und ähnlichdenkenden Menschen? Schwierig, weil ich einerseits ganz feste Vorstellungen habe und die Gescheiten einen Hang dazu haben, langweilig zu sein. Ich brauche ein gewisses „Nivoh“ (*grins* Niveau!) und gleichzeitig verspielte Seelen. Ich brauche jede Menge Humor und das haben viele Spießer nicht. 😦

        Gut, verlassen wir Bens Reich….
        Mir ist jetzt aber nach einem Salat.
        Später werde ich dich besuchen und gucken, was du so schreibst…

        (Tschüss, Ben!)

      1. Es sind eben die Zusammenstellungen… Grün toll, Hornbrille kann auch toll.
        Erst gestern bekam ich ein Bild zu sehen, von einer blauen Krawatte mit Paisleymuster…. Ich mein, ne Tasse mit dem Muster, sehr toll und ne Krawatte kann auch toll sein. Zusammen? Hilfe 😀

      2. Ach, da braucht es keine Rettung. Wenn draußen ein Geräusch ertönt, musst du einfach nur pupsen. Das verschreckt jeden Fiesling oder entlockt ihm ein Kichern und wer kichert, vor dem hat man keine Angst. 😀

      3. Lieber Ben,
        werde mir werten Vorschlag hinter die Ohren klemmen und gegebenenfalls wehrhaft einsetzen.
        Genieße die Sonne am heutigen Tage 🙂

      1. Oh, wäre das nicht seltsam, wenn es sooo einfach wäre? Es kuriert ihn sicher nicht, aber es wärmt ihn… Ein Schönes Gefühl, wie ICH finde. Und sollte er kein Fleisch essen, gäbe es übrigens auch gerne eine kräftige Gemüsebrühe 😉 Jedenfalls gibt es da m.E. nicht zu „kurieren“. Nur zu verstehen. Und zu lernen. Und anzunehmen. Und… blaaa… Du weißt schon…

  2. Herr Fröhlich!!! Danke für den wunderbaren Eintrag zu meinem Morgenkaffee… Und sehr schön in den Kommentaren zu lesen, welche Steinlawinen Du lostrittst 🙂

    1. Vielen Dank und über die Masse an Kommentaren bin ich auch überrascht, aber gleichzeitig ist das eben ein solch ehrlicher Text, weshalb es mich dann doch nicht verwundert.

  3. Huiuiui da muss man ja scrollen bis man mal eben ne Nachricht hinterlassen kann. Du sprichst mir aus der Seele und wie man am scrollen sieht ist das Thema wohl etwas, dass viele beschäftigt. Ich hab auch gelernt nicht mehr nach dem lächelndem Gesicht sehnsüchtig zu suchen. Leider erwische ich mich dennoch oftmals in einer kleinen Melancholie darüber, warum dann noch mehr lächelnde Gesichter kommen, wenn man die Suche aufgibt. Viele kennen das auch, dass man sich dann doch darauf einlässt und es klappt wieder nicht oder dass man dann in dieser nicht-suche verharren bleibt und schon wieder nur eine Affäre beginnt. Paradox nicht?. 😉 Es müsste lächelnde Gesichter geben, die egal wie man ist die Barriere durchbrechen und mal entgegen aller Rollenverteilung die Person und nicht, ob man sucht oder nicht, lieben.

    1. Ja, mich hat die Menge der Kommentare auch überrascht, aber ich mag ja gerade das Bloggen, weil man sich über die Kommentare noch austauschen kann. Wie gern hätte ich mir eine Kommentarfunktion für meine Lieblingsbücher gewünscht 😉
      Diese lächelnden Gesichter gibt es auch, zumindest finde ich sie immer wieder, aber lieben…nun, das tun wir dann nicht. Ich finde sie eigentlich ständig. Da ist der Inhaber vom Asia-Imbiss, mit dem ich mich über Literatur unterhielt. Oder die Dame an der Kasse, die mich noch dreimal anschaut, nachdem ich ihr einen schönen Tag wünschte, weil ich sie ehrlich anlächelte. Aus diesen Begegnungen schöpfen wir Menschen (ich zumindest) schon eine ganze Menge an Wohlbefinden und das ist es doch, wonach wir als Menschen streben sollten. Nicht nach einer 2-Personen-Beziehung, sondern nach Wohlbefinden in uns und in den Anderen (anders geht es gar nicht, denke ich). Wir haben das Glück, dass wir heutzutage viel Freizeit haben (das soll jetzt keine Diskussion werden, ob nicht noch mehr möglich wäre). Diese Freizeit nutzen wir aber amüsanterweise oft dafür, allein zu sein. Ich genieße die Zeit allein auch durchaus, aber als soziales Wesen wäre es viel natürlicher, jene Zeit mit anderen Menschen zu verbringen und eben nicht die Zeit damit zu verschwenden, über die Liebe nachzudenken. Dieser letzte Gedanke ist übrigens eine totale Selbstkritik, die gerade nicht zutrifft, aber mich lange genug perfekt beschrieben hat.

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      1. Ich verstehe das vollkommen. Das miteinander beieinander Sein ist ein sehr großer Teil, was bei unser Glück ausmacht. Da geb ich dir völlig recht! Gerne und hoffentlich auf weitere schöne Texte in der Zukunft.

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