Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 1 – Tiefer Schlaf

Es sollte nur eine kurze Fahrt den Hooghly entlang werden, der durch Kalkutta fließt und alles mit sich nimmt, was hineinfällt oder hineingeworfen wird. Wie hätte ich ahnen können, dass ich mich besser nicht in die Mittagssonne aufs Deck hätte legen und einschlafen sollen? Als ich wieder erwachte, stotterte der Motor sein letztes bisschen Leben aus. Ich blickte über den Bug und sah das offene Meer vor mir. Der Blick zurück zeigte mir das gleiche Bild. Der Indische Ozean und ich allein in einem Kutter auf ihm. Meine Tasche hing noch an mir, aber was brachten mir Geld und meine Papiere mitten im Meer? Ich durchsuchte die Kanister, ob noch Treibstoff in ihnen war, doch sie waren leer. Weder Benzin noch Wasser war vorhanden. Den Weg nach Norden hätte ich schon gefunden, auch wenn die Sonne gerade unterging und somit die Zeit knapp wurde, sich zu orientieren. Schon überraschend, dass ich mich ganz ruhig hinsetzte und an nichts dachte. Wäre es nicht natürlich, jetzt in Panik auszubrechen? Oder einfach zu schreien und zu weinen? Mir war nicht danach. Ich saß auf dem Boot und ließ mich treiben. Ich lachte sogar, weil mir der Gedanke kam, dass der Kutter ja jetzt mir gehörte. Ich hatte nur leider nichts davon.

Teil 2

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

8 Kommentare zu „Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 1 – Tiefer Schlaf“

      1. Spontaner erster Gedanke.
        Ja. Manchmal wacht man (okay, okay!) wache ich auf, blicke mich um und treibe gerade ohne Wasser und Treibstoff in unbekannten Gewässern.

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