Verregnete Tage

Draußen regnete es seit einigen Stunden und so war Ben der Einladung gefolgt, noch auf einen Tee mit rein zu kommen. Im Zimmer lagen überall kleine und große Kissen verstreut und er suchte sich eines dieser Kissen, welches in der Nähe einer Wand lag, um sich darauf zu setzen. Von hier aus inspizierte er das Zimmer. Es gab einen kleinen Schreibtisch, der mit einigem Papier beladen war und an der Wand dahinter hingen Fotos von der Bewohnerin und ihren Freundinnen und Freunden. Das Bett war mit bunter Bettwäsche in Naturfarben bezogen und überall fanden sich kleine Schätze. Hier mal eine Kette, da mal ein Ring. In Reichweite seines Kissenplatzes stand ein wadenhoher Tisch, auf dem allerlei Krempel zu finden war, doch er wagte nicht, ihn anzurühren, stattdessen wartete Ben brav darauf, dass Lena mit dem Tee aus der Küche auftauchen würde. Es rannen einige Tropfen vom Kopf übers Gesicht und die Klamotten fühlten sich schwer und kühl an, aber er wollte sich nicht beschweren, immerhin musste er in einer fremden Stadt nicht im Regen stehen. Er hatte seinen Reiserucksack im Flur abgestellt und die trockenen Klamotten warteten somit nur auf ihn. Er beschloss, sich nach der Toilette zu erkundigen und sich umzuziehen, sobald Lena zu ihm kam. Bis dahin wartete er in ihrem Zimmer, wie sie es ihm geheißen hatte. Sie wohnte in einer WG, so viel war klar.

Lena hatte er in einem Café kennengelernt. Er hatte sich dort vor dem Regen versteckt und zwei große Becher heiße Schokolade getrunken. Als er gefragt wurde, ob er noch etwas haben wollte, hatte er den Fehler begangen, dies zu verneinen. Die Bedienung war sehr freundlich, wies ihn aber darauf hin, dass doch einige Gäste auf einen freien Platz warten würden. Er erklärte, dass er nur mit Rucksack unterwegs sei und nicht wüsste, wo er bei dem Wetter hingehen sollte. Die Bedienung stellte sich als Lena vor und meinte, dass er bei ihr unterkommen könnte, sie hätte demnächst Schichtende. Sie liefen eine Viertelstunde durch den Regen, bis sie bei ihr angekommen waren, doch diese wenigen Minuten reichten, um ihn komplett zu durchnässen.

Endlich ging die Tür auf und Lena stand mit einem Tablett, auf dem eine Teekanne und zwei Tassen standen, im Zimmer. Sie trug statt der durchnässten Sachen aber nur ein Handtuch. Offensichtlich hatte sie sich geduscht. Ben traute nicht, sie direkt anzuschauen, überlegte einen Moment und meinte: „Wo ist denn das Bad, dann kann ich mich schnell umziehen.“ Auf die Weise könnte auch Lena sich ungestört etwas anziehen, dachte er sich. Sie führte ihn ins Bad und griff nach einem Handtuch: „Hier, dusch‘ dich ruhig ordentlich warm, bevor du dich erkältest.“ Ben freute sich über die Einladung und nahm mit einem Kopfnicken das Angebot an. Er holte sich noch trockene Wäsche aus dem Rucksack und verschwand unter der Dusche.

Teil 2

7 Kommentare zu „Verregnete Tage

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