Mal wieder einen Trend verpasst…

Eigentlich wollte ich nichts zu den 15.000 Leuten schreiben, die sich in Dresden gefunden haben und sich für was besseres halten. Ich kenne meine Leser und halte sie für aufgeklärt genug, dass ich ihnen unterstelle meine Sichtweise zu teilen. Aber irgendwie ist mir jetzt doch danach.

Kommen wir zu dem Trend, nämlich der Islamisierung. Diesen Trend muss ich nämlich total verpasst haben. Ich suche in unserer weltoffenen Stadt nach Anzeichen von Islamisierung und finde allein eine Amerikanisierung, die vollkommen akzeptiert und toleriert wird. Nun denn, es mag der Preis der Freiheit sein. Ich suchte weiter und dann fand ich sie doch noch. Mir halfen andere Blogger, aber zuerst natürlich zum eigenen Geschichtswissen:

Wir Kinder Roms mussten mit arabischen Zahlen auskommen und die verfluchte Null hinnehmen. Wo war nur damals im Mittelalter die gute Pegida, die uns davor beschützt hätte? Wir hatten stattdessen wenige Schriftgelehrte und wenn ein armer Bauer mal einen Zettel mit diesen merkwürdigen Schriftzeichen fand, dann gab es für ihn bessere Nutzungsmöglichkeiten für das gute Papyrus, als das Wissen der Antike aufzubewahren. Leider kamen arabische Gelehrte über Spanien zu uns nach Europa und gaben uns einen großen Teil dessen zurück, worauf wir uns heute berufen, wenn wir von einer europäischen Geschichte sprechen. Hätte man uns nicht davor schützen können? Gäbe es dann eigentlich „patriotische Europäer“? Vielleicht haben die Leute aber auch Angst vor den ganzen Dönerläden. Die einzigen Orte, wo man des Nachts noch schnell ein Bier kaufen kann. Ach ne, das tun die ja ganz sicher nicht, weil die ja keinen Alkohol erlauben…oh wie, die tun das doch??? Nunja, aber gegen diese von vielen Ernährungswissenschaftlern einzig gesunde Fastfoodart sollte man sich auch stellen. Wir haben doch unseren ureuropäischen BigMac aus der Plastiktüte. Was bedeutet eigentlich Islamisierung, etwa dass wir hier eine neue Staatsreligion einführen? Sehe ich nicht. Etwa, dass wir von unseren christlichen Werten abrücken? Das darf jeder für sich tun und bei allem Respekt: Wo sind die christlichen Werte denn hin, wenn man Menschen, die in unser Land kommen, zeigt, dass sie nicht willkommen sind. Bat Jesus nicht darum auch die andere Wange hinzuhalten? Ich wurde nicht einmal auf die eine geschlagen und bin dennoch bereit, meine zweite hinzuhalten. So wie es wahrhaft große Menschen taten. Man mag mich Gutmensch nennen oder es Kuschelkurs schimpfen, das stört mich nicht im geringsten. Lieber Kuschel- als Konfrontationskurs. Außer gegenüber Intoleranz und die sehe ich momentan nur aus einem Lager und halte es mit Sir Karl Popper:

Im Namen der Toleranz sollten wir… das Recht beanspruchen, die Intoleranz nicht zu tolerieren.

Der Grund, warum mich das so aufregt ist das Verständnis eines Thomas de Maizière. Ich sehe keinen Demonstranten, der wirklich Ängste zum Ausdruck bringt. Also wirklich ernsthafte Ängste. Ich habe nur eine einzige Frage an die Demonstrierenden: Was genau glaubt ihr, ist Islamisierung und wo genau findet diese statt? Ich sehe es nicht. Ich erinnere mich nur daran, dass es vor nicht einmal hundert Jahren schon Akademiker und Leute aus der Mittelschicht gab, die sich in einer Masse fanden und für eine Partei und ein System waren, das viel eher zum Untergang des Abendlandes beigetragen hat, als es irgendeine Religion könnte. Ich habe für die damalige Bewegung kein Verständnis und ich habe es für die aktuelle erst recht nicht. Vielleicht sollten wir demnächst eine gelbe Sichel an alle Muslime in Deutschland ausgeben, die sie sich an die Jacke stecken…ich habe für mich vor ein paar Jahren bemerkt, dass ich zwei Arabern gegenüber meine an dem Tag vollkommen positive und offene Einstellung gegenüber verändert habe. Wo kam diese abweisende Haltung eigentlich her und wie soll sich hier jemand wohl fühlen und integrieren, wenn man sich vor ihm verschließt? Seither achte ich sehr genau darauf, wann mir welche Vorurteile begegnen und ich stelle mich ihnen entgegen, denn ich möchte niemals wieder einer Person unfreundlich begegnen, nur weil sie ein besonderes Aussehen hat oder einer speziellen Religion angehört. Ich will kein Nazi sein.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

37 Kommentare zu „Mal wieder einen Trend verpasst…“

  1. Vielen Dank!
    Der springende Punkt ist für mich: „Ich sehe keinen Demonstranten, der wirklich Ängste zum Ausdruck bringt. Also wirklich ernsthafte Ängste. “ Und dann vergleiche ich, was in den Medien vorkommt. Kampfbereite Menschen (auf mehreren Seiten) und das unter einem Vorwand, der nicht tatsächlich der ihre ist. Vorwände im Tun und Vorwände in der Berichterstattung sowie Nachrichtenkonsumation.

    Auch die Vorurteile, die gar nicht meine sein können, kenne ich. Gibt mir viel zu denken.

    Danke!

    1. Ich habe zu danken, aber natürlich konsumiere auch ich Nachrichten und werde durch deren Meinung beeinflusst. Da kann sich wohl niemand von frei sprechen. Somit darf und sollte auch meine Meinung hinterfragt bzw. infrage gestellt werden. Ich versuche dies selbst zu tun, aber man sieht seinen eigenen blinden Fleck natürlich nicht. 😉

      Die uneigenen Vorurteile haben mich extrem geschockt und ich ärgere mich noch heute über mein damaliges Verhalten. Es ist mir auf der einen Seite unangenehm und auf der anderen Seite hat es mir gezeigt, wie wenig aufgeklärt ich dann doch bin und dass es ein andauernder Prozess ist, seine Gedanken frei halten.

      Liebe Grüße an dich!

  2. Für mich begann dieses Thema, als ich, ganz Landei, in der Stadt studierte. Ich war immer gerne nachts alleine unterwegs und plötzlich kamen da Stimmen auf, die vor dem Heimweg in praktisch taghell erleuchteten Straßen warnten.

    Und aus lichtfrequenzbasierten Unwohlgefühlen bis Ängsten wird leicht Schiss vor Tieren und Menschen. Die liebe Käthe würde Bjäch sagen. Oder ich – von ihr beeinflusst.

    1. Ja, diese diffuse Angst…eigentlich ist Angst ja eine großartige Eigenschaft, denn sie warnt uns und sollte im besten Fall dazu führen, dass wir uns mit ihr beschäftigen und sie, in der Realität betrachtend, besiegen. Sehr oft allerdings wird sie aber benutzt und gesteigert, um mit ihr ganz andere Ziele zu verfolgen bzw. Handlungen zu rechtfertigen. So höre ich immer wieder gern, dass es Leute gar nicht stören würde, wenn ein Sicherheitsdienst ihre Mails liest, weil da eh nichts drin steht, man damit aber geschützt vor Anschlägen sei. Dann können wir auch auf alle Freiheiten verzichten, solange wir nur ungefährdet atmen und essen dürfen. Die DDR war auch ganz ohne Statistikfälschungen sicherlich ein Staat, in dem es weniger Kriminalität gab, als in der BRD, aber leben wollten die meisten Menschen dann doch nicht in jenem Land…man sollte sich mal erinnern, wie man da mit den Briefen der Bürger umging (wer es nicht weiß, dem empfehle ich die letzten Minuten des Films „Das Leben der Anderen“).

      1. Und schon vermischt sich die Gesamtheit wieder mit dem einzelnen/der einzelnen!
        Scheint, diese Verbindung ist schlicht immer zu beachten, zu bedenken oder zu berücksichtigen…

      2. Huch, da fehlt eigentlich ein Teil vom Kommentar. Ich gehe da aber nicht von einem technischen Defekt aus, sondern einem menschlichen Fehler 😉 ich wollte mich entschuldigen, dass der Kommentar sich an alle Lesenden richtet, obgleich ich ihn ja dir schrieb. Aber du hast das trotz fehlender Worte erkannt 🙂

  3. Hallo Ben,

    ein schöner Beitrag zu einem unschönen Thema. Ich bin da auch nur noch am facepalmen über diese Vollspaten :/ .

    Falls du sie nicht eh schon gelesen hast, hier nochmal drei Artikel zum Thema, die sich in der Reihenfolge ganz wunderbar lesen lassen:

    1. Wie es Flüchtlingskindern in deutschen Flüchtlingsheimen geht: http://www.zeit.de/2014/50/minderjaehrige-fluechtlingskinder-fluechtlingsheim

    2. Dieser Artikel über die Pegida, in dem ein Pegida-Anhänger darüber schimpft, wie gut es den Flüchtlingen in ihren „Heimen mit Vollversorgung“ geht: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-12/pegida-dresden-protest-islamisierung

    3. Und zum Schluss, zum Ausdrucken, bookmarken und dem nächsten Diskussionspartner, der Bullshit redet, um die Ohren hauen: Die Zahlen gegen Vorurteile: http://www.sueddeutsche.de/politik/faktencheck-zur-einwanderung-zahlen-gegen-vorurteile-1.2240831

    Ansonsten ist es schon spannend, wie die Leute in Sachsen vom bösen Islam überfallen werden. Der Anteile der Muslime in der Bevölkerung beträgt übrigens 0,1 %. Aber wer kanns den Muslimen verdenken, dass sie da nicht wohnen wollen…

    Richtig schlimm find ich ja übrigens, dass sich diese Vollhorste sich des „Wir sind das Volk“-Ausrufes bedienen. Anscheinend hat man vergessen, dass es noch keine 30 Jahre her ist, dass diverse Menschen aus genau dieser Region selbst zu Flüchtlingen wurden und froh waren, dass man sich in der BRD um sie gekümmert hat. Zum Kotzen, das. :/

    So, und damit es hier nicht allzu deprimierend endet: Statt „Bat Jesus…“ hab ich übrigens „Bat-Jesus“ gelesen. So wie Batman. Ich glaube, ich brauch mehr Kaffee… 😉

    Liebe Grüße und schonmal frohe Weihnachten an dich!

    1. Huhu,

      ich versuche gar nicht auf einzelne, verklärte Protestler zu schauen. Denn du wirst in jeder noch so großartigen Demonstration immer auch Leute finden, die da einfach nur mitlaufen und bei denen du nur den Kopf schütteln kannst, wenn sie den Mund aufmachen. Leute, die selbst eigentlich in dem Moment merken müssten, dass sie selbst keine Ahnung haben und sich allein von ihren Vorurteilen ernähren.

      Auch bei den Asylunterkünften gibt es jene, bei denen man sich fragt, wie es zu solchen Situationen in solch einem reichen Land kommen kann und ebenso auch gute Beispiele (die leider weitaus seltener sind), wo Familien genug Raum für sich haben und die Gemeinschaft sich freundschaftlich einbringt.

      Wenn du mit den Zahlen und Fakten kommst, dann werden Gegner damit argumentieren, dass die ja eh gefälscht sind. Und eigentlich sind mir solche Daten auch vollkommen egal. Ich habe mal in einer Diskussion solche Fakten eingestreut und die werden einfach übergangen oder man argumentiert mit zukünftigen Kosten, obgleich niemand die Zukunft und die Entwicklung kennt. Ich weiß nur, dass ich als gutverdienender Ausländer gerade einen Grund (und auch die Möglichkeit) hätte, dieses Land zu verlassen. Und was es kostet, wenn jene gehen, die viel Geld in unser Sozialsystem pumpen und wenn aufgrund ihrer Arbeitsniederlegung weitere Jobs flöten gehen, die von ihnen lebten, das ist kaum abzuschätzen.

      Da ich selbst aus der DDR komme, sehe ich die Wiedervereinigung nicht als Flucht, in dem Sinne. Dennoch stimmt es vollkommen. Man kümmerte sich und gab ohne Ausnahme. Bei den Protesten laufen aber auch viele mit, die sich als Verlierer der Wende sehen, daher erwarte ich gar nicht, dass es da zu einer Einsicht kommt. Man sieht an Dresden gerade, dass die Angst vor etwas immer dann am größten ist, wenn der Grund für die Angst gar nicht vorhanden ist. Ich habe deswegen auch eher Angst vor den Verblendeten, die jeden Mist glauben und damit Ängste schüren und eine friedliche Gesellschaft spalten, denn das passiert wirklich. Ich werde mich aber über jedes neue Gesicht in unserem Land freuen.

      Und Bat-Jesus geht ja eigentlich gar nicht, weil Jesus durch seine Superkräfte auch ein Superheld ist, Batman wäre da ja ein Abstieg… 😉

      Auch an Dich ganz besinnliche Weihnachten!

      1. Na, ich meinte mit der DDR-Flucht nicht die Wiedervereinigung. Sondern schon die Leute, die wirklich geflohen sind – oder bei der Flucht erwischt wurden, im Gefängnis landeten und dann teilweise von der BRD „freigekauft“ wurden.

        Was die Fakten angeht, hast du natürlich recht. Wers nicht hören will, wills nicht hören.

      2. Achso, jene Flüchtlinge meinst du. Ich hab aber auch über den Punkt nachgedacht, ob man eben nicht auch die Bevölkerung der DDR als Flüchtlinge betrachten könnte. Und es ist eben allein eine Frage der Definition, denn sie (bzw. wir) verließen unseren Staat und kamen zu einem bestehenden hinzu. Nunja, es war nur ein Gedankenspiel und es wäre Verklärung, dies als Flucht zu bezeichnen, denn es war ein klarer Kampf und Widerstand. 🙂 Kommen wir nun zu den Demonstranten zurück: Einige von denen waren ja vielleicht sogar ganz gern in der DDR und sahen die Flüchtlinge als Vaterlandsverräter an…wer weiß…

  4. Ich denke mal, für die Leute, die da mitdemonstrieren, ist die Angst schon echt, auch wenn sie wenig Grundlage in der Realität hat. Da hilft nur Aufklärung. Bisher allerdings zeigt sich die Pegida ja nicht besonders an Kommunikation interessiert… 😦

    1. Die Aufklärung beginnt ja mit der Frage (deswegen stellte ich sie in dem Eintrag) wogegen da eigentlich protestiert wird. Was genau das für eine Angst sei, denn ein denkender Mensch wird in den Antworten schnell erkennen, wie unecht diese Ängste und Sorgen sind. Klar, für die Leute dort erscheinen sie echt. Ich denke aber durchaus, dass es Demonstrationsteilnehmer gibt, die kommunizieren wollen, allein die Spitze will es nicht und auch das sollte man als Demonstrant einmal hinterfragen. Oder man glaubt allein, dass die Medien es eh verdrehen werden. So ganz unwahr ist das leider nicht, aber man braucht ja nicht darauf zu warten, dass ein Politiker oder ein Talkmaster sich mit einem Organisator unterhält. Man kann diese Unterhaltung auch selbst führen. Unterhaltungen, bei denen man zuhört und Fragen ehrlich beantwortet.

      1. Ja, das finde ich auch seltsam, dass einerseits geschimpft wird, wie „die“ Medien alles verdrehen und sowieso nur lügen, aber andererseits brav geschluckt wird, was die Organisatoren an „Fakten“ verbreiten (und dass sie gleichzeitig völlig uninteressiert daran sind, diese „Fakten“ in einer öffentlichen Diskussion zu verteidigen). Es hat halt alles ein bisschen einen verschwörungstheoretischen Beigeschmack.

      2. Man stellt vermutlich die Masse, in der man mitläuft nur schwer infrage und greift stattdessen eher das an, was einen irgendwie bedroht. Ich wünsche mir da ein wenig mehr Gandhismus. Ich fühle mich zumindest nicht mit diesen Leuten „wie das Volk“ und sie sind es auch nicht. Schon schade, dass ein Ruf, der für so viel Wunsch nach einer besseren Welt steht, nun immer mehr verkommt und für rechte Zwecke missbraucht wird. Verschwörungstheorien funktionieren leider immer besser, seit klar ist, dass so einige tatsächlich wahr wurden…

  5. Danke, Ben. Gut geschrieben. Diese Fremdvorurteile hast Du gut beschrieben. Das ist mir nicht unbekannt. Und es erzeugt in mir ein Unwohlsein, weil es mir zeigt, wie manipulierbar ich bin, wenn man mich nur lange genug mit Dreck vollstopft. Du hast an mir gerüttelt und mir gezeigt, dass ich damit nicht alleine bin. Das nimmt mir die Angst davor. Will sagen, so drücke ich es nicht mehr verschämt beiseite, sondern sehe es an und kann es ändern.
    Vielen, lieben Dank!

    Silvia

    1. Es ist mir schon wichtig, nicht nur auf die Fehler anderer Leute zu zeigen, wenn ich mir meiner eigenen bewusst bin. Ich empfinde es als Stärke, diese eigenen Fehler zu erkennen, sie zuzugeben und somit offen zu bekämpfen. Wir alle können auf diese Weise ehrlicher mit uns selbst umgehen, denn wir sind alle nicht davor gefeit, uns von Ängsten anstecken zu lassen, die gar nicht unsere sind. Wohin das führt, wissen wir eigentlich und können es tagtäglich in Zeitungen lesen.

      Ich möchte Dir dafür danken, dass Du Dich gerade zu dem Punkt äußerst, denn es hilft auch mir, mich da weniger schwach zu fühlen.

      Ben

    1. Kritik am Islam kommt auch gar nicht von dieser Bewegung, sondern leider nur Feindbilder. Kritik am Islam finde ich nicht schlimm, solange man weiß, wovon man spricht. Immerhin übe ich gern auch Kritik am Christentum. 😉 Dein neuester Eintrag liegt jetzt schon seit er veröffentlicht wurde in einem Extratab, nur kam ich bisher nicht dazu, ihn zu lesen…herrje

    1. Ja, wir sollten wohl alle Flagge zeigen und klarmachen, dass WIR das Volk sind und dass WIR sehr gern Menschen aus anderen Ländern hier aufnehmen. Ich freue mich über die Vielfalt des Menschen und kann mir keinen größeren Wunsch vorstellen, als eine Klasse mit den unterschiedlichsten Kulturen. Eine Klasse mit Blondschöpfen und blauen Augen würde mich wohl auch eher schreiend davonlaufen lassen…welch Horrorvorstellung.

  6. Bravo Ben! Die richtigen Worte, wo andere, zum Beispiel ich, noch um Worte ringen. Ich sah die Bilder und dachte an das Dresden in das ich mich verliebte und daß das da gezeigte eine andere Stadt sein müßte. Manchmal denke ich, wir Ossis sind so ignorant gegenüber ausländischen Menschenkindern (Mit wir meine ich niemanden explizit, aber das weißt Du ja.), weil wir kaum in Berührung kamen mit welchen. Wie hoch ist den der Anteil an Muslimen in Dresden? Verschwindend gering. Jedes Mal, wenn ich von weitem die Yenidze grüßen sehe, denke ich wie schön es doch wäre, stünde da eine richtige Moschee. Hier im Provinzstädtchen steht eine und wird regelmäßig für alle geöffnet. Es ist jedesmal ein ganz besonderes Erlebnis.. aber ich komme vom Thema ab.
    Als ich die Rufe vernahm, wurde mir regelrecht schlecht. Ich bin damals mitgelaufen und muß die Worte jetzt so mißbraucht wieder vernehmen. Speien könnte ich, doch das änderte nichts. Entgegentreten, Einhalt gebieten, so wie Du es hier tust. ich stelle mich neben Dich und sage auch: Ich will kein Nazi sein!

    1. So sehr hat es dir ja gar nicht die Sprache verschlagen, wenn ich die Länge deines Kommentars so betrachte. 😉 Ich erinnere mich an mein Jahr in Dresden. An die Gänsehaut, die ich auf dem Platz vor der Semperoper hatte, als ein Chor einen Song von Queen sang. So viele gute und schöne Erinnerungen…und diese werden nun getreten. Ich kann daher nur vermuten, wie tief dich ein Tritt trifft, wenn eine so klare Botschaft, die nach Freiheit rief, nun für braune Zwecke missbraucht wird. Lass uns hoffen, dass die Zahl jener nicht anwächst, die uns schon ein wenig verzweifeln lassen, weil man doch glaubte, dass wir endlich weiter wären…
      Vielen Dank für deinen Kommentar.

      1. Nicht verschlagen, aber ich rang um Worte, mein lieber Ben. Danke für’s Anschubsen, ich habe Deinen Beitrag ausnahmsweise mal ohne nachzufragen verlinkt. Ich hinterlege mal ein Pardöngschepralinchen dafür.

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