Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 8 – Zwischen den Kontinenten. Inmitten der Kulturen

Zum Beginn der Geschichte

Die Stadt am Bosporus erschlug mich. Was für eine Masse an Stadt, Kultur und Menschen. Die Architektur erinnert mich an die Menschen in Hamburg. Der alte Ehrenwerte sitzt neben dem heruntergekommenen, schlaksigen und jungen Kerl in knallbunten Klamotten. Sie geben ein ungleiches Paar ab, aber sie sitzen friedlich beieinander und trinken ihr Bier oder ihren Tee, je nachdem ob man in Hamburg sitzt oder durch die Gassen Istanbuls zieht.

„Kennst du das, wenn du morgens aufwachst und dich fragst, in welchem Leben du eigentlich steckst?“, fragte ich Pete. „Nö. Für mich ist die Welt ein riesengroßer Spielplatz, auf dem ich ständig Neues erlebe und Menschen kennenlerne.“ „Mir geht es da gerade anders. Ich weiß gar nicht, zu wem das Leben bisher gehörte. Dieses hier fühlt sich nach mir an.“ „Dann lebe doch auf diese Weise. Hör auf darüber zu reden und nachzudenken und mach es einfach“, sagte Pete in einer sehr ruhigen Art. Er redete mir gut zu.

Istanbul wäre ein guter Anfang. Wie offen und liberal der Umgang hier war, das war es doch, wonach ich suchte. Oder Bulgarien, da hatte ich doch auch schon eine Heimat gefunden, aber statt zu bleiben, lief ich weiter. Die Reise sollte bis Indien gehen, das beschloss ich in dem Moment und dann würde ich weitersehen.

Teil 9

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

39 Kommentare zu „Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 8 – Zwischen den Kontinenten. Inmitten der Kulturen“

  1. Auf nach Indien, wo er in einem buddhistischen Kloster auf Landsmann Heinrich trifft, der dort, nach einer Reihe mysteriöser Todesfälle in seiner Stadt, mit seiner Kampfkatze entspannt und entschleunigt… (Späßle g’macht! :-D)

      1. Das wäre ja der Hammer: Tiger ist in Wirklichkeit ein Manekineko (aus Japan, nicht China! 😉 ) und der Kutter ist bereits Heinrich… Einverstanden! 😉

      2. Aha, aus Japan und ich versuche mir den Namen zu merken. Vermutlich stand unter der letzten Manekineko „made in china“ und ich habe mich deswegen zu diesem Irrglauben verleiten lassen 😉 und der Kutter könnte tatsächlich Heinrich heißen, wenngleich man Booten doch immer Frauennamen gibt oder?

      3. Das mit „Made in China“ kann gut sein, ja, und je nachdem mit welcher Pfote die winken, hat das eine andere Bedeutung.
        Uuups, da kommt bei mir der Migrationshintergrund durch: ich dachte, dass Kutter, der Bootsführer ist und nicht die Bootsart. Zu einem Kutter in Indien passt Heinrich m.E. definitiv nicht.

      4. Aha, das auch noch. Na Tiger wird sich dafür aber zu fein sein. Die winkt höchstens zum Abschied, also zum endgültigen ^^
        Ein Kutter ist tatsächlich lediglich das Boot selbst. Ich glaube ganz typisch ist für ihn, dass er einen Motor hat und eine kleine Überdachung. Und nein, Heinrich passt da nicht hinein. Ich wollte eher darauf hinweisen, dass trotz acht Kapiteln die Hauptfigur hier keinen Namen besitzt 😉

      5. … und ich habe nach deiner ersten Antwort von heute gesponnen, dass sich „Der Kutter“ und „Der Katzenmann“ um den gleichen Typen handeln könnte, aber zeitversetzt… (Wobei ich den Eindruck habe, dass beide charakterlich sehr unterschiedlich sind.)
        Für mich war der „Kutter“ halt der Kutter und der, der von Pete begleitet wird. So wie du geschrieben hast, braucht er ja gar keinen Namen und wenn er sich nicht vorstellt, dann gibt es eben keinen Namen.^^

      6. Ja, ich habe das zwar angedeutet, aber eben nur als eine Möglichkeit, die ich selbst ebenso wenig sehe, wie du. Das sind zwei vollkommen andere Typen. Aber möglich ist alles ^^

        Er braucht tatsächlich keinen Namen. Es gibt sogar Bücher, in denen die Hauptfigur namenlos bleibt und es fehlt dem Leser nicht.

      1. Keine Ahnung, wenn ich ehrlich bin. Ich habs neulich nur gesehen. Und mich auch etwas gewundert. Dachte, das bringt Unglück, die Seeleute waren doch immer so abergläubisch …
        Vielleicht haben auch nur die Schlepper männliche Namen??? Und schleppen dann die Schiffe mit den weiblichen Namen (ab) ;-D …
        Muss ich mal einen Hamburger Fachmensch fragen.

      2. ;-D kleiner (Ab)schlepper, großes Schiff ….

        Aha, und interessanterweise werden Schiffe also offensichtlich als weiblich tituliert, obwohl sie männliche Namen haben: DIE Karl-Heinz.

      3. Schiffsnamen werden in der Regel so gewählt, dass für die Schiffseigner eine Bedeutung im Schiffsnamen enthalten ist. Diese Bedeutungen enthalten oft Wünsche für das Schiff (Fortuna, Felicitas etc.), Erinnerungen an Personen (Gorch Fock, Friedrich der Große, Blücher etc.), geografische Namen, Tiernamen, Namen aus der Mystik und aus vielen weiteren Bereichen.[2]

        Schiffsnamen sind in Nordeuropa und Nordamerika meistens weiblich, insbesondere wenn es sich um Schiffe handelt, die nach Personen oder geographischen Begriffen benannt sind (die „Eisenhower“, die „Hamburg“). Schiffe, die nach einem Ausdruck mit Artikel (zum Beispiel Tiere, astronomische Begriffe) benannt sind, behalten dessen Genus normalerweise bei (der „Widder“, das „Frettchen“), es kann jedoch auch die weibliche Form verwandt werden (der/die „Pfeil“).[3] In romanischen und slawischen Sprachen wird das Genus des Namens beibehalten. Die österreichische Seemannssprache (bis 1918) lehnt(e) sich daran an – es gab also den „Szent Istvan“, die „Kaiserin Elisabeth“, den „Sankt Georg“ und die „Wien“ (von: die Stadt).

      4. Aha, nun denn, dann braucht es ja keine weitere Recherche. Ich werde den Kutter aus Kalkutta aber namenslos lassen und hoffe, dass das in Ordnung so ist 😉 Danke für die Infos. Heute war Lerntag auf meinem Blog. 😉

  2. Hmm… Mir geht grad noch der Gedanke durch den Kopf, dass man sehr wohl beides in einem Leben (und vmtl. noch viel mehr) erleben kann. Spielplatz und fremdes Leben, Neugier, Offenheit und Mut, sowie Zweifel, Lähmung und das Gefühl, im falschen Leben zu hocken. Und auf der Suche sein nach dem Moment, ab dem es sich besser oder ‚eigener‘ anfühlt. Alles Momente im Leben. Pete hat Recht: Leben und Tun, weniger denken. 😉
    Aber so einfach ist das nicht immer.
    Gute Nacht und sorry dafür, dass ich hier grad immer so sprudel.
    Spricht mich irgendwie an, was für Themen du anreisst und wie du daraus deine Geschichten strickst.
    Schön, dein Blog.

    1. Also vorab: Ich freue mich über jeden Kommentar, da musst du dir gar keine Gedanken machen, sondern darfst auch gern weiterhin rumsprudeln 😉

      Ich denke, dass man das Leben als einen Spielplatz empfinden kann und dennoch sich auch im falschen Leben fühlt.

      Vielen Dank für das Kompliment, gerade bei der Geschichte ist es mehr ein Versuch, meine Gedanken über das Leben zusammen zu fassen. Darunter leidet womöglich die Geschichte an sich, aber dafür gibt es ja auch die Katzenmann-Geschichte 😉
      Noch einmal: Vielen Dank 🙂

      1. 😉 Ok. Gut.

        Ja, kann man beides (gleichzeitig) empfinden. Man kann sogar den Eindruck haben, es sei alles richtig und trotzdem fühlt es sich fremd an. Oder es fühlt sich richtig an und eine gewisse Zeit später doch wieder fremd. Geht alles. Komplizierte Angelegenheit ;-D
        Frage aber: was genau ist eigentlich der Kern dieses Fremdheitsgefühls und wo liegt der verborgen? Mal sehen, ob der Namenlose auf seiner Reise darüber noch etwas heraus findet. 😉

        Na, ich finde gar nicht, dass diese Geschichte leidet. Jeder Abschnitt regt zum Nachdenken an. Ein wertvoller Effekt.
        Und beim Katzenmann ist ja genug Action ;-D

      2. Ja, solange ich zweigleisig fahre, funktioniert das mit der Aktion und mit der Nachdenklichkeit 😉

        Der Namenlose wird am Ende tatsächlich eine große Lehre erfahren und keine große Leere 😀

  3. Ich trug ein kleines Hoffnungsfünkchen in mir, die bulgarische Schönheit hätte sich den zweien angeschlossen, mmmh. Aber wahrscheinlich muß er erst allein, bzw, an der Seite des immer souveränen Pete nach Indien reisen. Es bleibt spannend…
    Schönstgutenmorgengrüße, Deine Käthe.

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