Die Masse

Ich habe Angst vor Menschenmassen. Es ist kein Dauerzustand, aber wenn ich in die Stadt gehe und die menschenüberfüllte Brücke überqueren muss, beginnt mein Puls zu steigen und ich bin froh, wenn ich dieses Gewirr hinter mir gelassen habe.

Wenn ich feiern gehe und die Menge anfängt zu schubsen und springen, versuche ich mich herauszuwinden, denn ich fühle nicht, dass sie mich schützen würden. Und wenn sie betrunken über ihre Witze lachen, fliehe ich, denn diese Witze sind selten lustig.

Wenn die Masse ein Individuum verurteilt, weil sie jesusgleiches Verhalten erwarten und dabei gar nicht merken, dass sie den ersten Stein werfen. Aber sie werfen den ersten Stein und sie werfen so lange weiter, bis ihr Opfer blutend am Boden liegt und sich nicht mehr regt.

Ich habe Angst vor Menschenmengen, weil sie mich in ihrer Art bedrängen.

Ich habe Angst vor Menschenmassen, weil sie ihre Opfer endlostief hassen.

Autor: Ben Froehlich

Schreiben ist mein Hobby, seitdem man mir erklärte, dass Mord strafbar ist...

2 Kommentare zu „Die Masse“

  1. Übel. Aber genau das. Kenn ich genauso! Übelst krass.
    Kann nur grad nen spanischen Film empfehlen „tu hijo“ Goya Gewinner. Passt sehr gut.

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