Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 4 – Dialog im Auto

Zum Beginn der Geschichte

Das Auto ist noch kalt von der Nacht und so fahren wir stillschweigend Richtung Serbien, einige Kilometer südöstlich von Zagreb machen wir Halt zum Tanken. Benzin und Sonne, dann geht die Fahrt weiter: „Was war dein krassestes sexuelles Erlebnis? Waren es die zwei Frauen gestern Nacht?“ „Ich weiß nicht…“„Hattest du schon mal was mit einem Mann?“ „Hm…“„Hm???“„Ich weiß nicht, ob er sich als Mann bezeichnen würde.“ „Also war es ein Mann mit Brüsten?“ „Hm…was genau macht einen Mann aus? Er hatte glatte, zarte Haut. Sein Gesicht war das einer schönen Frau. Ist es allein der Schwanz, der einen Menschen zum Mann macht?“ „Ja…nein…irgendwie schon oder? Also war es ein Transsexueller?“ „Ja, so nennt man es eben. Ich hatte danach auch was mit Kerlen. Wirklich schöne Gesichter.“ „Warum?“ „Einfach so, weil es angenehmer ist, nicht allein zu schlafen.“ „Also bist du bi?“ „Ich weiß nicht, ob ich diese Einteilung brauche. Bin ich ein Mann oder eine Frau oder ein Transsexueller? Bin ich hetero-, homo-, bi- oder asexuell? Manchmal bin ich irgendwas davon. Was war ich letzte Nacht mit den zwei Frauen, ein hetero-bisex-genießender Zweimann? Und hätte ich nur zugeschaut, wär ich dann asexuell?“ Wieder setzte ein Schweigen ein, um das Gesagte zu überdenken.

Teil 5

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

11 Kommentare zu „Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 4 – Dialog im Auto“

    1. Ein Wort darf ruhig vorhanden sein, nur der Umgang damit, der ist das Problem. Wie oft ich früher das Wort „schwul“ benutzt habe und damit etwas als langweilig oder ungewollte zu bezeichnen…ich liebe ja die Sprache und deswegen auch all ihre Wörter und wenn „Sex“ darin vorkommt, dann umso mehr ^^

      1. Stimmt schon. Der Umgang damit.
        Andererseits ist mir zum Beispiel bei deinem Lieblingswort Sex egal was wie heißt. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich keinen Drang verspüre, darüber zu reden. Dann wären Worte wohl hilfreich. Nebst Zeichnungen oder Pantomime.

      2. Mein Lieblingswort ist es gar nicht und ich rede durchaus offen über Sex, weil Offenheit wichtig ist, damit es keine gesellschaftlichen Tabus gibt. Gleichzeitig ist es jedermanns Privatsache und muss daher auch nicht besprochen werden. Ich finde es immer höchst peinlich, wenn wieder die Frage umgeht, ob Promi xy schwul ist…

      3. Ich bin einfach nicht die Zielgruppe und weil ich das akzeptiere, warte ich bei solchen Dingen gar nicht, bis sie einen vorläufigen Schluss gezogen haben.

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