Der Ritter

Als ich erwachte, blickte ich in deine Augen. Der Wecker hatte noch nicht geklingelt und so nahm ich mir die Zeit, mich in ihnen zu verlieren. „Bist du schon lang wach?“, fragte ich dich und du schütteltest nur leicht mit dem Kopf und meintest: „ Ich wollte nur meinen Ritter betrachten.“ „Deinen Ritter? Ich? Was macht mich denn zu einem Ritter?“ „Ein Ritter beschützt und rettet und du hast mich heut Nacht beschützt und damit meinen Schlaf gerettet.“

So ritterlich kam ich mir gar nicht vor. Wir waren nebeneinander eingeschlafen, ich zumindest war schon fast vollkommen in meinen Träumen angekommen, als mich etwas ins Wache zog. Ich blickte nach rechts zu dir und sah, dass du nicht schlafen konntest, so wie es immer mal wieder geschah. Ich kann nur erahnen, was dann in dir vorgeht.

Meinen Blick löste ich, um eine Kerze auf dem Nachttisch anzuzünden und tat, als könnte auch ich nicht schlafen, aber du wusstest eh, dass ich zuvor bereits friedlich weggedöst war. Ich holte die zweite Decke von der Kommode und legte sie dir in den Rücken, danach bot ich meinen Körper zum ankuscheln an. Deinen Kopf legtest du auf meinem Bauch und deine Schulter bot sich mir, um darüber zu streicheln bis ich spürte, dass du ruhiger wurdest.

Ich griff nach einem Buch und begann eine Geschichte vorzulesen. Eine Geschichte, die wohl ein wenig zu viel für ein Kind gewesen wäre, aber dennoch mit der gleichen Liebhaftigkeit geschrieben war, die man früher zu hören bekam. Am Ende der Geschichte schliefst du tief und fest. Ich legte das Buch zur Seite, löschte die Kerze mit den Fingern und schlief neben dir ein, denn ich fühlte mich beschützt von dir, meiner Ritterin.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

21 Kommentare zu „Der Ritter“

    1. Tatsächlich ist das eine Neuschöpfung. Amüsant dabei ist, dass mir Word nicht mal angezeigt hat, dass es das Wort gar nicht gibt. Da hab ich mich schon gefragt, ob es das Wort nicht sogar gibt, sonst hätte ich es vermutlich in Anführungszeichen gesetzt…aber irgendwie passen die auch in dem Sinne nicht in den Text. 🙂

      1. Tja, ich bin recht einfach zu bewortglücken. Da brauchts kein Buchstabenbouquet und kein Silbersilbenschmuck. Ein Schönschlichtwort macht mich glücklich. Danke, lieber Ben.

    1. Ähm mieten? Mein erster Gedanke war ja ein klares Nein, weil ich dafür doch kein Geld nehmen würde und dann kam mir der Gedanke, dass ich Geld aber durchaus gut brauchen könnte ^^

      1. Heheheeee dann arbeite mal an Deiner Preisliste …. Kannst es natürlich auch so machen, dass Frau bezahlt, was es ihr wert ist … in Restaurants funktioniert das erstaunlich gut 😉

      2. Ich mein, ich nehm‘ den Vorlese-Einschlaf-Beschütz-Service auch gerne sooooo in Anspruch aber so gute Dinge sind selten für umsonst im Leben 🙂

      3. Was? Gerade solche Dinge, eben die schönsten, kosten nichts. Ich habe schon vorgelesen und mir wurde vorgelesen und das hat nie was gekostet, na vielleicht einen Kuss, aber den habe ich gern gegeben.

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