Die Erinnerung

Ein Augenblick nur ist es, der das schöne Gefühl des Abends wegwischt. Ich bin allein auf dem Fahrrad unterwegs und komme von Freunden, die ich unangekündigt besuchte. Es ist jedes Mal, als würde ich heimkommen. Auf dem Rückweg zu mir überquere ich die alte, holprige Steinbrücke und erblicke zwei Frauen. Die rechte von ihnen nehme ich kaum wahr, denn all meine Aufmerksamkeit liegt auf der Person neben ihr. Die Frisur, die Figur und der Gang, sie lösen die Erinnerung an diese seit Jahren vergangene Liebe aus. Ich radle an ihr vorbei und wage es nicht, den Kopf zu drehen. Ich habe Angst, dass sie es sein könnte. Ich habe Angst, ihren Blick zu sehen. Angst davor, dass ich kein freundlich-lächelndes Gesicht erhasche, sondern eines, das mich verständnislos anblickt und mich verwünscht. Noch zweihundert Meter rolle ich weiter, dann bremse ich und krame das Handy hervor. Was auf dem Display passiert, interessiert mich nicht. Ich denke nach und trete mir in den Hintern, und wende. Zurück zur Brücke; es fehlt jede Spur von ihr und zu viele Gassen führen in zu viele Nebengassen. Ich fahre alle ab und doch bleibt einzig die Erinnerung.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

3 Kommentare zu „Die Erinnerung“

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