Die große Ruhe

Mir kommt es alles recht surreal vor. Das ist tatsächlich ein wenig wie bei einem Unfall: Alles wird ruhig und langsamer und es ist, als würde man gar nicht so recht dabei sein und man begreift gar nicht so ganz, was da gerade passiert.

Das Heulen eines Staubsaugers ließ mich nach links auf den Porsche schauen, aus dem ein Po und ein Bein herausstachen. Es war eine Frau, die ihr Auto saugte. Warum auch nicht, eine Art Frühjahrsputz. Es war so angenehm ruhig und doch hörte man überall Leute hämmern und fegen und räumen. Es gab nichts zu tun und so schienen sich die Leute vom Winter frei zu machen, sie putzten den Staub der letzten Monate ab. Ein wenig geisterhaft war die Stimmung dennoch, vielleicht weil es niemand wagte, diese gemeinsame Ruhe zu stören, wie es sonst so oft der Fall ist. Wir waren ein eifriges Bienenvolk und waren emsig und fleißig.

2 Kommentare zu „Die große Ruhe

  1. Wenn man in diesen Tagen laut ist, muss man sich bewusst gegen die Stille auflehnen, während man in anderen Jahren die Stille anderer ganz selbstverständlich gestört hat. Also ist unser Lautsein dieses Jahr, gefangen auf Terrassen und Balkonen, weniger Lärm und mehr Poesie, weniger Maschine, mehr Musik.

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