Drauf scheißen oder durchbeißen?

Schon als Kind begann es, als ich im Kinderzimmer saß und man mir sagte, ich solle aufräumen:

Drauf scheißen oder durchbeißen?

Etwas später dann sollte ich das Unkraut aus den Fugen kratzen:

Drauf scheißen oder durchbeißen?

Meinen Abschluss sollte ich machen:

Drauf scheißen oder durchbeißen?

Danach ab ins Studium oder ne Ausbildung:

Drauf scheißen oder durchbeißen?

Der Chef nervt mehr als die Arbeit und die ist schon ne Qual:

Drauf scheißen oder durchbeißen?

Als Rentner hockst du allein vor der Glotze, irgendwann wird es schon vorbei sein:

Drauf scheißen oder die Radieschen von unten anbeißen?

Hatte man nicht die ganze Zeit nur drauf geschissen und sich durchgebissen?

Statt nach den eigenen Vorstellungen zu handeln und dem eigenen Gewissen.

CIMG4390

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

36 Kommentare zu „Drauf scheißen oder durchbeißen?“

  1. Ich würde sagen von Fall zu fall verschieden. Es gibt eben unwichtig dinge im leben, wo man wie du treffend sagst drauf scheißen kann. Aber eben auch Fälle wo mandurch beissen muss. .. zum nutzten für die persönliche Entwicklung und das eigene Leben.

    1. Oh, deinen Blog kann man gar nicht anklicken…oh…doch…aber ein wenig umständlich 😉

      Irgendwann gibt es diese Entscheidungen nicht mehr…zumindest denke ich mir das bei meiner Mitbewohnerin, die zwei Töchter hat. Da gibt es nur den harten Kampf. Jeden Tag. Ein schneide mir mal ein gutes Scheibchen davon ab. 😀

  2. ohjeohje, das hab ich nicht gewusst. mal kuken, ob ich da was ändern kann…

    ja, das stimmt schon. in gewissen bereichen des lebens ist’s wohl einfach irgendwann irgendwie. aber es gibt doch immer wieder solche momente, in welchen man sich die frage stellen kann. oder ?

    1. Ja, man darf sich die Frage eigentlich ständig stellen. Allein schon beim Lesen eines solchen Posts, weil man eigentlich die Augen kaum noch offen halten kann 😉

      du hast unter deinem Namen noch die Adresse: justanotheryoungwriter.wordpress.com und irgendwo kann man die abändern…aber frag mich nicht wo ^^

  3. Du sprichst mir so aus der Seele!
    Das Ding ist eben, dass manche Menschen sich grundsätzlich durchbeißen oder drauf scheißen. Dan hat es in seinem Kommentar schon richtig gesagt: Die Mischung machts. Aber ist es nicht eine Sache der Persönlichkeit, wozu man neigt?

    1. Ich glaube, dass wir alle uns auch immer wieder durchbeißen müssen, anders funktioniert das Leben nicht. Ich finde es eher relevant, worauf man einen Scheiß gibt. Da sollte man sich eher auf Dinge beziehen, die es auch einfach nicht wert sind. Also Dinge, über die man sich unnötig aufregt, aber auch die eigene Gemütlichkeit. Auf die darf man auch gern mal schei*en. 🙂 Die Persönlichkeit ist natürlich dann noch so eine Sache, dann manch eine Person beißt sich eher durch, während eine andere eher liegen lässt, da hast du Recht.

  4. Ich scheiße einfach mal auf sämtliche Badezimmeretikette, stürme die Ben’sche Nasszelle und platziere einen Krachknallknutscher auf dieser entzückenden Schiefnase. Immerhin nicht gebissen…

      1. Nochmaldietüraufreißend riskiere ich einen Zwotblick und krachknutsche gernst erneut. Ich bin ja bekennende Schiefnasenfreundin…
        Dass ich mich jetzt in die Küchenwerkstatt trolle und spontan Strammen Max zubereite; dies‘ sei nur nebensächlich erwähnt.

      2. Ich habe zwar eben bereits köstlich gespeist, aber ich habe jetzt schon wieder Hunger…ein strammer Max passt ja auch irgendwie perfekt. Das Grinsen bleibt mir mit Sicherheit auch im Gesicht kleben 😀

      1. Ich war noch nie ein Freund davon, dass es nur zwei Seiten gibt. Es gibt immer mehr als einen oder als zwei Wege und für mich gibt es in dem Fall den Weg, den man selbst gehen will. Für den man selbst auch ackern muss, es aber gern tut.

  5. Das Thema verfolgt mich wohl gnadenlos, nach drei voneinander unabhängigen Gesprächen mit halbunzufriedenen Kommilitonen schiebst du das endlose Hamster-Gedankenrad jetzt sogar hier noch einmal an 😀

    Dazu kann man eine endlose Debatte vom Zaun brechen, von der „Generation Burnout“, die sich von ihrem eigenen, eigentlich positiven Drang nach Selbstverwirklichung und Individualisierung kaputt machen lässt, bis zu Uniform-Studiengängen, die bis zum Anschlag spezialisierungsfeindlich sind im Vergleich zum Fächer-Wahlsystem in den USA.
    „Sicherheit ja“, „Individualisierung auch ja“ kollabiert einfach meistens. Und dann ist da immer noch diese Frage nach Mut und Risiko, aus den Erwartungen auszubrechen…

    Ich bin mal schnell noch eine Runde denken…

    1. Ohje…das hat ja was von einer Kuh und ihren Mägen, die das Essen alle noch einmal durchkauen…es war eigentlich nur der Reim, der mir gefiel und aus dem dann jene Worte entstanden 😉

  6. Ich finde ja, manchmal sollte man vor allem auch mal reinbeißen dürfen!! ;-D

    Das meiste ist hier ja schon gesagt:
    In manchen Situationen hilft es ja nicht und niemandem (ausser vielleicht vermeintlich einem selbst), auf etwas zu scheißen, weil dann z.B. andere arg darunter leiden würden.
    Oder ja, das Durchbeissen kann einen selbst auch und durchaus weiterbringen, was man aber (dummerweise) meist erst hinterher versteht. Mit den Jahren weiß man wenigstens, dass man die Dinge irgendwann später wohl verstehen wird. Zu entscheiden hat man jedoch meistens selbst, ob oder ob nicht…
    Andererseits ist es aber doch manchmal wunderbar, z.B. einen Scheiß darauf zu geben, was andere von einem denken oder wollen, was man meint zu sollen oder zu müssen. Das kann eine sehr befreiende Wirkung haben. 😉

    1. Lieber reinbeißen, als einscheißen ^^ wobei…wo willst du denn reinbeißen?

      Ansonsten ist es eben so, dass es sich meistens lohnt, sich durchzubeißen…aber man darf es auch mal anders machen 😉

      1. Unbedingt. Immer mal wieder.

        Reinbeissen? In alles, was gut ist natürlich.
        War nur eine meiner wilden Assoziationen. Passte so gut zum …eißen 😉
        Und zum einscheißen sind wir wohl nicht weder jung genug und noch alt genug, deswegen dachte ich daran jetzt auch gerade weniger …

      2. Hach…immer dieses Alter…ich will mich da nicht diskriminieren lassen, wenn ich mir einscheißen will… 😉 dann beiße mal besser noch in was Leckeres heut Abend.

      3. ;-D
        Oh, du darfst dir natürlich selbstredend einscheißen, wann du willst! Bitte! Ich wollte dir nicht zu nahe treten. 😉
        Das war eher beruhigend gemeint, aber gut 😉 Ich bin in jeglicher Hinsicht für Vielfalt. Insofern…
        Und ja, das mach ich. Ich denk schon drüber nach.

  7. Ich erinnere mich, bei einer kleinen Leidteilrunde die Worte: „Da musst du durch“, bekommen zu haben. Das war für den Moment das Bestärkendste und Schönste, was man mir hätte sagen können.

      1. Jetzt einmal ganz und gar nicht pauschal gesprochen, aber ich erlebe Sprüche wie „Du schaffst das“ mitunter als sehr hilfreich. Weil ich darin höre, dass man mir zutraut, da durchzukommen. Wenn ich grad nicht daran glauben kann, erinnert mich jemand an meine eigenen Kraft.

      2. Sie können ja auch sehr hilfreich sein. Ist nur die Frage, warum man sie manchmal auch als unangenehm empfindet, weil man sich in einem ganz anderen Licht sieht…

  8. ja super! gefällt mir sehr. Leider lassen wir uns im Informationszeitalter von allen möglichen Seiten sagen, was geil (Stichwort „Sex, Erfolg und Gutes Aussehen“) ist und inwiefern wir mit unserem Gewissen und Vorstellungen umzugehen haben. Wir beißen uns vermeintlich dafür und die große „individuelle Selbstverwirlichung“ durch. Ob es doch nur das Hamsterrad ist, muss jeder – soweit möglich – für sich und anhand seiner Persönlichkeit selbst entscheiden. Viele haben dann aber doch Angst. Es sich einzugestehen. Es zuzulassen. Es anzuerkennen. Und aus Bequemlichkeit tickt die Zeit das Leben davon, bis man merkt, man hat auf sich selbst geschissen, sich lebenslang aber durchgebissen.

    1. Stimmt, die Fremdbestimmung habe ich gar nicht so sehr im Kopf gehabt, wie du sie hier ansprichst und sie das Hauptproblem dieser chronischen Unzufriedenheit. Deshalb mag ich deinen Blog so sehr, weil der mir mit seinen Beiträgen immer wieder dunkle Flecken in meiner Sicht aufzeigt.
      Mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein ist gar nicht so schwer, finde ich. Mir hat es gewaltig geholfen, den Fernseher abzuschaffen und mich auch ansonsten stark von der Medienwelt zu lösen. Dennoch kann man Werbung und die Beeinflussung nicht vollkommen ausblenden. Wie kann man also wissen, wann man wirklich dem eigenen Pfad folgt?

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