Im Staub

Hallo du Tanzende. Der Boden besteht aus kleinen und großen Kieselsteinen, aber deine nackten Füße gleiten über ihn, als gäbe es keine scharfen Kanten, während ich mich noch darüber freue, dass ich zumindest eine dünne Sohle habe, die mir als Schutzschild dient. Du bist an einem ganz anderen Ort und vermutlich waren es nicht nur die drei Male, die du mich nicht erkanntest und mich wieder fragtest, wie ich heiße und wer ich sei. Aber du erinnertest dich dann sofort an das, was ich dir zuvor schon gesagt hatte. Wie wohl die Welt und die Menschen aus deinen Augen aussehen müssen, dass du sie nicht in Erinnerung behältst. Deine Hingabe gilt allein dem Moment, das zu erkennen, war die Kunst und ich frage mich, ob deine Freundin mich mit ihren Blicken töten oder ausziehen möchte, während ich deinen Blick ohne weitere Frage verstehe, aber ich werde ihn nicht mit einem Kuss erwidern können. Nicht, dass ich nicht wollte, aber nur weil du für den Moment lebst, muss es deine Freundin nicht tun und leider auch ich nicht. Und dann fragst du mich, was ich für ein Mensch sei. Ein Zigeuner, ein Veganer, ein Bio, ein Feminist, ein Computermensch und weitere Möglichkeiten fallen dir aus dem Mund, doch so schnell sie dir einfallen, so langsam kann ich mich einsortieren und gebe genau dies zu: “Ich bin ein Reisender, aber ich habe meinen Weg verloren.” Du lächelst und gibst die einzig mögliche, warmherzige Antwort: „Das ist gut so…das gefällt mir.“

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

17 Kommentare zu „Im Staub“

  1. Hallo Ben, jetzt muss ich mal ganz dumm fragen: kann es sein, dass du den Text schon mal gepostet hattest und ihn jetzt überarbeitet hast? Er kommt mir sowas von bekannt vor… :-/

    1. Ja, ich hatte ihn neulich Nacht bereits veröffentlicht und wieder gesperrt, weil ich nicht ganz einverstanden damit war. 🙂 Gibt eben manchmal auf nur Aufgewärmtes (=Überarbeitetes) von mir 😉

      1. Kein Problem. Danke für den Text und für die Bestätigung, dass ich nicht halluziniere. 🙂

  2. Hach, Ben, der Reisende. Der Weltenflaneur. Der braucht keinen Weg, seine Augen und sein Herz weisen ihm sein nächstes Ziel. Schönes Bild hast Du da gemalt mit Deinen Woerten, danke. Herzlichste, Deine Käthe.

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