Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 7a – A Place To Sleep

Zum Beginn der Geschichte

Dieser Teil ist von Meichy verfasst worden. Ich habe mir erlaubt, ihn in zwei Teile zu splitten, damit es nicht zu viel wird. Vielen Dank, Meichy:

Es war schon spät in der Nacht, als Pete meinte, wir sollten eine Pause machen und etwas Schlaf finden. Ich war beim Fahren so konzentriert gewesen, dass ich meine Müdigkeit nicht bemerkte. Erst als wir den VW geparkt hatten und ich ausstieg, fiel mir auf, wie träge sich meine Gliedmaßen schon anfühlten. Wir hatten in irgendeiner bulgarischen Kleinstadt Halt gemacht und gingen nun auf ein Haus zu, das wir für eine Herberge hielten. Keiner von uns konnte Bulgarisch und die Schriftzeichen waren ebenfalls fremd. Aber auf der Fassade befand sich ein kleines Schild mit einem Bett, das uns hoffen ließ.

Die Eingangstüre war offen und eine junge Frau saß an einem Schreibtisch unter einer flackernden Lampe. Sie schien eingenickt zu sein und hörte uns nicht als wir eintraten.

„I’m sorry, is there a room available?“, flüsterte Pete, da er sie scheinbar nicht erschrecken wollte. Sie öffnete ruhig ihre Augen, fuhr sich durch ihr schwarzes Haar und blickte uns kurz verwirrt an, bevor sie nickte. Sie nannte uns den Preis für die Nacht und zeigte uns das Zimmer. Es war sehr eng und herabgekommen, in Deutschland würde vermutlich niemand für so etwas Geld bezahlen. Aber wir waren nicht auf der Suche nach Luxus, eine weiche Unterlage zum Schlafen reichte schon.

Zwei Stunden nachdem wir uns hingelegt hatten, blickte ich auf die Uhr. Pete atmete ruhig neben mir und ich beneidete ihn um seinen Schlaf, der mir verwehrt blieb. Ich hatte Durst und sehnte mich nach Gesellschaft. Ob die junge Frau noch an ihrem Schreibtisch saß? Ich wollte es unbedingt wissen.

Ja sie tat es. Sie schien wieder in ihrem Sessel zu schlafen. Während ich sie kurz beobachtete, fiel mir auf, dass sie sehr schön war. Dunkles, welliges Haar, gebräunte Haut und schwarze Augenbrauen, die einen Kontrast zu ihren zarten Gesichtszügen bildeten. Sie hatte so wohlgeformte weibliche Rundungen, dass westliche Modezeitschriften sie vermutlich als pummelig abtun würden. Aber sie hatte das gewisse Etwas. Eine wirklich attraktive Frau.

Ich räusperte mich und sie öffnete die Augen. Sie blickte mich an, als wüsste sie, was mir den Schlaf raubte. Verständnisvoll und ein wenig mitleidig. Ohne Worte stand sie auf und deutete mir den Weg in eine kleine Küche, wo sie mir eine Glas Wasser gab.
„Coffee?“, fragte sie. Da ich die Hoffnung auf Schlaf schon aufgegeben hatte, nickte ich.

„So what are you guys doing in this tiny bulgarian town?“, wollte sie wissen, während sie Kaffee aufsetzte. Ich erklärte ihr, dass wir auf dem Weg nach Indien waren. Sie nickte, als würde sie verstehen, warum man sein Leben einfach mal zurück lässt und beinahe um die halbe Welt reist. Ich erzählte, dass ich ein paar schwere Monate hinter mir hatte und Abstand brauchte. Doch sie schien es nicht wissen zu wollen, denn sie drehte sich um und legte mir ihren Zeigefinger auf den Mund.

Ich blickte sie überrascht an. Ihre Berührung erschreckte und erregte mich zugleich. Ich weiß nicht, wie lange wir so standen, vielleicht 10 Sekunden, vielleicht 5 Minuten, bis sie sich wieder umdrehte, um mir Kaffee einzuschenken. Sie reichte mir die Tasse und lächelte mich an, bevor sie einen Schritt auf mich zu machte. Wir standen nun so nahe, dass sich unsere Körper beinahe berührten. Sie blickte mir tief in die Augen, mit diesem wunderbar verständnisvollen Blick, und dann küsste sie mich. Ganz sachte und zärtlich, doch es war sofort klar, dass es heute Nacht nicht bei diesem Kuss bleiben würde. Von ihr ging eine unglaubliche Anziehungskraft aus, weswegen ich erstmal nach Luft schnappen musste, als sie den Kuss beendete. Mein Kaffee war inzwischen abgekühlt und ich hatte keine Lust mehr darauf. Ich wollte nur noch diese Frau schmecken, riechen, spüren. Sie verließ die Küche und flüsterte: „Come on.“, was ich als Einladung, ihr zu folgen, verstand. Sie führte mich in ein Zimmer, das aussah, als wäre es das ihre. Es war ein typisches Mädchenzimmer, mit Fotos von mir unbekannten Menschen an der Wand, Parfum auf der Kommode und geblümter Bettwäsche. Es war nur spärlich durch eine kleine Nachttischlampe beleuchtet.

Teil 7b

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

27 Kommentare zu „Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 7a – A Place To Sleep“

  1. Ganz feinfamos, liebes Fräulein Meichy und danke fürs Präsentieren, lieber Ben. Es passt sogar zu Deiner Schreibe. Freue mich schon, wie es weitergeht. Schönstsonntagsgrüße an euch beide.

      1. Ach, Ben, Du weißt doch, wie gerne ich mir meine Pupillenpralinchen einteile und in Vorfreude schwelge. Dir auch einen wundervollen Sonntag, von Herzen.

      2. Nun, es ist deine Geduld, auf die es ankommt 😉 aber da es eine hocherotische Szene ist, darf auch noch gewartet werden, bis es wieder ein wenig dunkler geworden ist. 😉

      3. Orr, Du nun wieder. Jetzt rappelt mir doch die Neugierde hinterig rum. Was spricht eigentlich gegen einen Quicky am hellerlichten Tag? Nix, also bis gleich…

  2. Pingback: farbenfroehlich

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