Gallallee

Auf der Gallallee unterwegs zu sein, das war nicht gerade mein innigster Wunsch, eigentlich war es etwas, dass ich höchst ungern erlebe, aber es war passiert. Ich hatte in den letzten Stunden die verschiedensten Sorten Alkohol konsumiert – Nein, ich hatte sie mir hinter geschüttet, als gäbe es kein Morgen mehr und nun würgte ich mir förmlich die Galle heraus. Tränen waren mir in die Augen getreten und man könnte vermuten, ich würde mein Verhalten verfluchen, doch dem war nicht so. Ich durchdachte und verfluchte stattdessen manche längst vergangene Feigheit meiner selbst und spürte den Mut, damit zu brechen: Die Furcht hinter mir zu lassen, oder vor mir in der Keramikschüssel, deren Sitz sich angenehm warm und gleichzeitig kühlend an meinen Händen und meine Stirn anschmiegte, je nachdem, was ich gerade auf ihm ablegte. Ich bin mir gar nicht sicher, ob es der Alkohol ist, der den Mut hervorruft oder ob es nicht viel eher das fehlende Schamgefühl ist. Sehr viel tiefer ging es nicht mehr, ich war bereits in Bußstellung auf den Knien. Vielleicht ist das der beste und schlechteste Moment zugleich, um einen Anruf zu tätigen oder zumindest einen Brief zu schreiben, der längst überfällig ist.

Unendlich leicht – unendlich schwer

Langsamer war die Welt um mich herum geworden und merkwürdig. Mein Kopf schien von mir gelöst zu sein, so als wäre er lose verbunden, aber doch nicht zum Rest gehörig. Egal was der Körper tat, der Kopf folgte einem heliumgefüllten Luftballon gleich, den man am Band hinter sich herzieht. Ein wahrhaft gutes Gefühl war das. Ja geradezu ein Höchstmaß an Freiheit war es, welches mich durchströmte. Jenes Gefühl ist es wohl, weshalb man des Nachts unter Einfluss eines Rausches es wagt, eine Frau anzusprechen, die einem sonst unerreichbar scheint. Der alte Ständeunterschied, er lebt fort in der Schönheit. Geld und Macht erzeugen eine Entfernung, ebenso Erfolg. Aber ein höheres Wesen findet sich in solch einem berauschten Zustand nur in einem engelsgleichen Wesen, welchem man sich kaum zu nähern wagt, da sonst das Wachs in den Beinen zu schmelzen beginnt und die Knie weich werden. O Ikarus, hättest du doch Wein getrunken, du wärst bis zur Sonne gekommen oder beim Absturz weich gelandet. Die Leichtigkeit des Kopfes wird sich morgen verkehren. Er wird so stark mit dem Körper verbunden sein, dass jeder Lärm bis in die Zehenspitze wahrgenommen wird.

Ruhe oder Rausch?

Viele Ideen für Texte kamen mir früher, wenn ich betrunken vom Feiern kam. Mir half dieser Zustand vermutlich offen über Dinge zu schreiben, über die ich nüchtern gar nicht erst nachdenken wollte. Eine Weile glaubte ich, dass es mir immer wieder eine Hilfe sein würde, gerade weil der trinkende Autor keine so seltene Person in der Realität ist. Es scheint hilfreich zu sein, aber es ist nicht nötig oder gar ein Zaubermittel, welches wundervolle Texte entlockt.

Ein weitaus effektiveres Mittel ist für mich das Fasten geworden. Eines vorweg: Ich faste nicht im herkömmlichen Sinne, wenngleich ich das bereits für die Zukunft geplant habe. Mein Fasten besteht darin, mich nicht so stark vom Alltag zu ernähren und mich mehr zurückzuziehen. Es kam zu dieser Erkenntnis vor einigen Jahren, als ich ins Krankenhaus musste. Die ersten paar Tage starre ich nur an die weiße Decke. Mein Zimmernachbar fragte mich, ob ich nicht lieber fernsehen wollte, dabei sei ich viel ferner oder viel weiter in jenen Tagen, als ich es in den früheren Jahren vor der Glotze tat. Innerhalb weniger Tage konnte ich eine Beziehung lösen, die ich in den vielen Wochen davor als etwas ansah, dass ich erhalten und niemals verlieren dürfte, dabei tat ich mir damit nur weh.

Ich begann in dieser Zeit der inneren Ruhe meinen ersten langen Text zu schreiben fing an zu mir selbst zu finden. Mir wurde klar, was ich wollte. So etwas wie Selbstverwirklichung ist doch erst dann möglich, wenn man weiß, was man wirklich will. Mir scheint es manchmal so, als würden die Menschen Selbstverwirklichung damit gleichsetzen, dass man finanziell unabhängig ist und hin und wieder großartige Reisen übernimmt, die man mit jedem „Freund“ auf Facebook teilen muss, damit man sich an den Likes berauschen kann. Nutzen wir das Reisen wirklich, um unseren Horizont zu erweitern und um ein Leben kennenzulernen, das unserem fremd ist?

Als ich meinen letzten Urlaub plante, gab es die Möglichkeit auf eine recht einsame Insel zu reisen und eine Hütte ohne Strom und warmes Wasser zu beziehen. Ich habe mir geschworen, dass ich das noch machen werde. Wenn ich Bekannten davon erzählte, kam sehr oft die gleiche Reaktion: „Was? Das könnte ich nicht.“ Es gibt eine Angst vor der Einsamkeit und dem In-sich-kehren, welche ich nicht verstehen kann. Was ist so schlimm daran, bei sich selbst zu sein? Ist es wahnsinnig, sich den eigenen Gedanken zu stellen? Ist es gar verrückt, sich selbst zu akzeptieren, weil man zuvor womöglich lang mit sich ins Gericht gehen musste?

Ich erinnere mich gern zurück an meine Zeit damals im Krankenhaus. Wie ich von einem unzufriedenen Menschen, der Ziele verfolgte, die nicht seine waren, zu einer Person wurde, die für eine Weile Ruhe und Zufriedenheit fand. Interessant dabei ist, dass ich mich selbst wieder ablenken ließ. Dass ich mir selbst wieder einreden ließ, ein Leben sei nur dann etwas wert, wenn ich beruflich erfolgreich sei und eine Frau an meiner Seite hätte. Erfolgreich kann ich nur sein, wenn ich meinen wirklichen Wünschen mit Vehemenz nachgehe. Um diese zu finden oder zu verwirklichen, brauche ich keinen Rausch.

Vernebelte Sinne

Die letzte Nacht endete vor drei Stunden in diesem meinem Bett und schon schlug ich die Augen wieder auf und fühlte das Verlangen, etwas zu tun. Oder die Augen wieder zu schließen. Die Vernunft gewann den Kampf, denn das sinnvollste nach einer durchmachten Nacht ist es, frühzeitig den Alkohol aus dem Körper zu spülen. Das erste Glas Wasser hatte ich intus, bevor ich das Bett verlassen hatte, ein zweites folgte nur wenige Minuten später. Einmal durch den Park laufen war der Plan, und eine neue Bestzeit kam dabei heraus, als ich wieder vor der Haustür stand. Ne sehr gute Minute schneller war ich und bestätigte mir damit mal wieder, dass so ein gewisses Maß an Restalkohol gar nicht so schlecht ist, wenn man Leistung erbringen will, einfach weil man noch zu benebelt ist, um den Druck zu spüren, der manche anspornen mag, mich jedoch ausbremst und zum Stolpern bringt.

Eine alte Dame meint im Vorbeigehen, dass man sich dehnen sollte, so lange es möglich sei. Sie sei früher um die Stadt gelaufen, bevor sie ihre Beine im Stich gelassen hätten. Ich atme noch schwer und bewundere sie für die Ausdauer, die gesamte Stadt zu umrunden, während ich schon nach dem Lauf durch den Park geschafft bin. Als sie weiterzieht und sich auf den Krückstock stützt, wird mir unwohl. Das muss ein beschissenes Gefühl sein, wenn man immer schnell unterwegs gewesen ist und sich plötzlich einschränken muss. Ihre fröhliche Art jedoch gibt mir Mut. Wir alle leben und werden dabei Leid erfahren. Das Lachen nicht zu verlieren ist die Kunst dabei, also bringe ich meine Dehnübungen zu Ende und stelle mich danach unter die warme Dusche.

Die meisten Menschen können nichts essen, wenn sie Sport getrieben haben. Ich kenne das zwar, aber sehr viel häufiger freue ich mich während des Laufens schon auf das Mahl danach und so ist es auch an diesem Morgen. Frische Brötchen tun ihr übriges. Die Erinnerung an die letzte Nacht lässt mich grinsen. Ich war als Beobachter unterwegs, nicht wie sonst als Beteiligter. Und die Rolle ist gar nicht so schlecht. Die Menschen wollen gesehen werden, manchmal auch nicht, aber mir entgehen die Szenen nicht. Nicht der vollkommen betrunkene Kerl, der nicht mehr so ganz Herr seiner Bewegungen ist und seinem auserwählten Schatz hinterherläuft, während diese nur die vornehme Flucht sucht. Dieses Spiel ist ungefährlich und gäbe es doch Grund zur Sorge, wäre der stämmige Kerl in dem schwarzen T-Shirt nur wenige Meter entfernt gewesen. Er ist immer da. Er feiert nie, aber er greift sofort ein, wenn gepöbelt wird oder der Unsinn gefährlich werden könnte. Er blickt immer düster drein, das muss bei Türstehern so sein. Doch ich danke ihm stillschweigend, denn er war es, der mal einem Typen einen Barhocker entriss, noch bevor er damit auf Leute losgehen konnte, über dem Kopf hatte dieser das Teil bereits und nur knapp zog er damit an mir vorbei. Ich bin nicht Whitney Houston und er nicht Kevin Costner, aber in der Situation war ich es nicht, der blutete, sondern er, mein Bodyguard. Es war nur eine Schramme und ich weiß gar nicht, wie er sich die geholt hatte, weil meine Augen geschlossen waren und jetzt in der Erinnerung fehlt mir die Möglichkeit, nach den Spuren dieses Kampfes zu suchen.

Es gab in der letzten Nacht keinen solchen Kampf, wenngleich mich irgendein Typ von hinten anschupste, so dass ich auf die zehn Zentimeter tiefere Tanzfläche stolperte. Ich blickte zurück und sah ihn grimmig schauen. In dem Moment stieg in mir ein Glücksgefühl auf und ich musste lachen. Der arme Kerl war offensichtlich frustriert, vielleicht sogar neidisch auf das Wohlgefühl, das mich mit meinen Freunden verband, während er allein neben der Tanzfläche stand und keine Beachtung fand. Ich tanzte ein wenig und suchte die Nähe des Mannes im schwarzen T-Shirt. Nur zur Sicherheit. Einige Meter weiter tanzte ein älterer Herr. Was hat es nur damit auf sich, dass das immer so merkwürdig aussieht? Mir gefällt seine Lust am Tanz oder an der Balz, wer weiß das schon so genau. Mir ist das lieber, als würde er allein in seinem Sessel sitzen und leise vor sich hin furzen. Ich verlor den Blick für ihn, denn mir wurde bewusst, dass ich inmitten von Frauen tanzte. War das meine Anziehung oder die Gegenwart des Bodyguards? Mir ist es egal, das Tanzen fetzte nun mehr denn je, bis…ja bis es zu einem „Kick“ kam. Der Kick, das ist der Moment, in dem der Rausch schlagartig abbricht und ich eine Welle von Realität verspüre. Dieses Mal wurde es vom DJ ausgelöst, der so mies mixt, dass es einem regelrecht den Tanzboden unter den Füßen wegzog. Aber es gibt dafür verschiedenste Gründe:

Neulich im Kino waren alle gefesselt. Mich riss eine Erinnerung aus dem Film. Ein Gemälde, welches ich erkannte und welches mich zwar weiter nach vorn starren ließ, mich aber in eine ganz andere Realität zog. Da kamen verdrängte Erinnerungen hoch, die sich nicht ausblenden lassen wollten. Und ich war gefangen in diesem Kino und musste mit den Gedanken kämpfen. So schlimm war es an dem Abend auf der Tanzfläche nicht, aber plötzlich fühlte ich mich deplatziert und so machte ich eine Pause mit dem Tanzen. Erst später als ich einen alten Freund entdeckte, fand ich mich im blitzenden Licht und auf dem klebrigen Boden wieder. Der gute Kerl gab mir ein Kompliment, dass er nicht glauben kann, dass ich jedes Mal so verdammt gut aussah. Der spätere Schmatzer auf die Wange war eine gute Bestätigung. Schon merkwürdig, dass Männer sich damit so schwer tun, denn es tut gut. Die Angst vor der Homosexualität dürfen die anderen verklemmten Idioten gern ausleben. Ich behalte mir meine Idiotie für andere Bereiche offen. Irgendeine Macke braucht ja schließlich jeder von uns oder nicht?

Ein tiefer Schluck

Der Blick durchs Abteil entlockte mir nur ein innerliches Gähnen. Zwei Jungesellinnen-Abschiede, bei dem in einem Fall Miss Piggy ihre anstehende Heirat „zelebrierte“. Vermutlich saß Kermit allein zu Haus und sah sich einen Porno an – wer weiß. Ein Trupp Amerikaner fabulierte über spanisches Bier und osteuropäische Frauen. Eine merkwürdige Kombination, aber wir leben in einer globalisierten Welt – also warum nicht? Ich wünschte mir ein schönes Gesicht. Nicht für einen Flirt, dafür fehlen mir die Eier, aber für einen schönen Tagtraum.

Die Flasche Wein habe ich fast gekillt, aber er wirkt nicht, er macht mich lediglich aggressiv – und müde. Ich traue mich nicht, die Augen zu schließen, denn mir fehlt dieses süße Gesicht, was ich dann vor mir sehen könnte. Stattdessen wäre es Miss Piggy oder ihr masturbierender Kermit – oder beide zusammen. Das ist keine Option. Dabei ist die Fahrt noch so unendlich lang und die Flasche fast leer. Zeit für den nächsten, tiefen Schluck.

Typisch Mann oder: Wenn sexuelle Belästigung nicht lästig ist…

Eine gute Freundin ließ mich verwundert in meiner Wohnung zurück. Die Freundschaft zerstört, weil die Gefühle für sie nicht sein durften. Ihr laufen die Tränen bereits über die Wangen und ich fühlte mich schuldig. Die Gedanken waren unsortiert und zerstörerisch. Nein, mit dem Auto unterwegs zu sein war nicht gut, aber später finde ich mich unter Freunden in einer Massendisko. Niemals wär ich dorthin, aber jener Abend war nicht zu retten und jede Ablenkung war willkommen. Ein Häufchen Elend, das in den großen Hallen schnell seine Freunde verlor, durchaus beabsichtigt, um allein zu sein. Allein unter hunderten tanzenden Menschen. Wie viele Kurze in den Körper flossen, das kann niemand mehr sagen, aber zum Abschalten genügt es nicht. Vom Alkohol so abschalten, dass einem alles egal ist, das hat noch nie geklappt, also warum sollte es an diesem Abend anders sein?

Und dann stand da plötzlich jene Schönheit. Keine Ahnung, ob ich überhaupt etwas sagte, aber das übernahm sie. Dann griff sie nach meiner Brust. Warum auch nicht. Mehr als ihr anzudrohen, es ihr gleich zu tun, fiel mir nicht ein. Doch für einen kurzen Moment ist vergessen, was an dem Abend bisher geschah. Aber eben nur für einen kurzen Moment und wie deprimiert muss ich gewirkt haben. Doch sie tanzte eng und ergriff meinen Po. Der schien ihr also auch zu gefallen. Und wieder kommt mir die Frage, wie viele Ohrfeigen ich jetzt schon kassiert hätte, wäre es umgedreht. Wie einfach wir Männer doch sind. Doch da will sie nicht aufhören und ein letzter Griff fährt mir zwischen die Beine und macht klar, was sie wissen will. So viele Einladungen bekomme ich sonst nicht, bevor ich küsse, doch an diesem Abend würde selbst ein Schild mit der Aufschrift „Nimm mich!“ und das in Neonbeleuchtung nicht genügen. Ich denke kurz darüber nach, denn ja, sie gefällt mir. Und dann steht da dieser Typ neben ihr. Kein Lächeln auf dem Gesicht und von der Statur her genug, dass ich ihm eh aus dem Weg gegangen wär. Er umarmt sie und macht es mir so leicht in jenem Moment. Hier gibt es nichts zu holen, außer Stress und den brauche ich heute Abend nicht. Mir ist nicht nach Prügel, zumal ich die einstecken würde. Und dennoch bedanke ich mich nur zu gern bei jener hübschen Frau, denn sie zauberte ein kleines Lächeln auf das Gesicht eines zutiefst traurigen Menschen, ganz ohne es zu wissen.

abgeblitzt

Es war nun wirklich nicht die feine englische Art, aber es war ein einfacher Einstieg, mich über das nervige Verhalten ihres letzten Flirtpartners zu amüsieren. Die unbekannte, aber attraktive Frau stand mir vorhin bereits gegenüber und sprach mit meinem tollpatschigen Vorgänger, während ich mich mit einem Freund unterhielt. Wir tauschten immer wieder Blicke aus und ich bekam recht gut mit, wie aus seinem Mund eine ungeschickte Aussage nach der anderen purzelte. Er sah verpeilt aus, mit seiner Wollmütze und den langen, verstrubbelten Haaren, die darunter hervorlugten. Als sich ihr Gesprächspartner auf die Toilette verabschiedete, gab ich meinem Freund ein Zeichen, dass er sich für eine kurze Zeit ohne mich beschäftigen müsste. Er ging und ich näherte mich lächelnd der fremden Frau. Hanna war ihr Name und meinen Vorgänger hatte sie mit der Aussage, dass sie lesbisch sei, davongejagt.

Sie war Pädagogikstudentin. „Mal wieder“, schoss es mir durch den Kopf, denn in dieser Bar schien meine Trefferquote bei annähernd einhundert Prozent zu sein. Aber wenn ich sie genauer betrachtete, sah sie auch danach aus. Nicht aufgestylt oder mit Makeup zugekleistert, eben ganz so, wie es mir gefällt. Mal davon abgesehen, dass die durchschnittliche Juristin oder Wirtschaftswissenschaftlerin oder gar angehende Ärztin sich hier nicht herwagen würde, würde sie kaum in mein Suchraster fallen, da ich auf Natürlichkeit einfach zu viel Wert lege.

Sie gestand, dass sie gar keine Lehrerin sein wollte und ich musste schmunzeln. Ich würde sie dafür nicht verurteilen, wollte jetzt aber auch nicht so tun, als fände ich das in Ordnung und wich daher aus. Ich machte mir einen Spaß daraus, sie weiterhin als Lesbe zu sehen (auch wenn ich bereits wusste, dass das nicht der Fall war) und meinte, dass ich es nur zu gut nachvollziehen könnte, dass sie auf Frauen steht, denn die hätten einfach den schöneren Körper. Anstelle es als Kompliment aufzufassen, versuchte sie mir in den Mund zu legen, dass ich etwas an ihrer Oberweite und an ihren Hüften auszusetzen hätte. Hier würde eine defensive Haltung zu nichts führen und so legte ich meine Hände auf ihr Becken und konterte, dass mir gefallen würde, was ich da in meinen Händen hielt, sie sich aber keine Sorge machen sollte, ihre Brüste würde ich nicht abtasten. Nachdem der erste körperliche Kontakt hergestellt war und dazu eine angenehme Stille entstand, entschied ich mich, sie einfach zu küssen. Geschickt wendete sie ihr Gesicht leicht, so dass ich nur die Wange erwischte. Ich entfernte mein Gesicht wieder von ihrem, blinkerte sie verwundert an und schwieg. Sie entschuldigte sich, um ein Bier zu holen, was ich abnickte. Ich blieb einen Moment bewegungslos stehen und blickte die Wand hinter ihr an. Ich überlegte, was geschehen war und ob ich etwas hätte anders machen sollen. Dann schüttelte ich leicht meinen Kopf und machte mich wieder auf, meinen Freund zu suchen und mit ihm einen Kurzen zu kippen.