Abschied

Weißt du noch, wie dein Kopf in meinen Händen ruhte und mein rechter Daumen auf deinen Lippen? Warum küssten wir uns nicht, wo es so klar war, dass es jetzt sein könnte? Machte es den Abschied auf irgendeine Weise leichter?

Ich litt darunter. Nie wollte ich rauchen und jetzt kann ich die perfekte Zigarette drehen. Ich bin froh, wenn meine Hände etwas tun können. Schlimm wird es nur, wenn ich Zeit habe und ruhig werde. So wie eben, als ich diese warme Tasse Tee hielt und mit dem Daumen darüberstrich. Es erinnert mich überhaupt nicht an dich. Nicht an deine zarte Haut, deine langen Haare oder deine weichen Lippen. Aber dennoch denke ich beim Drüberstreicheln an dich.

An Dich, die nicht mehr da sein wird. Die Hand eines Anderen streichelt dich nun und es ist gut so. Für dich und für ihn. Und für mich?

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

29 Kommentare zu „Abschied“

      1. Ja, das ist es. Man spürt es. Und empfindet es nach.
        Wenn ein Text es schafft, einen das spüren zu lassen, ist es aber wiederum etwas Schönes. Eine Frage der Perspektive 😉

      1. Natürlich, vielleicht darf man sie heute noch lesen 🙂 Es war nur ein kurzer Moment der Erinnerung, den, ich behaupte mal, alle deine Leser auf die eine oder andere Weise kennen dürften.

  1. Oh, Ben, allein in dem Satz „Nie wollte ich rauchen und jetzt kann ich die perfekte Zigarette drehen.“ steckt alle Schmerzenspoesie dieser Welt. Ganz, ganz groß, die Haut möchte sich aufwellen…

    1. Uff…vielen Dank…ich überlege gerade, ob ich diesen schwermütigen Text nicht sogar zur Lesung vortragen soll. Es ist zwar weder Nacht noch Stadt als klares Thema, aber es steckt dennoch drin, denn dort kommen diese Gedanken. In der Stadt, in der Nacht.

      1. Das könntest Du ja noch passend einbauen: „…Aber dennoch denke ich beim Streicheln an dich. So wie jede Nacht, wenn sich die Stille über die Stadt senkt….“
        Ich bin natürlich mal wieder so vermessen, eine gesprochene Variante dieses Kleinods einzufordern, gern mit erkältungsbedingt rauchiger Benstimme, ich glaube, das Tränenwasser wäre nicht aufzuhalten. Herzlichst, die Deine.

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