Daten und Zahlen

Bevor ich zu WordPress kam, hatte ich einen anderen kleinen Blog. Eher persönlich gehalten und die Grundidee war, dass dieser Blog hier ein literarischer werden sollte und der andere meine kleine Kuschelecke. Jener andere, kleine Blog ist seither still und dieser farbenfrohe hier hatte seine Monate, in denen ich mal mehr und mal weniger schrieb. Und nun kam WordPress und erzählte mir, was ich so für Zahlen und Besucher usw. mit diesem Blog aus bekommen habe. Es gab Erklärungen, was das für Größenordnungen sind und ich klickte diese nett gemeinte Geschichte weg.

Heute morgen wachte ich auf und stellte fest, dass mittlerweile mehr als 250 Leute meinen Blog abonniert haben. Zum Glück stand das nicht auf jener Statistikseite oder ich habe es übersehen. Denn ich versuchte mir selbst vorzustellen, wie viele Leute das sind. Nicht anhand eines Kinosaals, sondern anhand von Menschen mit Gesichtern, die um mich herum stehen. Und ich muss euch sagen, dass das irre groß ist. 20 Monate ist es her, als ich den ersten Eintrag hier schrieb und mich fragte, wie mich hier jemals eine einzige Person finden sollte und jetzt halte ich für einen Augenblick an und stelle fest, dass mich unheimlich viele Menschen fanden.

Ich habe erst vor ein paar Tagen noch festgestellt, dass ich doch gern mehr Aufrufe auf meine Seite hätte, nur womit bin ich denn unzufrieden? Wie groß müsste die Zahl sein, damit das Ego sich daran erfreuen kann? Bin ich es schon so sehr gewohnt, dass es immer um Millionen und Milliarden geht, dass mir selbst eine so treue Gemeinschaft nicht genügt? So viele von euch schreiben mir Kommentare oder zeigen durch ihr „Like“, dass eine Geschichte gefiel. Und ja, das brauche ich auch. Da bin ich doch recht egozentrisch, aber ohne ein Feedback, wäre meine Lust, meine Gedankenträume zu teilen, nicht so groß. Viele Geschichten schrieb ich einfach runter, aber die letzten schrieb ich doch erst auf Papier vor und änderte beim Abschreiben so einige Passagen. Da steckt plötzlich viel mehr Zeit und Energie dahinter, die ich sonst vermutlich nicht auf mich nehmen würde, wenn ich nicht wüsste, dass da Leser sind, die es mir danken.

Es sollte hier zum Großteil lyrischer Inhalt zu finden sein. Aber ich benutzte den Blog auch, um politische Gedanken zu teilen. Gedanken aufzuschreiben, die mir immer wieder durch den Kopf gingen und die ich nicht los wurde. Es war vielleicht sehr wichtig, damit ich überhaupt wieder ins Bloggen komme, aber es sollte nie ein fester Bestandteil dieser Seite sein. Ich denke, dass ich mich in Zukunft manches Mal, wenn es mir einfach zu wichtig ist, hier politische Dinge ansprechen werde, aber ansonsten möchte ich euch doch mit meinen Geschichten unterhalten. Es entsteht stattdessen gerade eine andere Seite, die nicht nur von mir unterhalten werden soll. Dort soll es darum gehen, dass wir Menschen wieder in Freundschaft zueinander finden. Ich werde dazu noch mehr schreiben und ich werde auch noch drei „Liebster Awards“ beantworten, die schon fast schimmelig werden, so lange liegen sie unangetastet umher. Ein Frühjahrputz, den ich nur zu gern mache.

Ich schrieb keinen Jahresrückblick oder einen Neujahrsvorsatz und stelle fest, dass dieser Eintrag an deren Stelle rückt. Es ist mein Moment des Innegehens. Mein Moment des Erinnerns, dass ich hier einfach nur Geschichten schreiben wollte und nicht nach einer noch größeren Zahl an Klicks strebte. Mein Moment der Dankbarkeit für eine Gruppe an Menschen, die meine Texte mögen und sie lesen.

Ich danke euch allen dafür, dass ihr mir so eifrig Feedback gebt, selbst wenn ich mich mit Kritik immer sehr schwer tue. Macht bitte weiter so, ich werde meinen Teil  beitragen. 🙂