An die Polizisten- bzw. Ausländerhasser

Ich werde mir heute Abend den Blick in die Nachrichten sparen, denn ich brauche nicht von Angriffen zwischen Menschen zu lesen, die in einem friedlichen Land aufeinandertreffen. Ich brauche nicht zu lesen, dass Autos brannten und Scheiben eingeworfen wurden. Ich brauche nicht zu lesen, wer den ersten Stein warf.

Vielleicht wird es ja heute auch nicht dazu kommen. Vielleicht werden keine vermummten Menschen mit Steinen auf Leute in Uniform werfen und vielleicht werden keine Uniformierten mit Wasserwerfern und Tränengas gegen eine Masse ankämpfen.

Wir haben versagt unseren Kindern beizubringen, dass ein friedlicher und dauerhafter Protest sinnvoller ist, als ein gewaltbereiter. Wir haben versagt unseren Kindern zu erklären, dass sie nicht nur alle vier Jahre, sondern jeden Tag beim Einkaufen, beim Fernsehen oder im Internet wählen gehen. Wir haben versagt unseren Kindern beizubringen, dass der Kraftakt, den sie dort gebündelt aufbringen, sinnvoll eingesetzt werden könnte, denn es gibt genügend Projekte, die helfende Hände und Ausdauer erfordern.

Wir brauchen hier gar nicht über Geld zu reden, denn das ist da, wenn es für nötig empfunden wird und es ist nicht da, wenn es als unnötig empfunden wird. Aber genau so scheint es mir auch mit der Hilfsbereitschaft zu sein. Wir helfen, wenn es für uns passt und wir schauen weg, wenn die alte Frau es kaum noch über die Straße schafft.

Wer denkt, dass ein Polizist der Feind ist, der kann auch auf die andere Seite zu denen wechseln, die denken, dass ein Ausländer der Feind ist. Der Gedanke ist so kurz und so falsch, dass es mich traurig stimmt, wie wenig jene nachdenken, die in solchen Mustern leben.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

10 Kommentare zu „An die Polizisten- bzw. Ausländerhasser“

  1. Auf den Punkt, Ben. Es ist gut und wichtig, dass es Gegen-Stimmen und unterschiedliche politische Anschauungen gibt. Ich kann die Wut vieler Menschen verstehen. Aber sie ist kein Rechtfertigungsgrund. Es hört da auf, wo persönliche, gewaltige, diskriminierende und rassistische Übergriffe – verbal und körperlich – auf das angebliche Feindbild erfolgen. Weil sich Hass und Kritik gegen Stellvertreter richten, nicht gegen das was angeprangert werden muss.

  2. Ich werde die Steinewerfer nie verstehen. Niemand wird sich an ihre Forderungen erinnern, nur an ihre Gewalt. Da hätten sie auch gleich zu Hause bleiben können – und dabei mehr für ihre Sache getan.
    Wann hat jemals über einen geworfenen Stein ein zielführender Diskurs begonnen?

    1. Ich denke, dass es in Gesellschaften, in denen kein Diskurs möglich ist, ein Steinwurf eine nötige Möglichkeit ist, welche Revolution verlief nicht blutig? Aber hier, wo jeder sich einbringen und Kritik vortragen kann, da erscheint sie mir vollkommen fehl am Platz.

      1. das meine ich…
        Ich habe als Studentin in Chile die dortigen Proteste miterlebt, dort haben die Jungen mit Gewalt einiges gegen die alte Elite durchgesetzt, aber auch nur, weil die Situation untragbar wurde, nicht weil irgendjemand überzeugt gewesen wäre. Die Fronten sind auch nach Jahren noch verhärtet, eine weitere Verbesserung dürfte in der nächsten Zeit kaum zu erreichen sein… Ganz toll.

  3. Umso mehr hat mich gefreut, als die Lehrerin meiner Tochter heuer zu mir sagte, dass das Kind Zivilcourage hat und sich für alle Mitschüler einsetzt (nicht nur für ihre Freunde) und nicht nur, wenn sie persönlich einen Vorteil davon hat! Meine Tochter ist 7 und ich hoffe, sie bleibt auf diesem Weg!

    1. Das ist wirklich ein Lob, welches dich stolz machen darf, denn du hast daran ja sicherlich auch deinen Teil dran gehabt. Ich hoffe ebenso, dass deine Tochter den Weg weiterhin geht und uns allen damit als Vorbild gilt.

    1. Nein, so verrückt bin ich nicht, dass ich glaube, meine Worte würden etwas ändern. Aber es war mir ein Bedürfnis es offen kund zu tun, denn ich träume noch von einer besseren Welt und werde damit hoffentlich niemals aufhören 🙂

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