Freedom of Speech

Wer zehn Minuten Zeit hat, der kann sich gern mal folgendes Video anschauen, auf das ich stieß. Vielen Dank an Mary für diesen Eintrag, der mich dorthin führte, ich hoffe, es ist okay, dass ich Dich hier ungefragt verlinke.

Wem das zu lang ist, dem erkläre ich fix, was ich gesehen habe:

Dr. Reza Aslan (er ist Religionswissenschaftler) schrieb ein Buch über Jesus. Er selbst ist Muslim und deswegen sollte er auch nicht über Jesus schreibe, so die Meinung der Interviewerin.

Mir geht es weniger um die Dummheit, die in solch einem kategorisierenden Denken steckt, denn folgt man dieser Denke, dürfte ich nur mit Leuten sprechen, die genau meiner Meinung sind und das sind…Moment…oh…NULL MENSCHEN.

Es geht mir um die so hochgelobte Meinungsfreiheit, die uns gestattet, Karikaturen über den Propheten Mohammed zu drucken, die es aber einem Muslim verbietet, über Jesus zu schreiben und das in einer ernsthaften und wissenschaftlichen Form…man sollte sich nicht über das Interview aufregen, das ist unsinnig.Stattdessen sollte sich jeder Mensch fragen, wo die eigenen Grenzen sind. Finde ich es lustig, wenn jemand meine Mutter beleidigt? Aber wenn es doch nur Satire war?

Meinungs- und Pressefreiheit haben einen Zweck, nämlich gegen Missstände aufzuklären. Meist sind diese politischer Natur, aber sie können auch religiöser Natur sein. Ich könnte mich über einen Jesus amüsieren, der mit dem Kreuz auf dem Rücken über den mittleren Osten fliegt, eine Bombe abwirft und dann zu einer Taube „Peace“ zwitschert.

P.S. bevor das zu einer Diskussion über die Rechtmäßigkeit von Anschlägen usw. wird. Darum geht es mir nicht. Wer mich liest und kennt, weiß dass ich Gewalt verabscheue und sie niemals rechtfertige. Es geht mir allein darum, dass wir ganz ehrlich unsere eigene Einstellung überprüfen. Jeder von uns.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

17 Kommentare zu „Freedom of Speech“

  1. Ich bin ja auch gegen jegliche Art von Gewalt, aber ich bin während des Interviews in das Notebook eingetaucht und habe der Journalistin Eine gescheuert… (Wobei er aber auch die Bescheidenheit nicht mit Suppenlöffeln gegessen hat… Cool fand ich ihn aber trotzdem!)

    1. Ich habe mir andere Einträge von ihm angesehen und ich glaube, dass er in dem Video einfach die Schnauze voll hatte und deswegen seinen PhD immer wieder erwähnen musste, weil die Frau ihn ja nicht als Doktor, sondern als Muslim ansah. Ich kann schon verstehen, dass ein gebildeter Mensch in solch einem Moment nach einem Mittel sucht, mit dem er sich verteidigen kann. Eine gewisse Arroganz mag er durchaus besitzen, aber die schenke ich ihm. Denn in der Sache hat er recht.

      1. Er hatte absolut Recht. Als könnte sich ein Humanmediziner nicht für Tiermedizin interessieren… Journalistische Neutralität sieht anders aus…

      2. Wie gesagt, es gab noch mehr Interviews und ich schämte mich für die Kommentatoren, die ihn gern abwürgen oder korrekte Argumente einfach unter den Tisch fallen lassen, weil sie sonst zugeben müssten, dass er recht hat. Sehr peinlich, wie man zu diskutieren meint, während man vermutlich nur hofft, dass man einen Muslim zum explodieren bekommt, denn dann können sich die Zuschauer zurecht vor solchen Verrückten fürchten. Bei diesem Interview fand ich es gut, dass er am Ende die Vermutung aufstellt, dass sie das Buch nicht gelesen hat. Nur worauf begründet sich dann die Diskussion?

      3. Vermutlich kann sie Christentum aus der Sicht oder dem Erlernten/Studierten eines Muslims nicht verstehen. Nach dem Motto „Wie kannst du bloß?“. Die Tatsache, dass ein Muslim, sich mit dem Christentum beschäftigt, war evtl. Grund genug. Kleinkariert! Peinlich finde ich auch, dass sie sich wahrscheinlich nicht mit seiner Vita auseinandergesetzt hat…

      4. Genau da haben wir das Problem. Die Amerikaner stecken ja eine ganze Menge Geld in ihre Nachrichtenkanäle und dennoch wird das offensichtlich nicht für seriöse Berichterstattungen genutzt. Meinungsfreiheit bringt übrigens gar nichts, wenn nur eine Meinung vertreten wird. Oh, das klingt nach der Weisheit des Tages 😉

      5. Das, was die Amis mit deren Nachrichten machen und was du, Weiser des Abendlandes, beschreibst, verbinde ich mit der wahren „Lügenpresse“…

  2. Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und nenne die Ignoranz der Interviewerin die Eitelkeit des Gutmenschentums mit gepachteter einziger Weisheit. Kein Muslim hat Ahnung vom Christentum. Man könnte das auf ganz kleine Nenner runterrechnen, die uns im Alltag allerorten begegnen. Und bin da ganz bei Dir, lieber Ben, da muß jeder seine Haltung überprüfen.
    Und nun erstmal Deine Glaubenseinträge nachlesen, das habe ich noch gar nicht geschafft, herzlichst, Deine Käthe.

    1. Was ist denn eigentlich Gutmenschentum? Ich finde es aber auch richtig, weniger auf die Frau selbst zu schauen, denn dieses Interview war ja für den normalen Menschen gemacht und auf den wird es zugeschnitten. Es wird eine Aufregung erzeugt, die vollkommen sinnlos ist. Dann darf bald niemand mehr irgendwas diskutieren oder sich mit etwas beschäftigen, nur weil es nicht in seinen Hintergrund passt. Aber diese verkürzte Denke ist nichts neues. Ich denke da an Edward R. Murrow, dem vorgeworfen wurde, Sympathisant des Kommunismus zu sein, weil er Kontakt zu Leuten pflegte, die linksgerichtet waren. Schublade auf und wieder zu…und eben deswegen geht es darum, sich selbst zu hinterfragen. Gerade nachdem ich neulich schrieb, dass ich kein Nazi sein möchte. Aber bei der Einstellung bleibe ich auch weiterhin und fühle mich sogar gestärkt in dieser Ansicht durch das, was ich hier erleben durfte.
      Da hab ich dir ja eine ordentliche Wochenendbeschäftigung gegeben, die du ja schon beendet hast, wenngleich noch eine neue Geschichte eingestellt werden wird. Und keine Sorge, die Reise nach Indien wird auch noch fortgesetzt werden 🙂
      Herzlichst, Ben

      1. Auch das sogenannte Gutmenschentum fängt in meinen Augen ganz unten an. „Ich würde ja nie meine Hand gegen einen von denen erheben, aber eine Moschee in meiner Nähe, nee danke…! „Ich habe jetzt eine polnische Putzfrau, die wollen ja auch von was leben.“ „Die haben jetzt einen Schwarzen als Pfarrer, naja, da solls ja auch Gläubige geben. Immerhin gehts dem hier besser.“ Alles Aussagen, wo sich mir der Hals wellt und die ich als von oben herab geblickt einschätze. Oder halt eben auch die Interviewerin, die nicht begreifen kann oder will, was für eine Berufung ihr Gesprächspartner hat, nur weil er einen anderen Glauben hat.
        Demfeierabendentgegenhibbelnde Grüße nochmal, vorschneefreukullerig, Deine Käthe.

      2. Ah okay, jetzt verstehe ich, wie du es meinst. Ich missverstehe den Begriff „Gutmensch“ nämlich nur zu gern. Das liegt vermutlich an mir als Germanist, der sagt, dass ein Gutmensch ja eigentlich auch tatsächlich ein guter sein muss 😉 wer mich also als Gutmensch bezeichnet, dem blicke ich ganz gelassen entgegen und nicke arrogant zustimmend 😉 wobei ich das bei deiner Erklärung nicht mehr machen würde 😀 und der Schnee brauch hier nicht zu fallen, ich will noch radeln heute. Aber dafür gern bei dir, Dein Ben.

  3. Fox News. Da erübrigt sich jegliches Aufregen.
    Das ist das dritte Mal innert kürzester Zeit, dass mir der Mann über den Weg läuft. Das deute ich jetzt aber als Zeichen, eins seiner Bücher lesen zu müssen. 🙂
    LG
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