Der Irrsinn von der Wursttheke…und der Ben macht mit.

Ich bin ja kein Vegetarier. Das muss ich so schreiben, weil ich immer wieder für einen gehalten werde. Aber eigentlich esse ich Fleisch viel zu gern. Ich habe meinen Konsum stark reduziert. Bei uns gab es im Kühlschrank immer allerhand Wurstpackungen. Vermutlich konnte man jede Wurstsorte, die es im Supermarkt gab, auch bei uns finden. Tja und es schmeckte mir. Warum auch nicht? Was ich aber in Zeiten lernte, in denen ich verzichten musste, war die Tatsache, dass oftmals weniger doch mehr ist. Und so gönne ich mir mittlerweile nur hin und wieder mal richtig leckeres Fleisch. Das kostet dann natürlich auch mehr, aber dafür ist es eben nicht die in Plastik verpackte und geschnittene 08/15-Wurst.Ein Gutmensch bin ich deswegen nicht und ich habe schon überlegt, ob ich meinen Fleischkonsum komplett durch Nüsse und andere Leckereien ersetze.

Nun war ich am Samstag einkaufen und neben der Fleischtheke stand ein Korb mit sich eingeschweißte Endstücken. 300gr. Salami für einen Euro…das ist also der Abfall, den man wegwirft. Warum man an der Theke die Endstücken abschneidet und nicht am Stück verkauft, das erschließt sich mir nicht. Es ist einfach traurig, dass diese Packen da rumliegen, als wäre es verkommendes Essen, dabei sind es doch gerade jene Endstücke, über die ich mich als Junge freute, weil sie so lecker waren. Und so kaufte ich es. Nun rätsle ich, ob ich damit was gutes tue, weil man die Stücke vermutlich sonst wegwirft oder ob ich damit den ganzen Unsinn nicht auch noch unterstütze…tatsächlich wäre es da als Vegetarier einfacher gewesen. Keine Erinnerung an den jungen Ben, der ein leckeres Endstück Wurst nascht und somit das Verlangen im Jetzt-Ben weckte.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

21 Kommentare zu „Der Irrsinn von der Wursttheke…und der Ben macht mit.“

  1. Ach du armer Ben. Wenn ich mir vorstelle, es entwickelt sich daraus das Bedürfnis, all die Wurst, die Mensch achtlos wegschmeißen will zu essen. Hilfe.
    Ich schlage vor, die Idee mit dem Vegetarismus (heißt das so ? ^^) ernsthaft in Betracht zu ziehen. Zumal ich solche Gedanken kenne…

  2. Ich gestehe, mein erster Gedanke war tatsächlich: Guten Appetit. Ich hätte das Endstück auch gekauft aus genau den gleichen Kindheitserinnerungen und weil ich gerne Fleische esse. Deine Fragen dazu finde ich angemessen, aber eine Antwort fehlt mir …

    1. Nunja, die Anwort wäre ein kompletter Verzicht, den aber auch andere mitmachen müssten, damit es erst gar nicht zu dieser Überproduktion kommt, an deren Ende man die Endstücken überhaupt erst entsorgen muss. Es ist schon heftig, dass wir mittlerweile vom Huhn fast nur noch die Brust essen und alles andere als Abfall nach Afrika schicken…

      1. Ja, würde ich aber andersrum ausdrücken, also dass Fleisch so viel billiger ist, als Obst und Gemüse, wobei ich das so gar nicht sagen kann, denn wenn ich mal Fleisch kaufe, dann kosten 200-300gr. gern mal obere einstellige oder zweistellige Beträge.

      2. Das ist gut, doch schau mal in das Kühlregal. Da gibt es dann Aufschnitt, abgepackt 200g für 99 Cent zum Beispiel. Oder 500 Mett für 2,22 im Angebot.
        Ich mach es ansonsten so wie du, kaufe mir vernünftiges Fleisch, und versuch die normale Kühltheke soweit es geht zu umlaufen. Für das Gewissen ansonsten Bio.

      3. Ja, den gibt es und genau den möchte ich ja nicht kaufen. Hab ich aber jetzt eben mit diesen Endstücken doch getan und vermutlich kam ich ja deswegen erst zu der Überlegung, dass das auch nicht die Lösung sein kann. Denn ganz ehrlich, 300gr. für einen Euro!!! Weißt du, wie lang 300gr. Salami bei mir halten? Die hält bei mir locker zwei Wochen und dafür zahl ich einen Euro? Ist für mich in diesem Fall schön, aber eigentlich vollkommen surreal.

  3. Da könnte ich mich schon wieder aufregen: Schein und Sein, Oberflächlichkeit! Die inneren Werte des Endstücks sind die gleichen des Mittelstücks, aber ein Endstück ist halt nicht so schön wie ein Mittelstück und wird somit billiger verkauft, bzw. weniger geschätzt. Ob die EU das auch geregelt hat, wie bei der Krümmung von Bananen und Gurken? *kopfschüttel*

    1. Ich vermute eher, dass man die Endstücken nicht verkauft, weil man daraus nicht so schön praktische Scheiben machen kann. Aber ich verstehe es auch nicht, ist ja einfach schade drum. Dass die durchaus anfallen, ist durchaus logisch, weil ja manche Leute Scheiben verlangen und durchs Abschneiden bleibt dann an der Theke auch mal so ein Stück übrig, aber so viele??? Kommt mir doch ein wenig zu krass vor. Und billiger wird es wohl deswegen verkauft, weil die Stücken rumlagen und ihre Haltbarkeit dadurch natürlich nicht besser wird 😉 und natürlich auch, weil sie sonst wohl niemand kauft. Prinzipiell finde ich es schon richtig, wenn man etwas mit den Sachen anfängt, die sonst liegen gelassen werden, aber genau da setzt ja meine Frage an, warum lässt man so etwas überhaupt liegen?

      1. Weil der Konsument gleichmäßige Scheiben haben will – so sehe ich es. Bei einem Endstück werden die Scheiben immer kleiner und das mag der Verbraucher einfach nicht… Stelle ich mir zumindest so vor… Oder ist der Umsatz grundsätzlich größer bei den gleichmäßigen Scheiben? Kauft man da mehr? Das Auge isst ja schließlich mit… :-/

      2. Ich weiß es nicht. Ich kaufe eh am Stück und schnipple die Scheiben Zuhause mit einem scharfen Messer. Die Scheiben werden ja eh nur schlecht. Ich nehme die Endstücken also mit Kusshand und hätte gedacht, dass ich damit nicht allein bin.

      3. Ich habe noch nie Endstücke gesehen, bzw. nie darauf geachtet. Ich bin so einer, der die Selbstbedienungstheke aufsucht…

      4. Das glaube ich weniger. Meine Endstücke werden gleich wieder in die nächste Produktion verwurstet. Ich denke, dass die Endstücke an der Bedienungstheke entstehen und im Hinterkämmerlein eingeschweißt werden… 😉

  4. Endstücke sind eben nicht schön gleichmäßig. Aus diesem bescheuerten Grund gibt es auch keine krummen Gurken oder Bananen mehr in den Läden. Allles muss perfekt aussehen, so will es die Gesellschaft. Leider ist das nicht nur im Bezug auf Lebensmittel so – die Optik ist heutzutage immer wichtig. Zu wichtig, wenn Du mich fragst! Mir haben sowohl krumme Bananen, als auch Wurstenden geschmeckt – und nicht nur als Kind, sondern jetzt auch noch. Nichts geht über Max & Moritz Fleischwurst – ob nun End – oder Anfangsstück! 😉 Schönen Wochenstart & Liebe Grüße Peppa

    1. Hm…es ist schon wirklich eine merkwürdige Sache mit der Optik…und dem Wunsch nach Perfektion. Das gab es früher ja auch schon in anderen Zivilisationen, also gehört es irgendwie zu uns Menschen dazu. Aber deswegen ist es umso wichtiger, dass wir immer wieder aufmerksam sind und darauf achten, damit wir nicht blind einem Ideal hinterherlaufen, das überhaupt nicht ideal ist.

      Auch dir einen schönen Start in die Woche und liebe Grüße!
      Ben

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