Lasst uns Rosinen picken

Hach ja, die gesteuerte Einwanderung und plötzlich sind Menschen wieder ein Gut, wie in den Zeiten der Planwirtschaft. „Wir brauchen gerade 20.000 Facharbeiter.“ „Kein Problem, da hätten wir welche aus Spanien, sonnengereift sind sie.“ Ja, Amerika oder Kanada zeigen uns, wie es geht, denn natürlich dürfen wir im wirtschaftlichen Wettrennen nicht stehenbleiben. Bevor ich jetzt aber ein weiteres Fass aufmache, dass sich mit einer zinsfreien Wirtschaft befasst (ein Fass, dass sich befasst…das war nicht mal Absicht), kehre ich zurück zum Thema.

Es wird ja gerade wieder heftig diskutiert, ob und wer überhaupt zu uns ins Land kommen darf. Aus ökonomischer Sicht ist das sinnvoll und wir haben ein System, welches sich der Ökonomie unterordnet. Es ist sogar noch viel praktischer, denn erfolgreich ist, wer besser als andere ist. Es ist doch also großartig, wenn wir den Krisenländern lediglich die Kräfte abnehmen, die sie zum Aufbau ihrer Wirtschaft brauchen. Gleichzeitig tun wir natürlich auch viel dafür, dass ihre Arbeitslosigkeit abnimmt, zumindest in dem Moment, wo wir die Menschen aufnehmen. Dass die gehemmte Wirtschaft dort auch zukünftig keinen Boden findet, weil die schlecht ausgebildeten Leute dort bleiben müssen, kann uns ja nur Recht sein, Absatzmärkte gibt es in Asien und Amerika genug

Wenn man die Einwanderung steuern möchte, dann in einem gesunden Verhältnis und dann heißt das eben, dass wir schlecht ausgebildete Leute auch ins Land lassen. Wir haben doch eh mehr als genug Ausbildungsplätze oder nicht? Zudem ist eine schlecht ausgebildete Person keine arbeitsunfähige Person, aber darüber will man ja gar nicht nachdenken. Gut ausgebildet bedeutet, dass sie arbeiten wollen und unseren Wohlstand sichern. Schlecht ausgebildet bedeutet gleichsam, dass sie nur das Sozialsystem belasten wollen. Man finde den Denkfehler.

Wie oft begegne ich Menschen, die gerne weniger arbeiten würden und dafür auch weniger Geld in Kauf nehmen würden. Hier sind so einige willige Arbeiter, die sich vielleicht sogar lieber mit Teilzeit anfreunden, weil sie gern in ihre Heimat zurück wollen in Zukunft. Ich weiß, ich mache mir die Sache zu einfach, denn eine zweite Person bedeutet auch mehr Kosten für den Betrieb. Aber leben wir nicht in einer sozialen Marktwirtschaft? Klebt dieses Etikett nicht irgendwo an der Fassade des Bootes, in dem wir alle sitzen?