Der Katzenmann – Teil 5

Die Geschichte von vorn

Montag war ein freier Tag für Heinrich, der den verlängerten Morgen genoss. Nur zu gern sah er den Menschen dabei zu, wie sie regsam durch die Gegend stürmten, während in seiner Wohnung die Hektik zu pausieren schien. Ganz ungenutzt sollte der Tag jedoch nicht verlaufen, denn ein Besuch im Baumarkt und in der Tierhandlung stand noch auf dem Plan. Heinrich baute nur zu gern Kletter- und Verstecktürme für seine haarigen Freunde.

Er ging die Wege zu Fuß, da beide Läden in seiner näheren Umgebung lagen. Zudem fürchtete er, dass er mit den Brettern aus dem Baumarkt, nicht hätte Radfahren können. Die Tierhandlung suchte er einzig wegen Tigers Futter auf. Sie aß nur diese eine Sorte und auch dort nicht alle Stücken, vermutlich unterschied sie da anhand der Frische. Es überraschte ihn, als er ein ihm bekanntes Gesicht zwischen den Regalen erblickte. Er nickte dem Gesicht freundlich zu und die Reaktion darauf war eine Begrüßung: „Hallo, Herr Kalkenrisse, ich sollte wohl nicht verwundert sein, Sie hier anzutreffen.“ „Nein, Frau…ähm Leiser. Oder eigentlich doch, denn ich komme nur für eine Spezialität hier her. Haben Sie ein Haustier?“ „Bisher nicht, aber ich hatte darüber nachgedacht. Ich wollte schon immer eine Katze haben, habe es aber nie umgesetzt und nun schaue ich gerade, was es so alles gibt. Ich wollte danach noch zu den Katzenbabys und mir eine aussuchen. Vielleicht so eine, wie Sie sie haben. Die Graue mit dem buschigen Schwanz“, erklärte die Polizistin. „Ah, sie meinen Tiger. Die hat leider nie Nachwuchs gehabt, sonst hätte ich Ihnen einen Abkömmling gegeben. Aber wenn ich Ihnen einen guten Tipp geben darf, dann lassen Sie sich nicht von den süßen Babys blenden und gehen besser ins Tierheim, da wartet gerade eine sibirische Katze auf eine liebevolle Person.“ „Woher wissen Sie…ach ja, Sie arbeiten ja dort. Das habe ich ganz vergessen“, erklärte die Beamte, die nach den zwei Befragungen bereits einen Einblick in das Leben von Heinrich bekommen hatte. „Wann arbeiten Sie denn wieder da. Morgen vielleicht?“, fragte die Beamte und entnahm dem Kopfnicken Heinrichs bereits die Antwort: „Ja, den ganzen Tag.“ „Dann komme ich morgen einfach zu Ihnen und Sie zeigen mir mal jene Katzendame.“ Heinrich nickte fröhlich lächelnd und spürte den restlichen Tag eine Vorfreude, wieder dieser hübschen Frau zu begegnen.

Zum 6. Teil

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

24 Kommentare zu „Der Katzenmann – Teil 5“

      1. … und kein technischer Fehler an einem Ofen wird auch zu einem Großbrand in der Bäckerei führen… 😉
        Bin gespannt wie Tiger auf Frau Leiser reagieren wird… Eifersüchtig?

      2. Du, in meiner Vorstellung heiraten die beiden in drei Jahren und Katzenpisse nimmt den Namen seiner Frau an.
        Aber mach du nur weiter mit deinen Ideen!… 🙂

      1. Sag mir, wenn’s vorbei ist. Bis dahin versuche ich nicht einmal unter die Überschrift zu schielen und halte mir bei den Kommentaren die Ohren zu.
        Ich bin für Aufregung nicht geschaffen…

      2. 😀 ich versuche daran zu denken, dich zu informieren. Da will ich mich aber nicht zu weit aus dem Fenster lehnen…hängt stark davon ab, wie lang es noch braucht, bis ich am Ende angekommen bin. Ich bin doch vergesslich 😉

    1. So, wie angekündigt sind es zehn Teile geworden. Es gibt mittlerweile einige Änderungshinweise, die ich noch nicht umgesetzt habe, aber dennoch steht die Geschichte so und kann von vorn bis hinten gelesen werden. Viel Spaß damit 🙂

  1. Sieh an! So menschenscheu ist der Herr gar nicht, wie ich zuerst dachte. Immerhin lässt er sich in ein Gespräch mit einer hübschen Frau verwickeln. Da laufen manche andere irritiert davon. 😉

      1. Da hast du Recht! Ich dachte nur, er sei menschenscheu, weil er so viele Katzen hat, offenbar als Ersatz für Menschen. Nun nimmt die Geschichte eine andere Entwicklung und ich bin schon gespannt, wie es weitergeht. 🙂

      2. Es gibt ja bereits einen weiteren Teil und ich hoffe, dass es auch weiterhin ein paar Leerstellen gibt, die euch Leser ein paar Fragezeichen auf die Stirn setzen. 😉

  2. Prima … durch die mysteriösen Todesfälle hast du super Suspense geschaffen (wieder so ein Begriff, für den ich keine passende Übersetzung finde) und jeder weitere zwischenmenschliche Kontakt, der irgendwie etwas mit Tiger zu tun hat, weckt bei mir schon die „Vorfreude“ auf den nächsten Toten.

    1. Das höre ich gern. Ich werde jetzt aber nicht alle möglichen Leute über die Klippe springen lassen, das wäre ja auch langweilig. Der nächste Teil wird zum Beispiel keine Leiche enthalten, dennoch hoffe ich, dass er neue Verdachtsmomente für den Leser bereit hält. 🙂

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