Das andere Ende

Der Sog lässt nach und es ist Ruhe eingekehrt. Dir begegnet ein Lächeln und die Bitte um Hilfe. Ein schwarzes Loch, das dich komplett verschlingt, gibt es nicht. Es zieht dich in sich, um dich wieder herauszuwürgen und auszuspeien. Der Vorgang ist wenig schön, er ist sogar beängstigend eklig. Doch es passiert. Eine Hand, die um Hilfe bittet, ist eine, die dir gereicht wird. Und du greifst danach und ziehst zögernd, zaghaft. Und jeder Happen schmeckt wie ein Festmahl. Jeder Atemzug lässt dich minutenlang die Luft anhalten. Jeder Augenblick wird kostbar.

Hier geht es zum ersten Teil „Das schwarze Loch“

8 Kommentare zu „Das andere Ende

  1. So irgendwie fühlt sich Nach-der-Depression an, in sehr langsam.

    Und denken geht ja auch so ähnlich, oder nein: Gedachtes schreiben. Ein Verdauungsakt.
    Verdaut und ausgespuckt werden. Wir. Als Tuende als Getan-Wordene, Auspespuckte. Bloß: von wem? Dem Leben?

    Danke für die Inspiration.

      1. Manchmal ist es vielleicht weniger das Leben selbst, dass einen durchkaut und wieder ausspuckt sondern eher einzelne Menschen, die einen für eine Weile begleiten und dann wieder aus dem eigenen Leben verschwinden. Zumindest fühlt sich das für mich – natürtlich im übertragenden Sinn – so an. Zum Beispiel dann, wenn eine Liebesbeziehung zuende gegangen ist, habe ich mich schon einmal wie „ausgespuckt“ gefühlt. Eine Freundin von mir hat dafür mal das etwas drastischere Bild des Tempotaschentuchs benutzt, in dem sie sagte, die fühle sich wie ein Tempo, in das reingerotzt wurde bis es am Ende zusammengeknüllt weggeworfen werden würde.

  2. Ich lese hier vor allem, dass in einem Moment, in dem es mir schlecht geht, die Bitte einer anderen Person um Hilfe aus dem eigenen Dilemma heraushelfen kann. Das ist in meinen Augen eine Wahrheit, der man mehr Aufmerksamkeit zollen könnte. Anderen die Möglichkeit zur Hilfe geben, kann enorme Auswirkungen haben. Gute Auswirkungen!

    1. Unbedingt. Ich merke häufig, wie gut es sich anfühlt, wenn ich mal schnell bei etwas helfe, das ist nicht einmal ein wirklicher Aufwand, heute überließ ich meinen Platz in der Schlange beim Bäcker einer älteren Dame, die mir sagte, dass sie im Stress sei und deshalb sehr froh ist, dass ich sie vorgelassen habe. Zu sehen, wie sehr sie das freute, hat mir den Moment so versüßt. Und ich denke mal, dass sie sich darüber auch sehr gefreut hat und diese Freude mitnimmt und eben nicht nur den Stress im Kopf behält.

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