Weg

Gewisse Dinge sind unsinnig und zeigen den Fehler unserer Zeit. Der Kauf dieses Autos zum Beispiel. Das Wort Auto sei mal noch dahingestellt, aber es hatte eine gültige Plakette auf dem Nummernschild, das zählte und dass es tatsächlich noch fahren konnte. Es hatte mich sogar einige hundert Kilometer problemlos mitgenommen. Gut, wenn der Motor kalt war, dann stotterte er beim Gasgeben, aber das gab sich ja. Viel ärgerlicher war, dass der Fensterheber klemmte, vermutlich mit Absicht. Das Gefühl von Freiheit kam dennoch auf, als ich die Musik aufdrehte und meine Heimat hinter mir ließ. Nur für ein paar Tage und so ganz war mir nicht klar, wohin. Nur grob kannte ich mein Ziel. Brot, Öl und Käse waren eine günstige Stärkung. Die Rückbank sollte mein Bett sein, hatte ich mir gedacht, aber ein verlassener Strand und mein Schlafsack waren mir eine geliebte Alternative, zumindest nachdem ich eine windgeschützte Stelle gefunden hatte.

Das Leben braucht nicht viel. Geld ist absolut notwendig, da mache ich mir keine Illusionen, aber all die Dinge, die uns vom Denken, vom Fühlen, vom Spüren abhalten, von denen sollten wir uns immer wieder bewusst befreien. Das ist kein Geheimnis oder eine kaum bekannte Erkenntnis, die ich erzähle und die niemandem klar wäre, aber gerade deswegen ist es umso verwunderlicher, wie schwer wir uns damit tun, all den Blödsinn abzulegen. Man könnte ja etwas verpassen. Und dabei verpasst man das Leben.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

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