Glühend

Die glimmende Kohle faszinierte mich. In der Nacht war die kühle Luft vom Meer hergezogen und wir hatten uns um das Lagerfeuer versammelt. Sie hatten sich nacheinander in die Zelte verzogen. Es dämmerte bereits und ich war als einziger wach geblieben, so als hätte ich das Feuer bewacht. Die Zelte standen ein wenig entfernt und es kam mir vor, als wäre ich mit dem Strand und dem Meer allein. Eingewickelt in eine warme Decke erwartete ich die Sonne. Hin und wieder stocherte ich in der Glut umher und sah dabei zu, wie das Rot kurzzeitig ein wenig größer wurde, um dann doch wieder schwarz-weiß ummantelt zu werden. Frieden kommt einem nie besonders groß vor, wenn man das Glück hat, gerade darin zu verweilen.

Unsere Gruppe war den letzten Tag lang gewandert und hier hatten wir unser Lager für die Nacht aufgeschlagen. Direkt darauf waren wir ins Meer gerannt und ließen uns von den Wellen die Strapazen des Tages wegspülen. Danach aßen wir und sangen am Lagerfeuer. Anfangs traute ich mich nicht den Mund aufzumachen. Dann summte ich mit, und schlussendlich ließ ich locker und trat in den Gesang mit ein. Die Welt fühlte sich unendlich leicht an. Wir hatten hier unser kleines Paradies und ich wünschte mir, dass ich dieses Gefühl auf ewig in mir bewahren und jederzeit darauf zurückgreifen könnte.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

7 Kommentare zu „Glühend“

    1. Vielen Dank, ich habe gerade selbst nochmal nachlesen müssen, ob ich den geschrieben hatte.

      Ich wünsche dir einen schönen Abend und nochmal vielen Dank für deinen Kommentar.

      1. Ja, der kam jetzt tatsächlich von mir. Ich sollte wieder mehr schreiben, es scheint, dass dabei was Gutes rumkommt. Vielen Dank, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, ich freue mich gerade einfach. 🙂

  1. Wow! Sei froh, dass Du sowas erleben darfst! Ich hab weder Freunde noch den Mut für so einen tollen Ausflug!!!

    1. Hallo, du beweist Mut, wenn du so etwas aussagst, selbst wenn du anonym bist. Meine Texte sind im übrigens nicht zu Hundertprozent biografisch, da mische ich gern aus den verschiedensten Erlebnissen. Meine letzte Reise hätte ich ohne meine Freundin auch niemals gemacht. Ich brauchte dabei ihre Hilfe und Unterstützung und schlussendlich hatte sie ebenso schiss davor, wie ich. Aber wir haben es einfach zusammen gemacht. Ich habe aber auch jahrelang es nicht geschafft zu reisen oder Menschen zu treffen, sondern habe irgendwie allein und einsam vor mich hingelebt. Keine Ahnung, wie sich das änderte, aber ich hatte nicht damit gerechnet. Vielleicht macht dir das ein wenig mehr Mut. 🙂

      1. Danke. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Schön, dass Du auf die aktive, lebendige, lebensfrohe, lebensfreudige, liebende Seite gefunden hast 🙂

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