rainy nights

Es war doch gar keine schlechte Idee, jenes Date doch noch anzugehen, welches eigentlich hätte ausfallen sollen. Wir suchten nach einer ruhigen Stelle, doch die sollte es an diesem Abend einfach nicht geben und der Regen hätte erfrischend sein können, aber stattdessen erschlug er uns fast. Die letzten Meter bis zu meiner Wohnung rannten wir noch immer, obgleich wir schon vollkommen durchnässt waren, was bei den dünnen Sommerklamotten auch kein schweres Unterfangen darstellte.

„Ich muss dringend aufs Klo, aber du darfst gern zuerst, wenn du willst.“, sagte ich zu dir und du verneintest. Auf der Toilette zog ich mir das nasse Hemd aus und ebenso die Socken. Die Jeans und die Unterhose wollte ich im Schlafzimmer direkt wechseln, doch zuvor wollte ich nach dir schauen. Das Wohnzimmer war dunkel, was mich wunderte, doch ich sollte gar nicht erst bis dorthin kommen, denn zuvor traf mich von links ein nasses Stück Stoff.

Und da saßt du. Auf meiner Anrichte. Die ich erst einige Stunden zuvor von manchen dreckigen Tellern und Gläsern befreit hatte. Es fiel ein wenig Licht von der Straßenlampe durchs Fenster und zeichnete deine Konturen nach. Nackt, bis aufs Höschen, aber die Einladung war zu eindeutig, als dass das bisschen Stoff noch lange an dir kleben würde. Meine Jeans kämpfte hingegen ein wenig hartnäckiger, aber letztendlich erfolglos und die Shorts waren nun wirklich kein Hindernis mehr.

Eigentlich wollte ich es schon immer mal an dieser Stelle ausprobieren, weil sie höhentechnisch perfekt zu sein schien, aber wie das so ist mit den Wünschen und Ideen, manchen läuft man hinterher und sie passieren doch erst dann, wenn man absolut nicht damit rechnet und ehrlich gesagt trifft das auf die gesamte Situation zu. So richtig bequem war es nicht, aber zu erregend, um die Position zu verändern, bis irgendwelche Idioten das Grölen anfingen. Ein Blick über deine Schulter und es war klar, dass sie uns anfeuerten. Verdammte Fußballfans.

Es brauchte keine Worte, denn mein Griff unter deinen Po und um den Rücken, sowie das Anheben deines Körpers verstandst du sofort als Aufforderung, deine Beine stärker um meine Hüfte zu legen, damit ich dich ins Schlafzimmer tragen konnte, fernab von grölenden Fans und einer Tischkante, die dir durchweg in den Po schneiden musste. Zumindest ließ es der rote Strich erahnen, den ich kurz darauf entdecken durfte.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

29 Kommentare zu „rainy nights“

      1. Ich habe nach der Zeile gesucht, weil ich nie auf den Text geachtet habe…

      1. Natürlich nicht 😉 Aber Kantenteekesselchen … oke. Folgender Satz:
        Und unter ihrer Elle spürte sie das untrügliche Zeichen seiner Männlichkeit anhand seiner hart werdenden Kante.

        So ungefähr. You understand? 😉

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