Eifersucht und Kumpanei

Ich wurde tatsächlich schon mehrfach gefragt, ob es okay sei, dass man mit einer Verflossenen von mir zusammen komme. Und jedes Mal fühlte ich mich geehrt, dass man mich fragte. Ich muss aber gestehen, dass ich mich auch schämte dafür, denn es kam mir vor, als würde ich der Entscheider sein, also eine Rolle, die mir überhaupt nicht zusteht. Eine Rolle, die niemandem zusteht. Ja, ich habe habe viele Menschen kennengelernt und an manche verlor ich mein Herz oder sie brachen es mir. Aber damit ist die Geschichte dann auch schon vorbei. Bei jenen, bei denen ich gern Nein gesagt hätte, wurde ich nie gefragt und auch wenn es weh tat: Es war richtig so.

Es ist gut gemeint und leider nicht gut; Nicht einmal im Ansatz, denn meine Meinung spielt keine Rolle. Meine mögliche Eifersucht ist mein Problem. Ich lernte eben einen eifersüchtigen Freund kennen. Es ist interessant, denn auch das habe ich schon oft erlebt: Ich unterhalte mich mit einem Menschen und weil dieser Mensch weiblich ist und ich männlich, und weil dieser Mensch einen Freund hat und ich keinen Menschen neben mir zu stehen habe, muss ich verdrängt werden. Was ist das für eine Angst? Wie gering ist das Vertrauen in die Gefühle jener Person, um die es doch eigentlich gehen sollte?

Egal ob ich gefragt oder verjagt werde, jedes Mal wurde nicht die Person bedacht, die wirklich wichtig ist. Ich werde keinem Freund meine Freundschaft kündigen, weil er sich in eine Frau verliebt hat, die nicht mehr mit mir zusammen ist. Ich werde keine Frau anmachen, nur weil ich mit ihr rede. Mir scheint es oft, als würden wir Männer nur nach einem Trieb betrachtet und beurteilt. So als würde all unser Handeln nur davon bestimmt, wonach unser Penis sich richtet. So als würden wir diesem Körperteil unterstellt und ausgeliefert sein. Es sind die Freunde, die vorsichtig nachfragen. Es sind die Partner, die verjagen.  Es sind die Väter, die den Freunden ihrer Tochter unterstellen, dass sie nur das eine wollen.

Es zeigt, dass wir Männer uns nicht zutrauen, mehr als nur unser Glied zu sein. Das stimmt mich traurig. Denn wenn es so sein sollte, dann wüsste ich wirklich nicht, warum es uns geben sollte.

Die Blasen meines Lebens – auf Literallypeace.com

Hier kommt mein erster Text auf Literally Peace.

Es gibt im Leben immer wieder Momente oder Phasen, in denen sich der Blick auf das bisher erlebte verändert und von jenen veränderten Blicken handelt der folgende Text:

Klick hier

Lehrmeisterin – auf literallypeace.com

Guten Abend,

ich hatte es neulich schon angekündigt und hier ist der aktuelle Beitrag von mir auf Literally Peace

Text – Lehrmeisterin

Es geht dabei um Nacktheit, Rotwein und eine Nachbarin. Und wenn ich euch damit nicht locken kann, dann sollte ich wohl zugeben, dass es ein sehr berührender und nachdenklicher Text ist und keinerlei Erotik enthält.

Vielen Dank,

Ben

Nur Mut

Ich denke oft darüber nach, wie sehr die Angst vor etwas der alleinige Grund ist, weshalb eine Sache nicht klappt. Angst und Abneigung haben aus evolutionärer Sicht ihre Berechtigung, denn sie schützen uns vor zu hohem Risiko. Ich fuhr gestern mit meinem Rennrad über lockeren Kies und das Angstgefühl vor jener Stelle hat mich sehr langsam und vorsichtig fahren lassen. Vorweg kann ich schon sagen, dass nichts passiert ist, aber mein Gefühl und auch meine Erfahrung haben mir gezeigt, dass es sicherer gewesen wäre, einfach drüber zu fahren, anstatt nur auf den einen Kiesel zu warten, der das Rad aufspringen lässt, mich ins Schwanken bringt und mich dann in die Tiefe reißen würde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, wie ich mich entwickeln werde:

1. Ich überwinde die Angst und werde entspannter und somit auch schneller und unachtsamer über den Kies fahren. Womöglich wird mich das irgendwann mal vom Rad holen, aber ich werde aufstehen und weiter machen.

2. Ich gebe dem Angstgefühl nach und werde weiterhin vorsichtig sein. Womöglich versteife ich mich dann in einem kritischen Moment und lege mich ebenfalls hin, allerdings bei geringem Tempo.

Option 2 klingt eigentlich gesünder, doch genau hier möchte ich ansetzen. Denn wird meine Angst nicht immer weiter zunehmen? Werde ich nicht jedes Mal absteigen, wenn mir Kies in die Quere kommt? Die Angst zu überwinden und sich einer Gefahr auszusetzen, trägt den Gewinn mit sich, dass man sich um mögliche Probleme erst dann Gedanken macht, wenn sie tatsächlich auftreten. Zu einem gewissen Maß ist es nicht unwichtig, sich Gefahrenquellen von vornherein bewusst zu werden und diese nach Möglichkeit gering zu halten, doch alle Eventualitäten lassen sich nicht ausschließen und die wichtigste Frage bleibt am Ende, wie spannend so ein Leben wohl sein mag, das frei von Gefahren ist und somit auch frei von jeder Überraschung. Frei von jeder Veränderung. Ich habe in meinem Leben oft Angst gehabt und ich habe ihr oft nachgegeben. Womöglich ist meine Nase deswegen noch heil, ich habe mir nur einmal einen Knochen gebrochen und ich habe noch alle Zähne im Mund. Nur welchen Spaß habe ich deswegen teilweise verpasst?

Es ist Sonntag und bald schon 20:00 Uhr. Seid spontan und macht noch was schönes mit dem Abend! Lasst den Fernseher aus und schaltet den Laptop oder PC ab. Schaut mal, was euch der Abend noch so bringt, wenn ihr ungeplant noch schnell in die Stadt geht und morgen unausgeschlafen auf Arbeit erscheint! Das Leben wird es euch nicht übel nehmen.

Die ersten Texte

Nachdem ich soeben die erste Erdbeere von meinem Balkon gekostet habe und feststellen durfte, dass es die besten Erdbeeren der Welt sein dürften, möchte ich diesen Eintrag den ersten Texten eines sehr jungen Projektes widmen:

Auf der Seite Literally Peace werden Texte von Syrern und Deutschen veröffentlicht, die einen Einblick in den Alltag geben, der manchmal ganz nah und manchmal vollkommen fern erscheint. Da ich ein Teil dieses Projekts sein darf, finden sich dort u.a. auch Texte von mir, die bisher nicht in diesem Blog veröffentlicht wurden, aber dies sei nur als kleiner Anreiz gedacht, denn ich sehe mich dort eher als Lehrling unter gereiften Autoren. In Zukunft werde ich meine Texte hier rebloggen, um immer wieder auf diese Plattform aufmerksam zu machen.

Genießt den Abend!

Die ersten Erdbeeren

Es gibt gar nicht so viele Dinge, auf die ich stolz bin, das liegt wohl zum einen daran, dass ich diesen Stolz nie wirklich definiert habe, aber eben auch daran, dass nach meinem Empfinden eine gewisse Arbeit und Zuneigung zu einem Projekt vorhanden sein muss, um Stolz dafür zu entwickeln. Der Stolz auf das eigene Land war mir schon immer verhasst, denn mich beschleicht dabei das Gefühl, dass man das eigene Land dabei über andere stellt und lieber möchte ich auf jede Grenze verzichten, als noch einmal mitzuerleben, wie man kollektiv gegen andere Menschen kämpft, weil man sich für besser hält. Aber genug von diesem kurzen Ausflug über Nationalstolz und wieder zurück zum Stolz auf eigene Projekte:

Ich bin im April umgezogen und neben der Ruhe ist der Balkon etwas, was ich an der Wohnung so sehr schätze. Mir war schon vor dem Umzug klar, dass dieser Balkon grün werden sollte und mittlerweile errötet er sogar, denn die erste Erdbeere ist gereift. Als sie noch grün war, spürte ich meine Freude darauf, sie bald kosten zu dürfen und seit heute ist sie an einem Punkt, an dem ich sie pflücken würde und schon eine zweite schickt sich an, ihr zu folgen. Ich weiß nicht, ob ich wirklich stolz bin, aber ich freue mich ungemein über dieses Zeichen meines Dasein und Handelns.

Ich wünsche euch Lesern einen wunderschönen Sonntag und möchte mich bei euch bedanken, denn ohne euch gäbe es so manch schöne Geschichte hier nicht. Und diese Geschichten sind auch kleine, gereifte Erdbeeren, auf die ich definitiv sehr stolz bin.

Bruchteile von Sekunden

Ich saß auf meinem Fahrrad und fuhr durch eine dunkle Straße. Das Rennrad heißt aus gutem Grund so, auch wenn der Lenker zu tief sitzt und ich die Bremsen nicht gut greifen kann. Der Tag war lang und ein Training am Abend hatten mich vollkommen erschöpft, vermutlich fuhr ich deshalb so schnell, um nicht ewig zu brauchen, bis ich zuhause sein würde.

Durch meinen Kopf ging die Begegnung mit einer Freundin. Ich mag ihre verrückte Art und ihre Lust am gespielten Streit. Wir sollten sogar mal verkuppelt werden, aber das wäre höchstens für einen Tag gut gegangen, wenngleich ihre Attraktivität mich gereizt hatte. Ich hatte sie kurz zuvor getroffen und ebenso ihren Freund. Es waren nur wenige Momente, aber in denen spürte ich, wie sehr sie zusammenpassten.

Ich musste lächeln, während ich fuhr und dachte an die Begegnung. Vor meinem Auge spielte sich die Szene wieder ab, als vor mir plötzlich ein Mann auf dem Zebrastreifen auftauchte. Meine Hände versuchten die Bremsen zu ziehen, aber das misslang, ich wollte erst links vorbei, weil ich dachte, dass er stehen bleiben und warten würde, doch er ging weiter und so fuhr ich nach rechts, knapp an ihm vorbei und hörte ihn murmeln: „Das ist ein Zebrastreifen.“ Ich hatte mittlerweile die Bremsen wieder im Griff, drehte mich zu ihm um, hob meinen linken Arm und rief: „Sorry. Hab gepennt.“ Er regierte entspannt mit einem „Alles cool.“

Mein erster Gedanke war eine innere Frage, warum ich übermüdet auf einem Rad sitze, welches ich nicht perfekt beherrsche, so ein verdammtes Tempo fahren muss und dann vor mich hinträume, während es verdammt dunkel ist.

Mein zweiter Gedanke war die schöne Erkenntnis, dass wir solche Situationen oft anders und aggressiv erleben. Eine Person tut etwas, eine andere Person macht einen Fehler und es wird als Angriff gewertet, so wie sich jener Mann wohl kurz geärgert hat, dass ich ihn fast über den Haufen fahre (ich habe großes Glück, dass das nicht geschah). Dann kommunizierten wir kurz und lösten die Situation ohne ein Unbehagen oder einen Ärger. Ich bin mittlerweile der Überzeugung, dass es fast immer so sein kann, wenn wir nur offen genug sind und uns unser Glück vor Augen halten, statt über das Unglück traurig zu sein. Ich und er hatten verdammtes Glück, dass nichts passiert ist, denn bei meiner Geschwindigkeit hätte das heftige Verletzungen geben können.

Schlaft gut!