Herr Karus

Schwebend leicht bewegte sicher Herr I-Punkt Karus über den Boden. Er hatte sich bereits in einige Meter Höhe geschwungen, denn seine golden glänzenden Flügel waren ihm extra dafür angelegt worden. Sie hatten einen Aufdruck „made in heaven“ und „zartschmelzend“, doch das hatte Herr I-Punkt Karus längst vergessen und mal ganz ehrlich, wie oft schaut man schon nach, wo etwas produziert wird. Den Boden hatte er lang nicht mehr berührt, denn zu groß war die Sehnsucht nach mehr Höhe. Die Flügel waren groß und stark genug, ihn über die Welt zu erheben, hätte er nur bedacht, dass er mit der Entfernung zur Erde, der Sonne näher kam. Jener Sonne, die seine Flügel glänzen ließ. Jener Sonne, die seine Flügel tropfen ließ. Jener Sonne, die seine Flügel schmelzen ließ.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

18 Kommentare zu „Herr Karus“

    1. Danke sehr. Ich könnte sie auch noch deutlicher an unsere Zeit anpassen, aber mir genügte diese Variante. Hätte aber schon was gehabt, wenn her Karus zu DSDS geht und zum Superstar wird 😉

  1. Man guckt 1. lieber nicht nach, wo etwas produziert wird oder 2. guckt nach und kauft es trotzdem, weil man es irgendwie doch so toll findet. Und man will es doch haben. Weil weil weil … es einem dem Himmel eben näher bringt. Wenn auch nur ein klitzekleines Stück. Aber immerhin. Es muss so sein. Denkt man.
    (Oder ich??;-)…)

    Und dann plumps: back to reality! ;-D

    Aber jetzt die Frage:
    Ist es nun besser, lieber unten zu bleiben? Kann man nicht abstürzen.
    Oder es trotz dem, dass man vielleicht abstürzt, einfach mal versuchen? Ein bisschen der Sonne und dem Himmel entgegen? Ein wenig fliegen?

    Zwei Möglichkeiten. Meistens.

    Nette kleine goldene Geschichte. 😉

    1. Also es gibt da ja die Redensart, dass man auf dem Boden bleibt bzw. die Bodenhaftung nicht verliert und da passt für mich das Bild des Wachsen bzw. eines „großen Menschens“ dazu. Wenn man fliegt, verliert man den Boden und schwingt sich nach oben. Wächst man aber beständig, so dauert es längert, aber man verliert seine Wurzeln nicht. Vielleicht ist das der Mittelweg 😉

  2. 😉 Ja, das ist ein schönes Bild. Und dem würde ich zustimmen.

    Ich glaube, ich hatte allerdings einfach etwas anderes im Kopf, als ich die Zeilen gelesen habe.
    Mich hat die Geschichte eher vor die Frage gestellt, ob man lieber im sicheren Hafen bleibt, dafür aber auf das goldene Licht des Himmels verzichtet oder aber sich aufschwingt, die gewohnte Sicherheit verlässt und (wenn auch nur kurz) in das goldene Licht (oder die Höhe oder was auch immer) einzutauchen, mit dem Risiko, herunter zu fallen und sich schmerzhaft weh zu tun. Aber um eine Erfahrung reicher zu sein.
    Vermutlich dockt das, was ich lese oder höre, bei mir immer genau an den Fragen oder Stellen an, die mich selbst beschäftigen. Es lebe der Egozentrismus. ;-D

      1. ;-D Ja. Das hab ich mir irgendwie gedacht.
        Ich bin wohl auch eher so gestrickt.

        Allerdings befinde ich mich, was das angeht, in einem immerhin fortschreitenden, aber nicht sehr ‚fliegend‘ verlaufenden Lernprozess, das endlich auch mal zu akzeptieren. 😉

      2. Nein, ständig muss ja gar nicht.
        Aber wenn man ins Boot steigt, dann ist es doch gut, sich dafür nicht gleichzeitig noch zu selbst zu verurteilen.

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