Es ist Zeit…

Es ist Zeit zu gehen, der Welt zu entflieh’n
Zu wenden, nicht zurückzublicken, zu geh‘n
Entgegen dem Vogelstrom zu zieh’n
Das Segel zu setzen, gegen den Wind zu dreh’n

Das Meer ist schallend leise, leblos stürmisch
Zwischen den Wellen ist einsam, ist frei von allem
All der Schmerz steht für sich, erdrückt mich
Ein Wimpernschlag lässt Zeit und Namen verhallen

Hab immer jenen verlacht, der die Hölle im Nachleben erdachte
Doch nie bemerkt, wie ich mein Leben dort verbrachte.

P.S.
bevor sich einige Leser Sorgen machen: Mir geht es ausgezeichnet, ich habe keine Todessehnsucht. Seht diesen Text bitte als lyrische Umsetzung meines vorherigen Blogeintrags und genießt den Sonntagabend, ich werde es tun.
Liebe Grüße,
Ben

Für einen Gast

Es gibt das Land der tausend Vulkane,

das mit der Pyramide in der blau-weißen Fahne.

Der Blick von außen sagt, dass die Menschen arm sind,

doch Kinder bekommen Essen und Schulbildung, was ich gut find.

Du Perle in der Kette zwischen Lateinamerika und USA,

gehst du deinen Weg: Nicaragua.

Vielen Dank an die Besucherin oder den Besucher, der mich ein wenig googeln ließ und mir dabei diese Zeilen durch den Kopf jagte.

Stumm

Vor einigen Tagen verlor ich meine Stimme,

der Grund war ganz einfach, dass etwas nicht stimmte.

Verstimmt war ich, nicht in der Laune und nicht im Magen,

etwas bereitete meiner Gesundheit unbehagen.

So lag ich also und stimmte den Tod fröhlich,

aber es war nur eine Erkältung, wie gewöhnlich.

Und so stimme

ich meine Stimme,

bis der Ton wieder stimmt

den sie nimmt.

Denn ohne Stimme verliert man Versmaß, Reim und Metrum

und so macht ein Gedicht niemanden stumm.

Schlaflose Reime

Da kann ich mal wieder nicht so recht einschlafen und möchte diesen Zustand nutzen, um mal einen Beweis zu erbringen, warum es besser so ist, dass ich so gut wie nie Gedichte schreibe:

Am Abend und Morgen,
noch vor den ersten Sorgen
überkommt mich schon die Lust
nach einer weichen Frauenbrust.
Ob klein und fein
oder groß und famos,
wünsch‘ ich mir einen Schoß
in den ich stoß‘.
 
Doch findet sich in meinem Bett
kein Polster aus gewünschtem Fett,
muss ich Enthaltsamkeit betreiben
oder an mir selbst mich reiben.
Doch was soll all das Geklage,
bin ich der Grund für diese Plage!
Denn wem nur nach Lust steht der Sinn,
dem gibt sich kein Geschöpf gern hin.
 
Und so ertränke ich meinen Kummer
seither in keiner schnellen Nummer.
Daher bleibe ich allein daheim
Und schreibe einen miesen Reim.