Ein Kutter aus Kalkutta. Teil 8 – Zwischen den Kontinenten. Inmitten der Kulturen

Zum Beginn der Geschichte

Die Stadt am Bosporus erschlug mich. Was für eine Masse an Stadt, Kultur und Menschen. Die Architektur erinnert mich an die Menschen in Hamburg. Der alte Ehrenwerte sitzt neben dem heruntergekommenen, schlaksigen und jungen Kerl in knallbunten Klamotten. Sie geben ein ungleiches Paar ab, aber sie sitzen friedlich beieinander und trinken ihr Bier oder ihren Tee, je nachdem ob man in Hamburg sitzt oder durch die Gassen Istanbuls zieht.

„Kennst du das, wenn du morgens aufwachst und dich fragst, in welchem Leben du eigentlich steckst?“, fragte ich Pete. „Nö. Für mich ist die Welt ein riesengroßer Spielplatz, auf dem ich ständig Neues erlebe und Menschen kennenlerne.“ „Mir geht es da gerade anders. Ich weiß gar nicht, zu wem das Leben bisher gehörte. Dieses hier fühlt sich nach mir an.“ „Dann lebe doch auf diese Weise. Hör auf darüber zu reden und nachzudenken und mach es einfach“, sagte Pete in einer sehr ruhigen Art. Er redete mir gut zu.

Istanbul wäre ein guter Anfang. Wie offen und liberal der Umgang hier war, das war es doch, wonach ich suchte. Oder Bulgarien, da hatte ich doch auch schon eine Heimat gefunden, aber statt zu bleiben, lief ich weiter. Die Reise sollte bis Indien gehen, das beschloss ich in dem Moment und dann würde ich weitersehen.

Teil 9